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Inter rüttelt an Mailänder Hierarchie

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- Mailand - Die Mailänder Fußball-Welt befindet sich wieder einmal im Ausnahmezustand. Zum 265. Mal kommt es zum Kräftemessen der Stadtrivalen. Und diesmal scheint sogar eine Wachablösung möglich. Nach Jahren der Erfolglosigkeit befindet sich Inter Mailand endlich auf dem besten Wege, den zuletzt übermächtigen AC Milan zu überflügeln. Und noch etwas will der nachträglich ernannte Meister von 2006 am Samstag beweisen: Dass der Triumph am Grünen Tisch auch sportlich seine Berechtigung hat.

"Inter hat den Titel erobert, jetzt müssen wir beweisen, dass wir diesen Titel auch verdient haben", betont Stürmer Hernan Crespo. Inter ging aus dem italienischen Fußball-Skandal als sauberer Klub hervor, sieht sich jedoch gezwungen, seinen nachträglich zugesprochenen 14. Meistertitel in dieser Saison durch einen sportlich fair errungenen 15. zu rechtfertigen. Nachdem Juventus Turin in der zweiten Liga spielt, kommt der ebenfalls bestrafte AC Mailand als Gegner gerade recht.

Den letzten regulären Meistertitel gewann Inter 1989, damals mit Lothar Matthäus und Andreas Brehme sowie Giovanni Trapattoni als Trainer. Es folgten entbehrungsreiche Jahre: Der Öl-Tycoon Massimo Moratti pumpte seit der Übernahme im Jahre 1995 angeblich rund eine Milliarde Euro in den Klub der besseren Mailänder Gesellschaft, mehr als den UEFA-Pokal 1998 und zwei Siege im italienischen Vereinspokal (2005, 2006) bekam er dafür nicht. So erklärte er vor der Saison: "Jetzt wird gewonnen, basta."

Milan dagegen zog nach 1989 mit Vollgas am Lokalrivalen vorbei: Die Rossoneri gewannen den sechs Meistertitel, siegten dreimal im europäischen Landesmeister-Wettbewerb. Nun haben der Klub und die Fans ihre nationalen Ambitionen heruntergeschraubt, und dies nicht zuletzt, weil neben den acht Punkten ja auch Andrej Schewtschenko fehlt. Der ukrainische Nationalspieler wechselte für 45 Millionen zum FC Chelsea. Der AC Mailand hat in den acht Ligaspielen seitdem nur sieben Tore erzielt.

Seit dem 1:0 unter der Woche bei Chievo Verona gaben sich die Spieler des AC Mailand allerdings kampfeslustig. "Jetzt beginnt die große Aufholjagd", versprach der Brasilianer Kaka und rechnete mit Blick auf die Partie gegen die Internazionale vor: "Dieses Spiel allein ist sechs Punkte wert." Und Stürmer Alberto Gilardino meinte: "Dieses Spiel ist für uns von entscheidender Bedeutung."

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