ARD kämpft um die Sportschau

- Köln - Die ARD wird um die Samstag-Sportschau mit Bundesliga-Fußball kämpfen und erhält dabei Unterstützung von KarlHeinz Rummenigge. Der zuständige WDR in Köln bestätigte gestern das grundsätzliche Interesse an den TV-Rechten. Einen Kommentar zur Ausschreibung der Bundesliga-Rechte durch die Deutsche Fußball Liga (DFL) lehnte Sportschau-Chef Steffen Simon allerdings ab. Alle 35 Nachfrager haben sich verpflichtet, die Verhandlungen vertraulich zu behandeln. Die DFL hatte am Dienstag 233 Rechte-Pakete von der Saison 2006/07 an ausgeschrieben. Die Bieterfrist läuft bis zum 1. Dezember.

Bei zwei der sechs verschiedenen TV-Verwertungsmodelle (siehe Kästen unten) droht der Traditionssendung der ARD das Aus.

Sponsoring-Einnahmen des FC Bayern sind viermal so hoch wie TV-Einnahmen

Die Zusammenfassung im Free TV soll danach am Samstag erst um 22.00 Uhr laufen. Bisher berichtet das Erste samstags von 18.10 bis 19.40 Uhr über das Bundesliga-Geschehen. Bei den anderen vier Verwertungsmodellen der DFL liegt der Zeitrahmen für die Erstausstrahlung der Zusammenfassung im Free TV zwischen 18.30 und 20.15 Uhr.

Rummenigge sprach sich im Interview mit dem Magazin "Stern" für Bundesliga-Berichte im Free TV aus. Er gehe nicht davon aus, dass es in Zukunft keine Sportschau mehr gibt. "Wir brauchen sie vielleicht nicht mehr um 18.10 Uhr, nur sollte sie vor der ,Tagesschau’ beendet sein", sagte der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern. Wer sich Pay TV nicht leisten könne, dürfe nicht ausgegrenzt werden.

Zudem räumte Rummenigge ein Eigeninteresse an der "Sportschau" ein, die Woche für Woche bis zu sechs Millionen Zuschauer erreicht. Die Sponsoring-Einnahmen des FC Bayern seien derzeit noch vier Mal so hoch wie die TV-Einnahmen. Das gelte für viele Klubs der Bundesliga.

Rummenigge hatte vor Monaten 500 Millionen Euro pro Saison als Ziel bei den TV-Verhandlungen genannt. Die Mehreinnahmen - bisher kassiert die DFL 302 Millionen Euro - sollen hauptsächlich durch das Bezahlfernsehen (Pay TV) erzielt werden.

Eine Änderung, die die Position des Pay TV stärkt, gibt es in jedem Fall am Sonntag. Das DSF fasst bisher die beiden 17.30 Uhr-Begegnungen zwischen 19.00 und 20.15 Uhr zusammen. Von der nächsten Spielzeit an beginnen die Sonntag-Spiele bereits um 17.00 Uhr, und eine Zusammenfassung im Free TV ist in allen Modellen nicht vor 22.00 Uhr möglich.

Allerdings könnten in Zukunft auch mehr als zwei Bundesliga-Spiele pro Saison live im Free TV zu sehen sein. Nicht nur für ein Freitag-Spiel (20.30 Uhr) und das so genannte "Match of the Day" am Samstag (18.30 Uhr) sind in den Paketen Live-Rechte ausgeschrieben. "Alles ist möglich", betonte DFL-Verhandlungsführer Christian Seifert.

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