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Die Jagd ist eröffnet

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- London - Im Urlaub bekam Michael Ballack einen Vorgeschmack auf das, was ihn beim FC Chelsea erwartet: Auf Sardinien, wo sich der Kapitän der Nationalmannschaft nach dem WM-Stress erholen wollte, wurde er von Paparazzi ausfindig gemacht. Die lichteten nicht nur ihn, sondern auch seine Kinder ab.

Ballack (geschätztes Jahresgehalt: knapp 15 Millionen Euro) ist zusammen mit dem neuen Vereinskollegen Andrej Schewtschenko der bestbezahlte Fußballer der Premier League - und das bedeutet, dass ihn die englische Boulevardpresse auch außerhalb des Platzes jagen wird.

Trotzdem freut sich der 29-Jährige auf die Herausforderung. "Klar, England ist Neuland für mich", sagt er. "Aber für mich ist es auch gut, nach der tollen WM eine neue Herausforderung zu suchen. Ich habe nach diesem Highlight jetzt nicht den Alltag beim FC Bayern, sondern eine neue Motivation." Die beginnt knapp 13 Flugstunden von München entfernt in Los Angeles, wo der Klub des russischen Milliardärs Roman Abramowitsch vor der neuen Saison sein Trainingslager aufschlagen wird.

Dort wird Ballack am Sonntag erstmals seine neuen Teamkollegen treffen. Am darauf folgenden Samstag soll er gegen ein All-Star-Team der US-Soccer-League sein Debüt feiern. Ernst wird es dann mit dem ersten Pflichtspiel am 20. August. Das Gedränge um einen Startplatz ist beim englischen Meister ungleich größer als bei Bayern: 17 Spieler waren in WM-Einsatz - so viele wie bei keinem anderen Klub der Welt. Und einer soll noch dazu kommen: Ashley Coles Wechsel vom FC Arsenal für 30 Millionen Euro scheint beschlossene Sache.

Im Mittelfeld ist der Konkurrenzkampf besonders groß: Ballack soll dort zusammen mit Frank Lampard, Claude Makelele und Michael Essien die Fäden ziehen. Der Deutsche ist zunächst gesetzt bei Trainer José´ Mourinho, der bereits während der WM in Kontakt mit seinem neuen Schützling stand: Vor und nach jedem K.o.-Spiel schickte der Portugiese Ballack eine SMS. Nach der dramatischen Halbfinal-Niederlage gegen Italien schrieb Mourinho, das deutsche Team könne stolz sein auf das Erreichte.

Mit seinen WM-Auftritten hat Ballack selbst die Skeptiker in England beeindruckt, die ihm Arroganz und einen schwierigen Charakter nachsagen. "Er humpelte in der Verlängerung des Viertelfinales gegen Argentinien mit Krämpfen über den Platz, aber schaffte es dann noch, einen perfekten Elfmeter abzufeuern", staunte Matt Barlow, Sportchef der Nachrichtenagentur PA. Das bewundern sie in England.

Mit dem neuen Duo Ballack/Schewtschenko will der FC Chelsea in dieser Saison unbedingt die Champions League gewinnen.

Gelingt das nicht, wird es ungemütlich für den "Klub der Millionäre". Ballack weiß, was ihn zukommt: "Ich muss mich durchbeißen und mich sicher mit Problemen auseinander setzen. Aber das ist doch das Schöne für mich als Spieler und als Mensch."

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