1. Startseite
  2. Sport
  3. Mehr Sport

Hoffen auf "wahrhaftig neuen Führungsstil"

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

- München - Der Kapitän ist an Bord, die Mannschaft soll ihm zügig folgen. Nach der Zusage von Thomas Bach, sich am 20. Mai an die Spitze des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) wählen zu lassen, deutet alles darauf hin, dass die Findungskommission mit bemerkenswerter Schnelligkeit die Führungscrew des Dachverbandes präsentieren kann.

Die Bereitschaft des Tauberbischofsheimers zur Amtsübernahme war auf einhellige Zustimmung und spürbare Erleichterung gestoßen. Der IOC-Vize war trotz starker beruflicher Auslastung nach kurzer Bedenkzeit über seinen Schatten gesprungen, weil ihn die Kommission geballt in die Verantwortung genommen hatte.

Mit ihm werde "ein wahrhaftig neuer Führungsstil" im deutschen Sport Einzug halten, sagte Fünfkampf-Präsident Klaus Schormann. "Er wird den DOSB professionell leiten, wie einen Konzern - aber natürlich mit Herzblut." Ähnlich sieht es Leichtathletik-Chef Clemens Prokop: "Unter Bach wird das Präsidium nur noch für die Strategie zuständig sein, das Tagesgeschäft den Hauptamtlichen überlassen."

Im Grunde war dem 52- Jährigen auch keine andere Wahl geblieben. Prokop: "Bach hat die Fusion mit allem persönlichen Nachdruck betrieben und war schon deshalb zur Übernahme des Amtes fast verpflichtet."

Das sieht auch Walter Schneeloch so, Vorsitzender des größten Landessportbundes (LSB) aus Nordrhein-Westfalen: "Ohne Bach wäre es problematisch geworden. Wir brauchen einen Präsidenten, der von Sport, Politik und Wirtschaft voll akzeptiert wird."

Das von Fußball-Präsident Theo Zwanziger geleitete Gremium will möglichst schon in der kommenden Woche seine Kandidaten für die wichtigsten weiteren Positionen benennen. Zwanziger hat "eine Mannschaft mit Strahlkraft" versprochen, die vor allem aber "zu Bach passen" müsse. Es geht vor allem um die fünf Vizepräsidenten.

Für den Breitensport, wo die LSBs ein Vorschlagsrecht haben, gilt Schneeloch als gesetzt. Ebenso wie NOK-Schatzmeister Hans-Peter Krämer für den Bereich Finanzen. Da auch die Frauen ihre Vertreterin selbst benennen können, geht es nun noch um die Positionen für Leistungssport und für Bildung.

Besonders auf den Bereich Leistungssport konzentriert sich das Interesse, weil dies eine Schlüsselstelle für die Verteilung der Gelder ist. Nachdem sich NOK-Chef Klaus Steinbach aus dem Rennen genommen hat, bleiben als prominenteste gehandelte Namen Schwimm-Präsidentin Christa Thiel und Leichtathletik-Expräsident Helmut Digel. Doch Zwanzigers Hinweis, es sei noch nicht mit allen Kandidaten gesprochen sei, deutet eher auf eine Überraschung hin.

Auch interessant

Kommentare