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Nick Heidfeld hat einen neuen Job

Mercedes verpflichtet Heidfeld als Testfahrer

Valencia - Das deutsche Nationalteam in der Formel 1 ist komplett: Nick Heidfeld ist neuer Ersatzfahrer bei Mercedes Grand Prix.

“Natürlich wäre mir ein Platz als aktiver Fahrer lieber gewesen, aber ich bin stolz, zum Silberpfeil-Team zu gehören“, teilte Heidfeld am Donnerstag in einer Presseerklärung mit. Am Tag der lange schon erwarteten Bekanntgabe bremste Motorsportchef Norbert Haug indes die Erwartungen an die beiden Stammpiloten Michael Schumacher und Nico Rosberg. “Niemand soll erwarten, dass die neuen Mercedes-Silberpfeile, Michael Schumacher und Nico Rosberg ab sofort ein Siegesabonnement in der Formel 1 haben“, sagte Haug am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur dpa. “Wir tun sicher gut daran, den immensen Erwartungen an unser neues Team einen realistischen Rahmen zu geben.“

Haugs mahnende Worte kamen einen Tag nach Schumachers Prognose, “dass wir nicht unbedingt gleich die ersten Rennen gewinnen können und es ist möglich, dass wir ein bisschen Zeit dafür brauchen“. Man sei “leicht im Hintertreffen“, stellte Schumacher nach der ersten dreitägigen Testphase in Valencia fest, nachdem ihn ein Hydraulikschaden vorzeitig gestoppt hatte. Haug unterstrich, dass man in den ersten Tests mit beiden Fahrern über 1100 Kilometer gefahren, was knapp vier Renndistanzen entspricht. “Ich bin davon überzeugt, dass unser Speed mit vollem Tank gut war“, meinte der Schwabe.

Schon in der kommenden Woche stehen von Mittwoch bis Samstag die nächsten Testfahrten in Jerez an. Ob Heidfeld dann womöglich auch zum Einsatz kommt, ist offen. “Ich werde Michael und Nico nach Kräften unterstützen“, kündigte der 32-Jährige jedenfalls an. Sein Traum vom Stammcockpit platzte mit dem Comeback Schumachers. Nach zehn Jahren als Einsatzfahrer steht Heidfeld in der kommenden Saison in der zweiten Reihe. “Ich bin sicher, dass er zur Entwicklung unseres MGP W01 einen Beitrag leisten wird“, versicherte Teamchef Ross Brawn. Damit ist nun rund sechs Wochen vor dem WM-Beginn Mitte März in Bahrain auch klar, dass in Schumacher, Rosberg, Sebastian Vettel, Timo Glock, Nico Hülkenberg und Adrian Sutil sechs deutsche Piloten an den Start gehen werden.

Ob Ferrari seine Form von Valencia mindestens konservieren, wenn nicht sogar weiter steigern kann, wird eine der vielen spannenden Fragen der kommenden Wochen sein. Beim Testauftakt war die “Rote Göttin“ an allen drei Tagen top. “Vielleicht lag es an den Spritmengen oder woran auch immer, vielleicht aber auch, weil wir wirklich konkurrenzfähig sind“, meinte der zweimalige Weltmeister Fernando Alonso, dessen Debüt im F10 mit klarer Testbestzeit die Italiener bereits schwelgen lässt. “Alonso wie der Wind. Ferrari fliegt auf und davon“, befand der “Corriere dello Sport“. Und “La Repubblica“ meinte: “Alonso erschreckt sofort Schumacher.“

“Ferrari war gut und zuverlässig unterwegs und hat beim ersten Test den besten Job aller anwesenden Teams gemacht. Beim nächsten Test und später beim ersten Rennen kann das allerdings schon ganz anders sein“, meinte Mercedes-Mann Haug. “Sie sind sehr stark“, hatte der siebenmalige Weltmeister Schumacher am Mittwoch gesagt. Ist es also Schumachers Ex-Team Ferrari, das es nach den ersten Eindrücken von Valencia 2010 zu schlagen gilt? “Nein, das denke ich nicht“, meinte Alonso und verwies auf die kommenden Probefahrten bis Ende dieses Monats.

dpa

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