1. Startseite
  2. Sport
  3. Mehr Sport

DFB und DFL laden zum Krisen-Gipfel

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

- Frankfurt/Main - Der deutsche Fußball sorgt sich um seinen Ruf. Aufgeschreckt durch die jüngsten Ausschreitungen in deutschen Stadien haben der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die Deutsche Fußball Liga (DFL) für diesen Dienstag zu einem "Grundsatzgespräch" über die gravierenden Vorfälle des Wochenendes in die Frankfurter DFB-Zentrale geladen.

DFB-Präsident Theo Zwanziger und Liga-Präsident Werner Hackmann haben den Gipfel zur Chefsache erklärt.

Auf Initiative Zwanzigers wurden am Wochenende ausführliche Berichte über die Vorfälle in Berlin (Hertha BSC II - Dynamo Dresden), Augsburg (FC - TSV 1860) und Pforzheim (1. FC - SVW Mannheim) angefordert. "Wir werden darüber diskutieren, wie wir der Sache von unserer Seite aus Einhalt gebieten können", meinte der DFB-Präsident.

Am Montagabend leitete der DFB-Kontrollausschuss ein Ermittlungsverfahren gegen den Nord-Regionalligisten Dynamo Dresden ein. Nach den schweren Ausschreitungen von Dresdner Anhängern am Freitag in Berlin wurde der Klub zu einer zeitnahen schriftlichen Stellungnahme aufgefordert. Wie der DFB mitteilte, wird "im Anschluss daran über den weiteren Fortgang des Verfahrens" entschieden.

Zuvor hatte der DFB darauf hingewiesen, dass er unabhängig von den jüngsten Vorfällen bereits Anfang Oktober beschlossen habe, alle deutschen Fan-Gruppen zu einem Kongress Ende Januar/Anfang Februar 2007 einzuladen. Dies hatte der DFB-Sicherheitsbeauftragte Alfred Sengle am 13. Oktober in Berlin bei der Vorstellung einer Studie des Fan-Forschers Gunter A. Pilz über Rassismus in deutschen Stadien angekündigt.

Für die Zentrale Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) in Düsseldorf sind die jüngsten Krawalle keine außergewöhnliche Erscheinung und auch keine Trendwende. "Was sich am letzten Wochenende ereignet hat, ist bedauerlich, aber nicht neu. Die uns vorliegenden Zahlen von Vorfällen dieser Art zeigen, dass die Situation seit fünf, sechs Jahren so ist", sagte ZIS-Leiter Michael Endler. Vielmehr habe die Öffentlichkeit dies nicht so wahrgenommen. "Da gibt es einen Nachholbedarf."

Auch interessant

Kommentare