"Kein leichter Weg - aber machbar"

- Montreux - Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ist bei der Auslosung für die Qualifikation zur Europameisterschaft 2008 mit einem blauen Auge davon gekommen. "Das ist eine gute Gruppe mit ernsthaften Gegnern", kommentierte Bundestrainer Jürgen Klinsmann die Auslosung, die dem dreimaligen Europameister unangenehme, jedoch durchaus lösbare Aufgaben bescherte.

"Es wird kein leichter Weg, aber es ist machbar", so Klinsmann weiter. Das DFB-Team trifft in der Gruppe D auf San Marino, Zypern, Wales, Irland, die Slowakei und Tschechien, das die DFB-Auswahl bei der vergangenen EM in Portugal durch ein 2:1 im letzten Gruppenspiel vorzeitig nach Hause geschickt hatte.´

"Ich bin zufrieden. Mit Tschechien und Irland haben wir zwar schwierige Gegner und auch Wales ist nicht zu unterschätzen. Aber es hätte schlimmer kommen können, wenn man die Hammergruppe B sieht. Und auch reisetechnisch haben wir Glück gehabt, wenn man zum Beispiel die Gruppe A betrachtet", ergänzte Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff nach der durch die Ex-Bundesligaprofis Stephane Chapuisat und Andreas Herzog vorgenommenen Auslosung.

Der EM-Held von 1996 hatte nach dem letzten Los ebenso wie Klinsmann und dessen Assistent Joachim Löw in der neunten Reihe des Auditorium Strawinski im Kongress-Center von Montreux erleichtert aufgeatmet.

Klinsmann gab aber zu bedenken: "Die Spiele gegen Wales und Irland werden richtige Fights, Tschechien ist ein besonderes Kaliber, und gegen die Slowakei haben wir vor kurzem unangenehme Erfahrungen gemacht." In der Slowakei hatte die DFB-Auswahl im vergangenen September eine peinliche 0:2-Niederlage kassiert. Zweifacher Torschütze war der Wolfsburger Miroslav Karhan.

"Das wird uns nicht noch mal passieren", prognostizierte aber Bierhoff, der sich trotz der EM-Pleite in Portugal die Tschechen als Gruppengegner gewünscht hatte. "Gegen die habe ich 1996 im EM-Finale in London das Golden Goal erzielt. Ich hoffe, dass unsere Glücksserie gegen die Tschechen anhält", meinte der frühere DFB-Kapitän, der auch noch positive Erinnerungen an Wales hatte: "Damals hat uns Thomas Häßler in letzter Sekunde zur WM geschossen, dann sind wir Italien Weltmeister geworden. Das ist doch ein gutes Omen."

Dass Deutschland seit Mai 2002 nicht gegen Tschechien, Wales, Irland und die Slowakei gewinnen konnte, ist trotz allem Optimismus auch DFB-Kapitän Michael Ballack bewusst: "So ganz ohne ist diese Auslosung nicht, wir werden einige schwierige Spiele zu bestreiten haben. Die Entscheidung, glaube ich, wird auf der Insel fallen: Wenn wir die beiden Trips nach Irland und in Wales gut überstehen, dann sollten wir es auch schaffen."

Klinsmann, der die Zeremonie im schicken blauen Anzug verfolgt hatte und der wohl nur bei einer erfolgreichen WM seinen Vertrag als Bundestrainer verlängern wird, stellte in Montreux aber klar: "Das war heute eine organisatorische Pflichtübung. Unser volle Konzentration gilt der WM."

Rehhagel mit den Griechen wieder gegen die Türkei

Die Auslosung in Montreux hatte vor allem Georgiens neuem Trainer Klaus Toppmöller Schweißperlen auf die Stirn getrieben. Der ehemalige Bundesliga-Coach trifft mit seinem Team in der extrem schweren Gruppe B unter anderem auf Schottland, die Ukraine, Italien und Frankreich.

Derweil bekommt es Titelverteidiger Griechenland mit seinem deutschen Trainer Otto Rehhagel ebenso wie in der WM-Qualifikation, in der die Hellenen die WM-Endrunde verpasst hatten, in der Gruppe C wieder mit der Türkei zu tun. "Wir sind zufrieden. Die Aufgabe ist machbar", meinte Rehhagel.

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