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Kämpf fordert klare Signale

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- Gegen Ende des dritten Viertels hatte Georg Kämpf genug gesehen. Der Trainer der Basketballer des FC Bayern schickte am Sonntag Schritt für Schritt seine Nachwuchskräfte ins Rennen. Er konnte es sich getrost leisten, hatte seine Stammbesetzung in dieser Regionalligapartie gegen Rattelsdorf doch längst für klare Verhältnisse gesorgt. Und die Jugend wollte den Etablierten dann ja auch in nichts nachstehen und schaukelte souverän den glatten 98:70-Erfolg nach Hause.Der Coach war dem entsprechendzufrieden. "Wir haben nicht die Routiniers wie im letzten Jahr, die ein Spiel auch einmal alleine entscheiden können", urteilte Kämpf, "aber wir haben einen jungen und sehr breiten Kader, der mannschaftlich gegen jeden Gegner bestehen kann." Das mag ein wenig nach neuer Bescheidenheit klingen aus dem Lager eines Vereins, der noch im letzten Jahr die Regionalligakonkurrenz buchstäblich an die Wand gespielt hatte.

Doch der Eindruck täuscht. Was bei den Korbjägern von der Säbener Straße neu ist, das ist nicht das Ziel, sondern das Konzept. Man plant nicht mehr den schnellen Erfolg, Kämpf und Kollegen wollen "eine breite Basis an starken deutschen Spielern schaffen", um gerüstet zu sein, wenn sich wieder einmal die Chance zum Vorstoß in höhere sportliche Ebenen bietet. "Starke Amerikaner sind normalerweise leicht zu bekommen", sagte der Bayern-Coach, "starke Deutsche aber nicht."

Wie die Dinge stehen, könnte diese Chance schon sehr viel früher kommen als ursprünglich angenommen. Bereits im kommenden Jahr nämlich will die Basketball-Bundesliga das Ligensystem reformieren und unter dem Aushängeschild BBL anstelle der bisherigen Zweiten Bundesliga noch zwei weitere Profiligen installieren. Ein Zug, auf den der verhinderte Zweitligaaufsteiger des Vorjahres, das macht auch der Teamverantwortliche Thomas Oehler deutlich, gerne aufspringen würde. Schon allein, weil es bessere Perspektiven für den stetig stärker werdenden eigenen Nachwuchs rund um das so grandios gestartete klubeigene Nachwuchs-Bundesligateam zu schaffen gilt.

An der fehlenden sportlichen Qualifikation, davon ist Georg Kämpf überzeugt, wird es nicht scheitern. "Wenn der FC Bayern nur will", betonte der Coach, "dann kann er in jede Liga - und sei es über eine Wild Card." Und der Mann, der derzeit in der gesamten Abteilung das sportliche Konzept vorgibt, fordert vom Hauptverein zeitig klare Signale ein, ob man die Basketballer denn nun doch von der Leine zu lassen gedenke.

Was er ziemlich unmissverständlich auch mit seiner eigenen Zukunft verknüpft. "Der FC Bayern ist ein guter Arbeitgeber", sagte Kämpf, "aber wenn ich bis Januar keine klare Aussage habe, dann muss ich zumindest zweigleisig vorgehen." So wohl er sich mit seiner Familie an der Isar auch fühle, eine weitere Reise ins Ungewisse wie im vergangenen Mai, als er letztlich vor allem deshalb München treu blieb, weil es zum Zeitpunkt des Verzichts auf den Aufstieg schlicht zu spät war, um auf Jobsuche zu gehen, werde er nicht noch einmal mitmachen. Fürs Erste will er freilich noch auf Einsicht der Klubspitze hoffen. "Man muss doch auf Dauer anerkennen, dass man Leute, die mit so viel Herz bei der Sache sind wie die Basketballer, nicht auf Dauer ausbremsen kann."

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