1. Startseite
  2. Sport
  3. Mehr Sport

Zehnkampf vor dem Showdown: Kaul greift nach Gold - Drama um Mayer

Erstellt:

Von: Nico-Marius Schmitz

Kommentare

Schrie die Freude heraus: Zehnkämpfer Kaul. dpa
Schrie die Freude heraus: Zehnkämpfer Kaul. dpa © ANDREJ ISAKOVIC

Niklas Kaul greift beim zweiten Tag im Zehnkampf nach einer Medaille. Der deutsche Zehnkämpfer überzeugt. Auch stark: Der Schweizer Ehammer.

München – Niklas Kaul ließ sich vom Olympiastadion beflügeln. Von Wettbewerb zu Wettbewerb interagierte der Zehnkämpfer mehr mit den Zuschauern, ballte die Fäuste, schrie seine Freude raus. Kaul liegt nach dem ersten Tag auf Goldkurs.

Begünstigt auch durch das Ausscheiden von Kevin Mayer. Der wusste am Vormittag gleich, dass es nicht mehr weiter geht. Der Weltrekordhalter im Zehnkampf saß nach dem 100-m-Sprint auf der Tartanbahn des Olympiastadions und zog seine Schuhe aus. Wenig später applaudierte Mayer in Richtung der Fans, er verabschiedete sich vorzeitig. „Ich habe alles getan, um wieder wettbewerbsfähig zu sein“, sagte der Franzose. Nun die bittere Erkenntnis, es reicht noch nicht: „Wir sehen uns nächstes Jahr.“

Das Aus von Topfavorit Mayer – und ein Deutscher gewinnt? Das hat Tradition. 2018 siegte Arthur Abele, der aktuell im Olympiastadion seinen letzten Zehnkampf bestreitet, bei der Europameisterschaft. 2019 krönte sich Kaul in Doha zum jüngsten Weltmeister.

Ihm liegt der erste Zehnkampf-Tag: Ehammer epa
Ihm liegt der erste Zehnkampf-Tag: Ehammer epa © CHRISTIAN BRUNA

Der 24-Jährige startete gestern stark in den Wettkampf, stellte über die 100 m mit 11,16 Sekunden eine persönliche Bestzeit auf. „Ein bisschen ärgere ich mich schon“, sagte er, kam dann aber doch zu dem Entschluss: „Persönliche Bestzeit ist okay.“ Kaul legte mit 7,10 Metern im Weitsprung nach.

Dort, an der Weitsprunggrube, wurde es jedes Mal laut, sobald Simon Ehammer Anlauf nahm. Der Schweizer gewann in der Einzeldisziplin Bronze bei der WM in Eugene, stellte mit 8,45 Metern einen neuen Weitsprung-Weltrekord im Zehnkampf auf. In München standen am Ende 8,31 – über die 100 m überzeugte er ebenfalls mit 10,56 Sekunden. In der Mixed Zone nach der Vormittagseinheit hatte der 22-Jährige auch eine klare Meinung zu Mayer. Es sei „ein bisschen unfair“ und „nicht ganz korrekt“, dass der Franzose nicht fit anreist und somit anderen den Startplatz wegnimmt.

Kaul ließ im Stadion Taten sprechen, 14,90 im Kugelstoßen – Saisonbestleistung. Im Hochsprung strauchelte er erstmals nach 2,02 Metern – verkraftbar. Den Abschluss bildete der 400-Meter-Lauf, der Mainzer kam nach 47,84 Sekunden ins Ziel – persönliche Bestleistung.

Den Tag dominierte Ehammer, der als Führender in die entscheidenden Wettbewerbe startet. „Die Stimmung hier ist echt genial, die Fans machen sehr viel Spaß“, sagte er. Wird Kaul zum Spaßverderber? Bei den Wurfdisziplinen und auch im finalen 1500-Meter-Lauf ist der Deutsche deutlich besser. Läuft alles nach Plan, kann München über Gold jubeln.    nms

Auch interessant

Kommentare