1. Startseite
  2. Sport
  3. Mehr Sport

Johansson schimpft: "G14 will Apartheid"

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null

- Budapest - Die Europäische Fußball-Union (Uefa) hat die Reformvorschläge der Interessengemeinschaft G14 zur Champions League hart attackiert. "Ich sehe es nicht gern, dass das, was wir aufgebaut haben, zerstört wird", schimpfte Uefa-Präsident Lennart Johansson gstern nach einer Exekutivsitzung in Budapest.

Die G14, in der 18 europäische Klubs zusammengeschlossen sind, strebt laut eines an die Öffentlichkeit lancierten Strategiepapiers ("Vision Europe") eine Champions League als geschlossene Liga ohne Auf- und Abstieg nach US-Vorbild an. Zudem setzt sie sich für die Wiedereinführung der vor knapp drei Jahren abgeschafften Zwischenrunde ein.

Großklubs streben eine "geschlossene Gesellschaft" an

"Was sie wollen, ist Apartheid. Sie wollen Oligarchie, wir Demokratie. Sie haben Angst vor Wettbewerb", erklärte Uefa-Kommunikationsdirektor William Gaillard. Der G14 gehe es nicht um die Weiterentwicklung des Fußballs, so Gaillard, sondern nur noch um die Wahrung ihrer Interessen. "Ohne Qualifikation ist das wie ein geschlossener Laden", kritisierte er. "Es geht ihnen nicht mehr um den Sport, sondern nur um Top-Entertainment wie beim American Football mit Cheerleader oder beim Wrestling." In der G14 sitzt auch Bayer Leverkusen, das momentan weit von der Champions League entfernt ist. "Da ist es kein Wunder, dass sie solche Privilegien haben wollen", so Gaillard.

"Ich bin total gegen diese Philosophie und sehr enttäuscht", erklärte Michael Platini. Das französische Exekutivmitglied hält das mit den G14-Vorschlägen verbundene Begehren nach mehr Geld für falsch: "Wir sollten lieber mehr Geld für Fußballplätze investieren und etwas für den Nachwuchs tun, als noch mehr den reichen Vereinen zu geben", sagte der Kandidat für die Nachfolge von Johansson. In der Saison 2004/2005 wurden an die 32 Champions-LeagueTeilnehmer 415 Millionen Euro ausgeschüttet.

Auf Ablehnung stößt bei der Uefa - aber auch bei vielen Vereinen - der Vorstoß, wieder eine zweite Gruppenphase anstelle des K.o.-Systems vom Achtelfinale an zu etablieren, um zusätzlich drei Spiele und mehr Einnahmen zu haben. "Wir haben gesehen, dass die damalige Zwischenrunde nicht attraktiv war und die Fernsehquoten in den Keller sackten", sagte Gaillard.

In der Uefa ist aber unabhängig vom G14-Vorstoß eine Diskussion über mögliche Modifikationen des Champions-League-Modus für 2009 bis 2012 im Gange. "Vielleicht gibt es eine weitere K.o.-Runde oder die Gruppen der ersten Runde werden aufgestockt", sagte Gaillard.

Auch interessant

Kommentare