Nach dem Herpes-Ausbruch sind bisher drei Pferde aus deutschen Turnierställen gestorben. Das bestätigte auch Hilmar Meyer (Foto).
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Nach dem Herpes-Ausbruch sind bisher drei Pferde aus deutschen Turnierställen gestorben. Das bestätigte auch Hilmar Meyer (Foto).

„Schlimmster Ausbruch seit Jahrzehnten“

„Aggressives“ Herpes-Virus bedroht den Reitsport - drei deutsche Turnier-Pferde gestorben

Der Reitsport leidet unter einem Herpes-Virus, das sich von Valencia aus verbereitet. Zehn Pferde starben bisher, auch deutsche Reiter trauern um ihre Tiere.

München - Die Corona-Krise trifft den Sport in vielen Bereichen, den Reitsport trifft nun ein weiteres Virus. Eine Herpes-Variante verbreitet sich von Spanien aus und soll nach Angaben des Weltverbandes FEI bereits mehrere Pferde getötet haben. Die geplanten Turniere wurden nun vorerst abgesagt.

Herpes-Virus im Reitsport: Deutsche Reiter trauern um Turnier-Pferde - „Virus ist sehr aggressiv“

Bei einer Turnierserie in Valencia spielten sich dramatische Szenen ab, viele Teilnehmer trauern nach dem Verlust ihrer vertrauten Vierbeiner. Auch der deutsche Reitsportler Hilmar Mayer, der in Niedersachsen einen Handels- uns Ausbildungsstall betreibt, hat zwei Pferde verloren. Er beschreibt die Situation an der spanischen Südostküste als „sehr, sehr schlimm“, die Teilnehmer kämpfen jedoch „Schulter an Schulter“ um die Pferde.

Mike Patrick Leichle, der wie Meyer neben etwa einem Dutzend deutscher Reiter Anfang Februar an der mehrwöchigen Spring Tour in Valencia teilnahm, verlor bisher ein Pferd. Der Reiter und Turnierstallbetreiber aus Schleswig-Holstein hofft nun auf das Überleben seiner elf verbliebenen Tiere. „Das Virus ist sehr aggressiv“, berichtete der 51-Jährige der dpa.

Herpes-Virus im Reitsport: Weltverband sagt Turniere bis Ende März ab - zehn Pferde in Valencia verstorben

Leichle fühlt sich außerdem von vielen Seiten Stich gelassen, da die Informationen aus Valencia erst „viel zu spät“ weitergegeben wurden. Laut Leichle und Mayer starben in Valencia bereits zehn Pferde*. Inwieweit sich das Virus ausgebreitet hat, ist unklar. In drei weiteren europäischen Ländern seien Fälle aufgetreten, wie der Weltverband mitteilte.

Offenbar geht die FEI davon aus, „dass eine große Anzahl von Pferden den Veranstaltungsort in Valencia ohne ein offizielles Gesundheitszeugnis verlassen hat“. Wie es weiter in der Mitteilung hieß, waren „einige Pferde bereits krank“, nun wurden Maßnahmen ergriffen, um die Ausbreitung zu stoppen. Bis zum 28. März wurden Turniere in zehn Ländern verboten, laufende Serien wie die in Jerez dürfen jedoch weiter ausgetragen werden, solange keine Fälle des Virus nachgewiesen werden.

Herpes-Virus im Reitsport: FEI-Generalsekretärin spricht von „schlimmsten Ausbruch seit Jahrzehnten in Europa“

„Pferde dürfen diese Orte nur verlassen, wenn sie im Besitz eines amtlichen Gesundheitszeugnisses der örtlichen Veterinärbehörden sind“, stellte der Weltverband klar. Wie die FEI-Generalsekretärin Sabrina Ibáñez meinte, handle es sich um den „wahrscheinlich schlimmsten Ausbruch seit vielen Jahrzehnten in Europa“.

Die Herpes-Viren verursachen „keine auf Menschen übertragbaren Krankheiten“, ließ der nationale Verband FN verlauten, die Infektionen seien außerdem in Deutschland „nicht anzeige- oder meldepflichtig“. (ajr) *Costa Nachrichten ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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