+
Nick Heidfeld muss bei den Rennen zuschauen

Jeans statt Overall: Heidfeld nur Zuschauer

Jerez/Hamburg - Jeans statt Rennoverall, Zuschauen statt Gas geben: Nick Heidfeld muss sich an seine neue Rolle in der Formel 1 erst noch gewöhnen.

“Einerseits ist es natürlich schön, dabei zu sein und wieder zu Tests zu fliegen, andererseits ist es ungewohnt, dass das nicht als Einsatzfahrer der Fall ist“, sagte der neue Ersatzpilot des deutschen Mercedes-Rennstalls am Rande der Testfahrten im spanischen Jerez de la Frontera.

Fast schon schwärmend erzählte der immerhin 167-malige Grand-Prix- Starter, wie nah er nun am Erfolgsduo Michael Schumacher und Ross Brawn dran sei. Die Meetings mit dem Rekordweltmeister und dem Teamchef seien “super“ interessant. “Ich bin überzeugt, dass ich viel von einem siebenmaligen Weltmeister lernen kann“, sagte Heidfeld, der in seinen zehn Jahren als Stammpilot vergeblich auf einen Sieg wartete. Schumacher gelangen derer 91.

Der neue Silberpfeil

Bilder: Das ist der neue Silberpfeil

Bilder: Das ist der neue Silberpfeil

Und so muss sich der Mönchengladbacher mit der Reservistenrolle hinter Schumacher und Nico Rosberg im “deutschen Nationalteam“ der Formel 1 abfinden. “Es ist aber nicht meine Absicht, auf Dauer Ersatzfahrer zu sein“, betonte Heidfeld, der nach eigenen Angaben auch die Möglichkeit auf ein Stammcockpit für die kommende Saison “recht einfach“ gehabt hatte. Er hätte bei einigen Teams unterschreiben können, “aber meine Priorität war einfach, bei einem Top-Team unterzukommen“, erklärte Heidfeld und bereut das Vorgehen nicht.

Für den Platz bei Mercedes hatte er sogar einiges hintenan gestellt. Als dann am 23. Dezember die Rückkehr von Schumacher bestätigt wurde, blieb Heidfeld kaum eine Wahl. Nun ist “Quick Nick“ in Parkposition. Weitere Kilometer im Formel-1-Auto wird er in diesem Jahr jedenfalls kaum sammeln können. Es herrscht Testverbot in der Saison. Und bei den noch ausstehenden Probefahrten in der kommenden Woche erneut in Jerez de la Frontera und danach zum Monatsabschluss auf dem Grand-Prix-Kurs in Barcelona dürften Schumacher und Rosberg das weitere Feintuning am Silberpfeil vornehmen.

Also bleibt Heidfeld nichts anderes übrig, als beim PS-Großmeister Schumacher praktisch noch mal in eine zweite Lehre zu gehen. “Ich wäre dumm, wenn ich das nicht nutzen würde. Schumi hat eine Ausnahmestellung. Es ist schon allein interessant, zu beobachten, wie er die Dinge angeht“, meinte er.

dpa

Auch interessant

Kommentare