Jahn Regensburg muss Insolvenz anmelden

- Regensburg - Der hoch verschuldete Fußball-Regionalligist SSV Jahn Regensburg muss Insolvenz anmelden. Nach einer turbulenten außerordentlichen Mitgliedersammlung am Montagabend trat das Präsidium des Vereins zurück und wollte noch am Dienstag den Gang vor das Amtsgericht antreten. Die Mitgliederversammlung hatte der Führungsspitze zuvor die sofortige Entlastung verweigert.

"Wir sind geschockt und traurig über die Entwicklung", sagte der scheidende Vereinschef Richard Seidl der dpa. Jahn-Trainer Mario Basler will trotz der angespannten Situation seine Tätigkeit bei den Oberpfälzern fortsetzen und erwartet, dass der Spielbetrieb der Regensburger bis zum Saisonende Anfang Juni gesichert ist.<BR><BR>Für die laufende Spielzeit weist der Etat des Vereins eine Deckungslücke zwischen 500 000 und 750 000 Euro auf. Zudem fordert der Deutsche Fußball-Bund (DFB) vom Süd-Regionalligisten einen Liquiditätsnachweis von 900 000 Euro, bevor die Lizenz für die kommende Saison endgültig erteilt wird. Der Vorstand der Regensburger hatte sich in den vergangenen Wochen intensiv bemüht, die finanzielle Notlage zu lindern. So haftete das Präsidium persönlich für drei Millionen Euro Schulden. Eine Kapitalanleihe sollte mehrere Millionen Euro einbringen, der ehrgeizige Plan für die Finanzspritze wurde aber in der vergangenen Woche auf Eis gelegt.<BR><BR>Die Zukunft des Vereins ist laut Präsident Seidl ungewiss. "Ich gehe davon aus, dass es jetzt eine Auffanggesellschaft geben wird. Alles andere wäre reine Spekulation." Für die bittere Abstimmungsniederlage bei der Mitgliederversammlung, die die Krise des Clubs verschärft hatte, macht Seidl interne Grabenkämpfe verantwortlich. <BR><BR>"Es hat sich angedeutet, dass der ein oder andere Sponsor Gegenpositionen aufbaut." Um den SSV Jahn kurzfristig sanieren zu können, seien nun Stadt und Sponsoren gefordert. "Man darf die Leute nicht im Regen stehen lassen", sagte Seidl.<BR><BR>Trainer Basler zumindest will den in Not geratenen Verein nicht im Stich lassen. "Wir müssen alle zusammenhalten. Es geht noch um Punkte und ums Ansehen", sagte der 36-Jährige. Der Ex-Profi, der seit Saisonbeginn in Diensten der Regensburger steht, besitzt noch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2006. Zwar wisse er noch nicht, ob die sportliche Zukunft des Regionalligisten auch für die kommende Saison gesichert sei. An Gerüchten über seinen möglichen Wechsel zum NordRegionalligisten Fortuna Düsseldorf sei aber nichts dran. "Mir mir hat weder Düsseldorf noch ein anderer Verein gesprochen."

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