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Jansen-Ausfall verschärft Löws Abwehrprobleme

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- Berlin - Glamour, Promis und Premierenfieber - doch Joachim Löw holten vor der Erstaufführung des deutschen WM-Sommermärchens die Alltagssorgen in der EM-Qualifikation ein. Nach der Knieverletzung von Marcell Jansen gehen dem Bundestrainer die Abwehrspieler aus.

Dennoch verzichtete Löw vor den Länderspielen gegen Georgien und vier Tage später in der Slowakei auf die Nominierung eines Ersatzmannes für den Gladbacher Verteidiger. «Wir wollen noch den Verlauf der Woche abwarten», sagte Löw vor der Zusammenkunft seines noch 21-köpfigen Kaders zum großen Kinoabend in Berlin. «Für die wichtigere Partie in der Slowakei können wir, wenn notwendig, immer noch einen Spieler nachnominieren.»

Durch den Ausfall des zuletzt auf der linken Abwehrseite gesetzten Jansen, der nach einem Meniskuseinriss operiert werden und wochenlang pausieren muss, stehen Löw nur noch zwei der sieben WM-Verteidiger zur Verfügung. Neben den bewährten Arne Friedrich (45 Länderspiele) und Philipp Lahm (28) kann der Bundestrainer nur noch auf den Mainzer Manuel Friedrich (3 Einsätze), den Berliner Malik Fathi (1) sowie die Länderspielneulinge Alexander Madlung (VfL Wolfsburg) und den erstmals nominierten Bremer Clemens Fritz zurückgreifen.

Trotzdem beschwichtigte Löw. «Wir haben als Ersatz für Jansen nicht nur Fathi. Wir können auch Lahm wieder von rechts nach links ziehen. Und als Alternative gibt es auch noch Thomas Hitzlsperger», erläuterte der 46-Jährige. Der erwartete Debütanten-Ball beim Freundschaftsspiel gegen Georgien wird nun auch zum wichtigen Testlauf für die Defensive im Hinblick auf das Punktspiel in Bratislava gegen die Slowaken.

Vor Jansen musste Löw bereits die verletzten Innenverteidiger Christoph Metzelder und Jens Nowotny sowie den beim FC Middlesbrough ins Reserveteam verbannten Robert Huth aus seinen Planungen streichen. Zudem hatte er auf eine Rückkehr des gerade erst genesenen Per Mertesacker auf Bremer Wunsch verzichtet. Jansen hatte sich seine Knieblessur im Bundesliga-Spiel in Bremen zugezogen. «Natürlich bin ich etwas niedergeschlagen, ich hatte eigentlich nicht damit gerechnet, dass so etwas passiert ist. Aber jetzt muss ich halt sehen, dass ich so schnell wie möglich wieder spielen kann», sagte der 20-Jährige, der nach dem Wechsel von Lahm auf die rechte Seite bei den ersten drei Länderspielen unter Löw Stammkraft gewesen war.

Trotz seiner Verletzung wollte sich Jansen ebenso wie andere verletzte WM-Spieler die Kino-Premiere nicht entgehen lassen. Gemeinsam mit ihren Frauen schritten sie über den sonst Show-Größen vorbehaltenen Roten Teppich, um sich am Potsdamer Platz den seit Wochen diskutierten und intensiv beworbenen Dokumentarfilm von Regisseur Sönke Wortmann anzusehen. Der Streifen läuft am Donnerstag in ganz Deutschland an. Am Tag der Deutschen Einheit zählte auch Bundeskanzlerin Angela Merkel zu den Premieren-Gästen. Auch die Regierungschefin ist in dem Film während ihres Besuchs im WM-Quartier im Grunewald zu sehen.

Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann hatte den Film vorab auf DVD gesehen, die ihm Wortmann nach Kalifornien geschickt hatte. Per SMS übermittelte der Löw-Vorgänger dem Regisseur: «Ich bin begeistert.» Die Nationalspieler hatten dagegen bislang nur einen Rohschnitt gesehen. «Ich habe Gänsehaut bekommen. Sönke hat wirklich einen Riesen-Job gemacht. Wir Spieler mussten sehr viel lachen», sagte Bastian Schweinsteiger. «Dieser Film wird viele Menschen begeistern.»

Bei lustigen Szenen sei mächtig «geflachst» worden, berichtete auch Wortmann. Als aber die Bilder nach dem Halbfinal-Aus gegen Italien über die Leinwand flimmerten, wurde es auf einen Schlag «mucksmäuschenstill» im Saal, verriet Teammanager Oliver Bierhoff. «Das ist noch nicht verarbeitet», kommentierte Wortmann.

Wortmanns hautnahe Begleitung der Nationalmannschaft vor und während der WM war auch für die an Kameras gewöhnten Profis eine ganz neue Erfahrung. «Es ist ein Projekt, das es so noch nie gab. Wir haben Sönke Wortmann so nahe wie nur irgendwie möglich herangelassen. Wir haben ihn nicht mehr bemerkt», berichtete Löw.

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