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Ironman: Auch als Dritter ein Sieger

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- München - Die Besonderheit an diesem neuerlichen Ausflug nach Hawaii muss Faris Al-Sultan auf dem gestrigen Rückflug in die Heimat aufgegangen sein. "Ganz egal, wie ich dort abgeschnitten hätte", betonte der Ausnahme-Triathlet nach der Ankunft auf dem Münchner Flughafen, "ich würde heute in jedem Fall als Gewinner dastehen." Hätte er seinen Titel beim Ironman auf der diesmal gar nicht so sonnigen Sonneninsel verteidigt, Al-Sultan wäre zumindest noch ein weiteres Jahr die unumstrittene Nummer eins der Szene.

Als Nummer drei beim wichtigsten Triathlon der Welt reicht er diese Ehre zwar knapp an den neuen Champion Normann Stadler weiter, mit ihr aber auch so manche Bürde, die der Vorjahrestriumph mit sich gebracht hatte. "Mit der ganz großen Aufmerksamkeit muss jetzt Normann klar kommen", feixte der Münchner, der sich nach kurzem Empfang eilends mit seinen Eltern Lydia und Talib nach Hause verabschiedete.

Denn so sehr er das Bad im öffentlichen Interesse in den ersten Monaten danach auch genossen haben mochte - irgendwann hat es an dem 28-Jährigen zu zehren begonnen. Die vielen öffentlichen Auftritte, die Anfragen der Fans nach Autogrammen bis hin zur gemeinsamen Trainingsstunde. Nicht zu vergessen die ungeschriebene Pflicht, auf der nationalen und internationalen sportlichen Bühne Präsenz zu zeigen - satte drei Ironman-Wettbewerbe und zahllose kleine Wettkämpfe hat Al-Sultan in den vergangenen zwölf Monaten bestritten. Da änderte es auch nichts, dass er sich schon einen Monat vor dem Start im Trainingslager in San Diego abschottete. Dieses ungewohnt heftige Paket hat ihn müde gemacht.

Weshalb der Mann seinen noch schmerzenden Gliedern - "meine Oberschenkel braucht niemand anzulangen" - diesmal auch eine längere Pause gönnen will als bislang gewöhnt. Stieg er im vergangenen Jahr unmittelbar nach seinem Triumph auf Hawaii schon einmal in die Schwimmwettkämpfe für seinen Münchner Klub ein, so will er diesmal "wenigstens vier Wochen nichts machen", ehe er in die rund erneuerte Trainingsarbeit für die neue Saison einsteigt.

Mit Ausnahme von ein wenig Analysearbeit vielleicht, die zeigen soll, was ihm diesmal gegenüber Normann Stadler und seinem schärfsten Verfolger Chris McCormack fehlte. Wobei er die wesentlichen Antworten natürlich längst gefunden hat. Und es war nicht alleine das unerwartet kühle und regnerische Wetter, das den Liebhaber hoher Temperaturen von "bis zu 40, 50 Grad" beim erneuten Sprung nach ganz oben ausgebremst hatte.

Vor allem auf der Radstrecke war Faris Al-Sultan mit seiner Tretleistung merklich hinter vergangenen Wettbewerben wie etwa in Roth zurückgeblieben. Angesichts von rund elf Minuten Rückstand und Platz acht waren die beiden Spitzenreiter Stadler und McCormack schon vor dem abschließenden Marathon-Wettbewerb außer Reichweite geraten. Dass es trotzdem noch zum bemerkenswerten dritten Sprung aufs Podium in Folge reichte, das war "unter diesen Umständen das absolute Optimum". Auch wenn er den Ironman von Hawaii in jedem Fall als Gewinner beendet hätte.

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