Goldmedaille versteigert - bei Sekte gelandet

- Berlin - Am Reck war Andreas Wecker ein Überflieger, doch knapp zehn Jahre nach seinem Olympiasieg in Atlanta ist der einstige Ausnahmeturner tief gefallen. Laut Medienberichten steckt der 36-Jährige in großen finanziellen Schwierigkeiten. Sogar seine Goldmedaille hat er im Internet versteigert - für 26,37 Euro.

Auch das mit Ex-Frau Marion gebaute Haus in der Nähe Berlins konnte er nach dem Karriereende 2000 nicht halten und lebt nun mit seiner neuen Lebensgefährtin in Wandlitz.

Seit Monaten gibt es Gerüchte um einen "Offenbarungseid" und eine verhängnisvolle Verbindung des viermaligen Olympia-Teilnehmers zu einer christlichen Sekte. Nahrung erhielten sie am Rande des Deutschen Turnfestes im Mai vergangenen Jahres, als Wecker Nationalmannschaftsturner per Handauflegen von Verletzungen heilen wollte.

Nun bekannte sich Wecker auch öffentlich zu seinem neuen Leben. Früher sei er ein Mensch voller Sünde gewesen, sagte er im Interview der Berliner BZ: "Ich war ein Autonarr, jetzt brauche ich aber keins mehr." Er hegte sogar Selbstmordgedanken: "Ich fuhr auf der Autobahn und dachte: Jetzt rast du gegen einen Pfeiler, dann sind die Sorgen endlich weg."

Doch der Ex-Turner fand in der Religion einen Ausweg. Er fühle sich "so wohl wie lange nicht. Gott hat mir den Weg gezeigt. Für mich haben weltliche Dinge keine Bedeutung mehr." Der Verkauf seiner Medaillen habe dazu gedient, sich "von allem Ballast meines früheren Lebens zu befreien, das hat mir Gott befohlen". Der Ex-Turner will nun als Missionar einer evangelischen Freikirche arbeiten, die ihn auch finanziell unterstützen soll.

Im Gegensatz zu seiner sportlichen Karriere war der nur 1,62 m große Modellathlet beruflich weit weniger erfolgreich. Wecker scheiterte als Anlageberater, Autoverkäufer und Geschäftsführer eines Fitness-Centers.

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