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Sebastian Coe, Präsident des Weltverbandes IAAF, will sein Reformprogramm im Anti-Doping-Kampf durchsetzen.

15-Punkte-Plan

Leichtathletik: Reformpaket im Anti-Doping-Kampf geplant

Monaco - Am Samstag steht ein Reformpaket im Anti-Doping-Kampf der Leichtathletik zur Abstimmung. Der Weltverband IAAF um Präsident Sebastian Coe steht vor einem wichtigen Tag.

Am Freitagabend standen für IAAF-Präsident Sebastian Coe noch einmal die schönen Seiten seiner Sportart auf dem Programm. Die Gala zur Wahl des Welt-Leichtathleten des Jahres in Monaco versprach Glamour, Party und gute Laune. Doch die Ablenkung für den Briten ist nur kurz. Bereits am Samstag stimmen die Delegierten auf einem außerordentlichen Kongress über sein umfassendes und weitreichendes Reformpaket ab. Eine richtungweisende Entscheidung. 

„Es ist eine sehr wichtige Woche in der Geschichte unseres Sports. Ich möchte nicht, dass wir jemals wieder mit diesen grotesken Geschichten konfrontiert werden - wie selbst noch in den vergangenen Tagen", sagte Coe: "Wir haben am Samstag eine einmalige Chance, Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen." Es ist nicht weniger als der Versuch einer radikalen Kehrtwende, um mit den Schattenseiten der Leichtathletik aufzuräumen: Doping, Korruption - und der Misswirtschaft im Verband unter Coes Vorgänger Lamine Diack.

Coe präsentierte 15-Punkte-Programm

Direkt sprach der zweimalige Olympiasieger Coe den Skandal um vertuschte Dopingproben und Korruption bis in die höchsten IAAF-Ämter nicht an - doch auch so war ohnehin jedem klar, was er meinte. Zumal nur wenige Meter neben ihm Rune Andersen saß. Der Norweger ist Chef der Task Force, die die Fortschritte des russischen Verbands RusAF überprüft. Am Donnerstag berichtete Andersen, dass es zwar Verbesserungen im dortigen Anti-Doping-Kampf gebe, über einen genauen Zeitplan zur Wiederaufnahme der RusAF werde allerdings frühestens im Februar entschieden. Die Suspendierung Russlands bleibt erst einmal bestehen.

Damit ein solcher Skandal nicht mehr vorkommt, hat Coe im Juli sein 15-Punkte-Programm vorgestellt, wochenlang war er auf der ganzen Welt auf Werbetour, um die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit unter den mehr als 200 Mitgliedsverbänden zu organisieren. Denn die Reform hat es in sich.

 „Es ist der Moment, in dem man mutig sein muss.“

Weniger Macht für den Präsidenten und das bisher so einflussreiche IAAF-Council - so etwas wie die Weltregierung des Verbands. Dort soll es eine Amtszeitbeschränkung geben. Eine direkte Folge der Vorgänge um Diack, der unter Korruptionsverdacht steht. Zudem soll eine neu zu gründende Integritätskommission in Zukunft verbandsunabhängig für die Themen Doping, Manipulation, Korruption sowie Interessenkonflikte zuständig sein. Alle Council-Mitglieder müssen einen Integritätscheck überstehen. 

Die Kommission ist das Herzstück des Kurswechsels, mit dem sich der Verband in puncto Transparenz an die Spitze internationaler Sportorganisationen setzen will. „Es ist der Moment, in dem man mutig sein muss. Und nicht ängstlich", betonte Coe, der auch viele Kritiker überzeugt hat. 

„Diese Strukturveränderung wird entscheidend sein, damit die IAAF Glaubwürdigkeit zurückgewinnt", sagte DLV-Präsident Clemens Prokop dem SID. Und Dagmar Freitag, Vorsitzende des Bundestags-Sportausschusses sowie DLV-Vizepräsidentin ergänzte: „Wenn es gelingt, dieses Reformkonzept zu verabschieden, könnte es ein entscheidender Schritt im Sport sein. Hin zu mehr Transparenz und Good Governance - und weg von Hinterzimmern und kriminellen Methoden."

SID

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