Glänzend in tragender Rolle

- Ljubljana - Viele Worte wollte Daniel Stephan über die neue Situation nicht verlieren. Doch wie wohl sich der Welthandballer von 1998 bei der EM in Slowenien als Führungskraft fühlte, konnte man sehen. Acht Treffer gelangen Stephan im ersten Hauptrundenspiel des DHB-Teams gegen Tschechien (37:27), danach gab es viel Lob von der Mannschaft und auch von Bundestrainer Heiner Brand. "Ich glaube, ich habe meine Aufgabe gut gelöst. Es war wichtig, ein Zeichen zu setzen", sagte der 30-Jährige vom deutschen Meister TBV Lemgo.

<P>Nach der Abreise seines verletzten Vereinskollegen Markus Baur (Meniskuseinriss) ist der 1,98 m große Stephan in die Rolle des Spielmachers geschlüpft. Dabei war er quasi als Edelreservist zur EM gefahren. Doch als er gegen Tschechien als Führungskraft gebraucht wurde, war auf den 161-maligen Nationalspieler mit der unspektakulären Spielweise Verlass. "Daniel hat gezeigt, dass er der neue Kopf der Mannschaft ist", meinte sein Lemgoer Klubkollege Florian Kehrmann, während ihm Bundestrainer Brand im Vergleich zum etatmäßigen DHB-Teamkapitän Baur sogar eine größere Durchschlagskraft bescheinigte.</P><P>Der "Mann mit dem goldenen Arm" genoss es sichtlich, einmal nicht wegen seines unglaublichen Verletzungspechs im Mittelpunkt zu stehen, sondern wegen seiner sportlichen Leistung. Durch drei teilweise tränenreiche WM-Absagen in fünf Jahren wegen eines Mittelhandbruchs, eines Bänderrisses und einer Achillessehnenreizung hat Stephan längst den Ruf des Seuchenvogels weg - und setzt in punkto Verarbeitung des Erlebten lieber auf Verdrängung.</P><P>"An diese ganzen Verletzungen denke ich nicht mehr, denn ich will die Sache nicht traumatisieren. Derzeit bin ich fit und habe noch große Ziele wie die Olympischen Spiele im Sommer in Athen", bekräftigt Stephan und erinnert sich nur ungern an die Folgen seiner 1999 begonnenen Pechsträhne: "Damals hatte ich den Spaß am Handball fast schon verloren." Doch mit eisernem Willen und seinem Lebensmotto "take it easy" hat sich Stephan immer wieder zurückgekämpft.</P><P>Privat mag es der Weltklasse-Handballer lieber ruhig. Dass er in der Öffentlichkeit weit weniger wahrgenommen wird als ein Stefan Kretzschmar, ist Stephan ganz recht: "Ich bin froh, nicht überall herumgereicht zu werden. Ich will ein normales Leben führen."<BR></P>

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