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Die Kollision im Kopf

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- Sao Paulo - Michael Schumacher redet seine Chancen auf den WM-Titel herunter. Mit zehn Punkten Rückstand kann er ja nur dann Weltmeister werden, wenn er gewinnt und gleichzeitig Fernando Alonso im Rennen ohne Punkte bleibt. Schumacher kann es also locker angehen, weil er nichts mehr zu verlieren hat. Fernando Alonso dagegen kann alles verlieren. Er muss nur einen Punkt holen, aber auf dem Weg zu diesem Punkt kann vieles passieren.

Michael Schumacher war in Suzuka 2003 in einer ähnlichen Situation. Ihm fehlte ein Punkt, um Weltmeister zu werden. "Manchmal ist es aber schwieriger als man denkt, den Punkt zu ergattern", erinnert sich Schumacher, "zum einen stand ich in der Startaufstellung nicht so weit oben, wie ich es gerne gehabt hätte. Und dann hatte ich auch eine Kollision im Rennen. Den einen Punkt habe ich nur mit viel Mühe geschafft."

Williams-Pilot Nico Rosberg ist sich sicher, dass die WM noch lange nicht gelaufen ist. "Ich würde die Chance auf 3:10 setzen, dass Schumacher es noch schafft. Auf jeden Fall höher, als alle denken", sagte Rosberg, "denn Schumacher hat beste Chancen, hier zu gewinnen. Er hat das beste Paket aus Auto und Fahrer. Und das, was in Japan passiert ist, kann hier wieder schnell andersrum stattfinden."

In der Pressekonferenz in Sao Paulo bekommt Alonso solche Horrorszenarien nicht serviert. Die brasilianischen Journalisten stellen Alonso statt dessen Fragen, als wäre er schon Weltmeister. Ob Brasilien für ihn schon ein besonderer Ort geworden sei, will eine wissen. "Das wird er sein, wenn ich Sonntag den Titel gewinne, weil ich hier dann zwei Titel gewonnen habe", sagt er, "aber sollte ich verlieren, dann wird Brasilien eine besonders schlechte Erinnerung bleiben, weil man es kaum vergessen kann, wenn man vor dem letzten Rennen mit zehn Punkten führt und dann doch nicht Weltmeister wird."

Alonso spürt den Druck. "Er ist immer da, wenn man die Chance hat, den Titel zu gewinnen", sagt er, "letztes Jahr hatte ich drei Möglichkeiten dazu: Brasilien, Japan und China. Diesmal nur diese eine Chance. Aber ich bin bereit für diesen Kampf und bin auch dank des Resultats in Japan in einer guten Position."

Alonso gibt zu, dass er selbst das Training vor Brasilien mit besonderer Vorsicht angegangen ist. "Es war schon schwer, auf das Mountain-Bike zu steigen und normal zu trainieren, weil ich gleichzeitig sehr vorsichtig sein musste, um mich nicht zu verletzen."

Dasselbe gilt auch für das Rennen am Sonntag. Alonso muss ein normales Rennen abspulen, ohne in Unfälle zu geraten, die ihn mit ziemlicher Sicherheit den Titel kosten würden.

Er sagt, dass er keine schmutzigen Tricks im Rennen erwartet. Aber gleichzeitig ist es, als hätten auch die vielen Strafen in diesem Jahr Spuren der Unsicherheit bei Alonso hinterlassen. "Was die Meisterschaft, den Sport und alles betrifft, hatte ich mit Sicherheit ein besseres Gefühl letztes Jahr", sagt er.

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