Gewinner der Merkur-Sportwahl geehrt und gefeiert

München - Die Leser des Münchner Merkur haben abgestimmt und die Sportler des Jahres 2009 gekürt. Am Dienstag Abend wurden die Sieger der großen Publikumswahl bei einem Festakt in München gefeiert.

Das Fachpublikum war sich einig: Selten zuvor ist es bei der Sportlerehrung unserer Zeitung so launig zugegangen und gleichzeitig doch so feierlich. Das lag zum einen daran, dass die 62. Auflage in einem völlig neuen Gewand daherkam – im stylischen Ambiente der „Alten Rotation“. Es könnte aber auch an der mittleren politischen Sensation gelegen haben, die Verleger Dr. Dirk Ippen gleich zu Beginn in seiner Begrüßungsrede verkündete: die Anwesenheit der ersten Bayerischen Ministerpräsidentin!

Freche Sprüche und charmante Damen: Die Sportlehrung

Freche Sprüche und charmante Damen: Die Sportlerehrung

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Paralympics-Star Verena Bentele, sagte Ippen fröhlich, stehe als Preis-Überreicherin in der Tradition prominenter Laudatoren von Alfons Goppel über Franz Josef Strauß bis hin zu Horst Seehofer, der am Dienstagabend verhindert war. Keiner der genannten Herren hätte allerdings „so viel weiblichen Charme entwickeln können“ wie die blinde Biathletin. Moderator Gerd Rubenbauer, der mit viel Witz und Schwung durch den Abend führte, nannte Bentele fortan nur noch: „Unsere Ministerpräsidentin.“

Neuer Glanz in der „Alten Rotation“: Verleger Dr. Dirk Ippen, die Herren-Preisträger Thomas Müller und Philipp Lahm vom FC Bayern, Co-Moderatorin Verena Bentele, Ski-Ass Maria Riesch, Biathlon-Königin Magdalena Neuner, Hauptsponsor Michael Rahe von der BMW-Niederlassung München und Merkur-Sportchef Heinrich Lemer (v.l.).

Als neue First Lady sorgte Bentele mit frechen Kommentaren für eine frische Note bei der runderneuerten Veranstaltung. Sieger Philipp Lahm vom FC Bayern? „Kenne ich“, sagte die in München wohnende Tettnangerin, „er hat schließlich mal beim VfB Stuttgart gespielt.“ Zu Lahms Mitspieler Thomas Müller, von den Lesern auf Platz drei gewählt, meinte sie: „Er ist ja noch jung. Er kann gerne mal zum VfB kommen.“ Die Frage nach ihrem Lieblingsfußballverein war da eigentlich überflüssig. Bentele entschuldigte sich anstandshalber: „Ich komme halt aus Baden-Württemberg.“

Auch beim Gespräch mit den geehrten Wintersportlerinnen Magdalena Neuner und Maria Riesch, bei dem Rubenbauer seine geballte Fachkompetenz ausspielen konnte („Sag amoi, Maria, wie schaut’s denn mit dem Super-G aus?“), war es Co-Moderatorin Bentele, die die größten Lacher erntete. Stichwort Garmisch-Partenkirchen 2018. Bentele (28) verriet, dass sie bis zum ominösen Datum als Sportlerin weitermachen wolle. Oder wie sie es ausdrückte: „Es ist doch ein Traum, mal mit dem Regional-Express zu den Olympischen Spielen zu fahren.“ Die spontane Einladung zur Vorab-Besichtigung mit Rubenbauer und Riesch nahm die blinde Biathletin gerne an. Sie sei zwar eine „Bruchpilotin“ auf Abfahrtsskiern, aber diese Gaudi wolle sie sich „nicht entgehen“ lassen.

Zwischen Ball- und Wortakrobatik gab es allerdings auch nachdenkliche Töne. Nämlich gegen Ende des offiziellen Teils, als Rubenbauer an den Unglücksfall im Hause Gerg erinnerte, und Maria Riesch einfühlsame Sätze an die Ex-Kollegin richtete: „Der Tod von Wolfgang Graßl war für uns alle ein Schock“, sagte Riesch. „Er war drei Jahre mein Trainer im Europacup, menschlich absolut top. Ich wünsche der Hilde viel Kraft für die schweren Monate.“

Zurecht merkte der wahre Ministerpräsident Seehofer in einem Video-Einspieler an, dass die Merkur-Leser nicht nur erfolgreiche, sondern auch menschlich herausragende Sportpersönlichkeiten gewählt haben. Alle Geehrten seien vorbildliche „Botschafter Bayerns in der Welt“ – und die meisten von ihnen werden 2011 bestimmt wieder in der „Alten Rotation“ auftauchen. Auch Verena Bentele hat beste Chancen. Als Aushilfs-Ministerpräsidentin und fünfmalige Paralympics-Siegerin 2010 darf sie bei der nächsten Leser-Wahl mit Umfragewerten rechnen, von denen Seehofer nur träumen kann.

Uli Kellner

Rubriklistenbild: © Klaus Haag

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