Klaschka nimmt Fahrt auf

- Am Ende wäre es gestern fast noch einmal kritisch geworden. Wie zuvor schon zweimal bei diesen MLP TennisBase Open musste Sabine Klaschka auch im Finale in einen dritten Satz gehen. Doch auch bei diesem letzten Showdown vor heimischem Publikum gegen die Französin Julie Coin rief die Münchnerin ihre beste Leistung genau dann ab, als es am wichtigsten war. Und tat letztlich das, was auch Tobias Summerer als topgesetztem Spieler der Männerkonkurrenz per 6:3, 6:4-Finalsieg über Andreas Beck gelungen war: Sie angelte sich noch vergleichsweise sicher mit 7:6, 4:6 und 6:3 den Turniersieg. Was ihr neben der Siegprämie von 1600 US-Dollar und einem Sachpreis ganz nebenbei auch noch eine wertvolle Erkenntnis einbrachte: " Langsam aber sicher kommt meine Form zurück."

Auf einen Satz wie diesen hatte sie lange warten müssen. Mehr als zwei Monate nämlich, die Klaschka mehr in ärztlicher Behandlung denn auf dem Tennisplatz verbrachte. Weil sich die 25-Jährige erst eine Grippe und dann noch eine schmerzhafte Sehnenentzündung im Knie einfing. Und auch wenn sich beides als nicht ganz so schlimm entpuppte wie zuvor erwartet, so haben die beiden Handicaps sie doch zurückgeworfen: "Die Kondition ist sofort weg."

Sabine Klaschka hat das kürzlich noch einmal zu spüren bekommen. Bei den Australian Open musste sie in der Qualifikation gegen die Kanadierin Aleksandra Wozniak die Segel streichen und musste gleich nach einem Auftritt wieder die Heimreise antreten. So wurde aus Melbourne Oberhaching, per Wildcard ließ sich die aktuelle Nummer 142 der Welt noch ins Teilnehmerfeld des Future-Turniers vor den Toren Münchens aufnehmen. Den Veranstaltern konnte es nur recht sein, bekamen sie doch unverhofft noch eine echte Attraktion für das Turnier, in dem sonst vornehmlich Spielerinnen aus den Regionen jenseits von Platz 300 der Weltrangliste ihre Künste zeigen.

Und auch für Klaschka selbst war der Heimauftritt keineswegs eine unangenehme Angelegenheit. Auch wenn die Grundlinienspezialistin auf dem schnellen Teppich in Oberhaching so manch schwere Stunde zu verleben hatte. Wie gleich in Runde eins, als sie gegen die Tschechin Veronika Raimrova bei einem 1:4-Rückstand im Entscheidungssatz dicht vor dem schnellen Aus stand. Einerlei, "es ist immer schön, vor Bekannten zu spielen und im eigenen Bett schlafen zu können", sagte sie, "und mir kann jedes Match mehr momentan nur recht sein."

Zumal die Frau in Diensten des Zweitligisten aus Augsburg, die im vorvergangenen Sommer noch für Iphitos München auf die Jagd nach Bundesligapunkten gegangen war, schon bald wieder höhere Aufgaben ins Visier nehmen will. Nach einer Trainingswoche im Leistungszentrum Stuttgart steht beispielsweise ein 75 000-Dollar-Turnier in Italien für sie auf dem Programm. Und spätestens da will Sabine Klaschka wieder ihr wahres Gesicht zeigen. Ganz egal wie kritisch es zwischenzeitlich auch werden mag.

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