Marcel Kittel gibt nach seinem Sturz bei der 17. Etappe der Tour de France auf. Foto: David Stockman
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Marcel Kittel gibt nach seinem Sturz bei der 17. Etappe der Tour de France auf. Foto: David Stockman
Der Slowene Primoz Roglic passiert glücklich die Ziellinie der 17. Etappe. Foto: Peter dejong
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Der Slowene Primoz Roglic passiert glücklich die Ziellinie der 17. Etappe. Foto: Peter dejong
Der französische Präsident Emmanuel Macron (r) beglückwünscht Chris Froome (l) als Führenden in der Gesamtwertung. Foto: Christophe Ena
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Der französische Präsident Emmanuel Macron (r) beglückwünscht Chris Froome (l) als Führenden in der Gesamtwertung. Foto: Christophe Ena
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron winkt bei einem Tour-Besuch aus dem Fond eines Begleitfahrzeugs. Foto: Jeff Pachoud
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Frankreichs Präsident Emmanuel Macron winkt bei einem Tour-Besuch aus dem Fond eines Begleitfahrzeugs. Foto: Jeff Pachoud
Spitzenreiter Chris Froome behauptet bei der 17. Etappe seine Position. Foto: Christophe Ena
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Spitzenreiter Chris Froome behauptet bei der 17. Etappe seine Position. Foto: Christophe Ena

Froome wehrt alle Attacken ab

Tour-Held Kittel muss aufgeben - Roglic mit Alpen-Coup

Die so traumhaft verlaufene 104. Tour de France ist für Marcel Kittel schmerzhaft beendet. Nach einem Sturz muss der fünfmalige Etappensieger aufgeben. Die erste Alpen-Etappe gewinnt Ex-Skispringer Roglic, Spitzenreiter Froome wehrt alle Attacken ab.

Serre Chevalier (dpa) - Marcel Kittel nahm im Traininganzug vor seinem Teamhotel Club Med in La-Salle-les-Alpes mit dünner Stimme Abschied von der Tour de France. "Das ist eine riesige Enttäuschung für mich. Ich bin total im Eimer", sagte Kittel nach seinem bitteren Sturz-Aus auf der 17. Etappe.

"Ich wollte im Grünen Trikot nicht aufgeben. Ich hatte den Ehrgeiz und die Motivation, durch den Tag zu kommen. Irgendwann hat mich aber die Realität eingeholt. Ich war am Croix de la Fer 18 Minuten hinter dem Feld", fügte der Supersprinter hinzu.

Nach einem Crash zu Beginn der Etappe war für den fünfmaligen Etappensieger, der in Frankreich bereits als "Le Kaiser" gefeiert wurde, die atemberaubende Reise durch Frankreich am Mittwoch beendet - und der große Traum vom Grünen Trikot in Paris geplatzt. Gravierende Verletzungen habe er sich nicht zu gezogen, bestätigte Kittel: "Ich bin soweit okay, habe eine Schwellung." In den letzten Tagen sei er aber bereits gesundheitlich angeschlagen gewesen, der Sturz habe ein paar weitere Formpunkte ausgemacht.

Der 29-Jährige vom Quick-Step-Team war am Mittwoch bereits nach wenigen Kilometern in einen Sturz mit mehreren Fahrern verwickelt worden. Kittel fiel auf die rechte Seite, blutete an Knie, Ellbogen und Schulter und musste am medizinischen Begleitfahrzeug behandelt werden. Als die ersten Alpen-Etappe mit dem Überraschungs-Coup von Ex-Skispringer Primoz Roglic zu Ende ging, war er bereits im Hotel.

So schüttelte Staatspräsident Emmanuel Marcron dem souveränen Tour-Patron Chris Froome die Hand und sprach dem französischen Hoffnungsträger Romain Bardet Mut zu - nur den großen Star der ersten beiden Wochen bekam der junge Staatschef in Serre Chevalier nicht mehr zu Gesicht. Trotzdem blickte Kittel zufrieden auf die zurückliegende Tour. "Ich habe fünf Etappen gewonnen. Es wäre falsch, mit einem schlechten Gefühl nach Hause zu fahren", betonte der Quick-Step-Profi.

Tagessieger Roglic war indes zu seinem größten Coup gefahren. Der ehemalige Skispringer, der früh mit dem spanischen Altstar Alberto Contador und weiteren Fahrern ausgerissen war, siegte mit 1:13 Minuten Vorsprung. Am 2642 Meter hohen Col du Galibier hatte sich der starke Zeitfahrer schließlich abgesetzt und sich von den Favoriten nicht mehr einholen lassen. Eine kuriose Karriere hat Roglic hinter sich, 2007 war er noch Mannschafts-Weltmeister im Skispringen, ehe er zum Radsport wechselte. "Ich bin froh, dass ich damals die Entscheidung getroffen habe. Der Sieg heute war völlig verrückt", sagte der 27-Jährige.

Hinter Roglic ging der Schlagabtausch der Favoriten in die heiße Phase. Macron bekam bei seiner ersten Stippvisite auf der 183 Kilometer langen 17. Etappe von La Mure nach Serre Chevalier zwar keinen Heimsieg, aber einen starken Lokalmatador Bardet zu sehen. Der Vorjahreszweite attackierte beim Anstieg zum Galibier mehrmals den britischen Spitzenreiter Froome. Der dreimalige Tour-Champion hatte aber stets eine Antwort parat und verteidigte sein Gelbes Trikot erfolgreich. Bei der Kletterpartie wurde sogar der bisherige Zweite Fabio Aru aus Italien abgehängt. Damit liegt Froome, der als Tagesdritter noch vier Sekunden Zeitgutschrift sammelte, nun 27 Sekunden vor den zeitgleichen Rigoberto Uran aus Kolumbien und Bardet.

"Das ist eine große Ehre, vom Präsidenten beglückwünscht zu werden", sagte Froome und fährt mit Zuversicht seinem vierten Triumph entgegen: "Ich fühle mich viel besser als in den Pyrenäen. Das wird am Donnerstag der letzte schwere Tag bei dieser Tour." Bei der Bergankunft am Col d'Izoard bleibt den Rivalen nur noch eine realistische Chance, den Briten bei der Tour zu entthronen.

Für Kittel gibt es keine Krönung: Der beste Sprinter der Tour 2017 verlässt das Peloton. Mit fünf Etappensiegen hatte er deutsche Rekorde purzeln lassen und Uralt-Bestmarken von Eddy Merckx ins Wanken gebracht. Und in diesem Jahr war die Chance auf das erste Grüne Trikot eines deutschen Radprofis seit Erik Zabel 2001 zum Greifen nah - zumal der ausgeschlossene Seriensieger Peter Sagan nicht mehr im Feld war. Mit einem Vorsprung von 29 Punkten auf den Australier Michael Matthews war Kittel auf die fünftletzte Etappe gegangen. Der Australier eroberte nun kampflos Grün.

Bester Deutscher war am Mittwoch erneut Emanuel Buchmann, der auf den 15. Platz in der Gesamtwertung kletterte. Im Kampf um das Weiße Trikot des besten Nachwuchsprofis dürfte er aber chancenlos sein.

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