Meisterschaft: Experten setzen auf FC Bayern

- Düsseldorf - Wenn es nach den Prognosen der Experten geht, dann ist dem FC Bayern München der Gewinn der 20. deutschen FußballMeisterschaft nicht mehr zu nehmen. Doch einen Durchmarsch des Rekordchampions ohne Gegenwehr der Konkurrenz schließt DFB-Chef Theo Zwanziger aus: "Die Bayern werden noch Rückschläge erleiden", glaubt er. Doch am Schluss, werde der Herbstmeister doch wieder ganz vorne stehen.

Die am höchsten gehandelten Bayern-Jäger kommen aus Hamburg und Bremen. Beim Tabellen-Zweiten Hamburger SV will sich Trainer Thomas Doll mit der Meisterfrage "gar nicht beschäftigen. Zur Jagd auf Bayern München blasen wir nicht." Bei Werder Bremen dagegen will man nicht klein beigeben: "Es ist zu früh, den Bayern zu gratulieren", sagte Chefcoach Thomas Schaaf. Werders Sportdirektor Klaus Allofs bezweifelt, dass den Roten aus München die Wiederholung der TopHinrunden-Bilanz gelingt: 14 Bayern-Siege stehen zu Buche. Nur beim 0:2 in Hamburg, 1:1 "auf Schalke" und 0:0 in Stuttgart wurden Punkte gelassen.

Hoeneß stapelt tief

Das überzeugte so, dass Doll sich mit dem neuen Wolfsburger Coach Klaus Augenthaler und Dortmunds Cheftrainer Bert van Marwijk einig ist: "Die Bayern sind nicht mehr aufzuhalten." Ausgerechnet der Top-Favorit selbst schränkt das ein. "Werder Bremen und der HSV sind zwei Ernst zu nehmende Gegner", behauptet Bayern-Manager Uli Hoeneß und hofft darauf, dass die Liga bis zum Finale am 13. Mai spannend bleibt. Bayern-Keeper Oliver Kahn widerspricht indirekt. Die Kunst sei es, sich ein weiteres halbes Jahr am Leistungslimit zu bewegen: "Schaffen wir das, holt uns keiner mehr ein."

Doch die erste Phase nach der Winterpause hat es für die Bayern durchaus in sich. Zum Rückrunden-Auftakt müssen sie am Freitag das ewig reizvolle Duell in Mönchengladbach bestreiten, dann kommt Leverkusen (4. Februar), und auch die Aufgaben in Berlin (7. Februar) und im bayerisch-fränkischen Derby gegen Nürnberg (11. Februar) sind nicht zu unterschätzen. "Die ersten drei, vier Spiele werden es zeigen", sagt Bayer Leverkusens Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser.

Ein Fingerzeig: Das Spiel gegen den AC Milan am 21. Februar

Bayer-Sportchef Rudi Völler glaubt an eine Chance der Verfolger, wenn die Münchner in der Champions League weit kommen. "Sollten sie aber früher ausscheiden, werden sie sich nur auf die Meisterschaft konzentrieren. Dann wird es schwer." Den ersten Fingerzeig wird es am 21. Februar geben, wenn der AC Mailand zum Achtelfinal-Hinspiel der europäischen Meisterliga bei den Bayern aufläuft.

Trotz des Acht-Punkte-Rückstands in der Bundesliga nimmt der Tabellen-Dritte Bremen augenscheinlich die Rolle des aussichtsreichsten Kandidaten ein. Holzhäuser bezeichnete Werder pauschal als "sehr stark", Jürgen Klopp vom FSV Mainz 05 sagte, Bremen sei "immer ein Ernst zu nehmender Konkurrent". Thomas von Heesen von Arminia Bielefeld hält deshalb viel von der SchaafMannschaft, "weil sie in Titelkämpfen unheimlich viel Erfahrung hat". Hanspeter Latour, neuer Chefcoach in Köln ergänzt: "Wenn Bremen einen richtigen Lauf bekommt, dann wird es für die Bayern gefährlich."

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