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Markus Merk einziger deutscher WM-Schiedsrichter

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- Zürich/Frankfurt/Main (dpa) - Deutschland wird bei der Fußball-Weltmeisterschaft im eigenen Land nur mit einem Schiedsrichter vertreten sein. Markus Merk aus Kaiserslautern ist der einzige Deutsche unter den 23 Referees aus 23 Nationen.

Diese wurden am 31. März von der Schiedsrichter-Kommission des Weltverbandes FIFA für die Leitung der insgesamt 64 WM-Spiele nominiert. Für den 44-Jährigen ist es die zweite WM-Teilnahme nach 2002 in Japan und Südkorea. Der zweite deutsche Kandidat, Herbert Fandel aus Kyllburg (Eifel), fiel durchs Auswahlsieb der 44 Anwärter.

«Das ist sicher ein bitterer Moment. Aber wenn man solange dabei ist, lernt man mit solchen Dingen umzugehen. Das wird mich nicht aus der Bahn werfen. Mein Leben hängt nicht an einem WM-Faden. Ich werde das abhaken und während der WM Urlaub mit meiner Familie machen», sagte Fandel der dpa. Der 42-jährige Leiter einer Musikschule wurde Opfer der FIFA-Entscheidung, keine Doppel-Nominierungen vorzunehmen. Bei der WM 1974 in Deutschland waren mit Rudi Glöckner (Markranstädt), Kurt Tschenscher (Mannheim), Gerhard Schulenburg (Hamburg) und Hans Joachim Weyland (Oberhausen) gleich vier deutsche Referees im Einsatz.

Volker Roth, der Vorsitzende der Schiedsrichterkommission des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und der UEFA, meinte über das Auswahlverfahren: «Die Beschränkung auf 23 Schiedsrichter finde ich schon in Ordnung, denn 36 in Japan und Südkorea waren eindeutig zu viel. Ich freue mich für Markus Merk, finde es aber schade, dass mit Herbert Fandel einer der besten europäischen Schiedsrichter nicht nominiert wurde.» FIFA-Präsident Joseph Blatter sagte: «Das 33. WM-Team, die 23 Spielleiter, sind gegenwärtig die besten Unparteiischen der Welt. Das ist auch notwendig. Schließlich fällt ihnen bei diesem Turnier eine Schlüsselfunktion zu, denn es werden sehr hohe Anforderungen an sie gestellt.»

Bei der Reduzierung von 44 auf 23 stützte sich die FIFA-Schiedsrichter-Kommission auf die Leistungen der 44 Kandidaten bei FIFA-Turnieren, kontinentalen Wettbewerben und in den nationalen Ligen in den vergangenen 18 Monaten. Gewichtet wurden auch zwei Lehrgänge mit medizinischen Vorsorgeuntersuchungen, Fitness-Check und psychologischen Tests.

Bei der WM in Deutschland werden erstmals ausschließlich Schiedsrichtergespanne aus dem gleichen Land oder zumindest der gleichen FIFA-Konföderation eingesetzt. Eingespielte Team reagierten schneller und besser, was zur Steigerung der Qualität der Schiedsrichterleistungen beitrage, so die FIFA-Auffassung. Welche Assistenten die nominierten Schiedsrichter zur WM begleiten wird, entscheidet sich nach deren Lehrgang vom 18. bis 21. April in Neu-Isenburg. Bis dahin müssen auch die nominierten Referees noch um ihre WM-Teilnahme zittern. Denn jeder der ausgewählten Schiedsrichter schickt drei Assistenten zum Lehrgang, zwei davon müssen die FIFA- Kriterien erfüllen. Ansonsten bleibt das gesamte Gespann zu Hause.

Das würde auch für Merk gelten. Für den fünfmaligen DFB- «Schiedsrichter des Jahres» ist die erwartete WM-Nominierung ein weiteres Highlight seiner Weltkarriere mit 130 internationalen Begegnungen, darunter 46 A-Länderspiele und 75 Spiele europäischer Clubwettbewerbe. Bisherige Höhepunkte in der Laufbahn des Bundesliga-Rekordhalters (287 Spiele) waren die Leitung des EM-Finales 2004, Griechenland - Portugal und des Champions-League-Endspiels 2003, Juventus Turin - AC Mailand.

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