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Wie es wirklich um Michael Schumacher steht wissen nur seine engsten Vertrauten.

Zurückhaltung auch zum 3. Jahrestag des Unfalls

Schumacher-Managerin: „Das ist der einzige machbare Weg“

Leipzig - Drei Jahre ist der Skiunfall von Michael Schumacher nun her. Sein jetziger Zustand: Weiter keine Details. Für die Fans wurde ein virtuelles Fahrerlager geschaffen.

Was bleibt, ist vorerst die Erinnerung. So wie beim jüngsten Jahresrückblick der Formel 1. Eigentlich geht es ums Jahr 2016. Tatsächlich aber widmet sich die Homepage Momenten der Saison 1991. Das Medieninteresse sei schon ziemlich groß, sagt der Hauptdarsteller des knapp zweiminütigen Videos, das auf formula1.com am Mittwoch gezeigt wurde. Sein Name: Michael Schumacher.

Er stand nicht nur Jahre, sondern Jahrzehnte im Blickpunkt. Als Rennfahrer, der die Formel 1 neu definierte. Als Mensch wahrte Schumacher dabei immer seine Privatsphäre. 25 Jahre nach seinem viel beachteten und ebenso viel versprechenden Debüt in der Formel 1 gibt es den öffentlichen Michael Schumacher praktisch nicht mehr.

Schumacher kämpfte tagelang gegen den Tod

„Die meisten Menschen haben schon sehr lange verstanden, dass der Schutz der Privatsphäre hier der einzige machbare Weg ist“, sagte seine Managerin Sabine Kehm der Nachrichtenagentur dpa. Denn das Leben des siebenmaligen Weltmeisters und 91-maligen Grand-Prix-Siegers nahm an diesem Donnerstag vor drei Jahren in den französischen Alpen eine traurige Wendung.

Schumacher war beim Skifahren gestürzt. Was zunächst harmlos klang, entwickelte sich im Laufe des 29. Dezembers 2013 dramatisch. Notoperation, Lebensgefahr. Weit verbreitete Verletzungen im Gehirn, künstliches Koma. Schumacher kämpfte im Universitätskrankenhaus von Grenoble tagelang gegen den Tod. Noch immer kämpft er um eine Rückkehr in ein normales Leben.

Unmittelbar nach dem Unfall war Schumacher ansprechbar

Schumacher war gegen 11.00 Uhr morgens nur wenige Meter neben der markierten Piste gegen einen Felsen geprallt. Er verlor die Kontrolle und schlug beim Sturz mit dem Kopf auf einen weiteren Felsen. Der Helm, den Schumacher trug, brach.

Schumacher war unmittelbar nach dem Unfall ansprechbar. Er war aber verwirrt. Der Formel-1-Rekordweltmeister wurde noch an Ort und Stelle erstversorgt. Er sollte mit dem Helikopter nach Môutiers gebracht werden. Die Kopf-Verletzungen, die Schumacher sich bei dem Aufprall trotz des Helmes zugezogen hatte, waren jedoch so gravierend, dass er dort nicht behandelt werden konnte. Der Rettungshubschrauber startete wieder und flog ihn in das Universitätskrankenhaus von Grenoble.

Weit verbreitete Verletzungen im Gehirn

Schumacher musste notoperiert werden. Er schwebte in Lebensgefahr. Schumachers Familie traf am Nachmittag ein.

Am Tag darauf äußerten sich die behandelnden Mediziner in einer Pressekonferenz: Schumacher erlitt bei dem Sturz weit verbreitete Verletzungen im Gehirn, sein Zustand wurde als „außerordentlich ernst“ bezeichnet. Er musste ein zweites Mal operiert werden, dabei wurde ein Hämatom in der linken Hirnseite entfernt.

Managerin Kehm: „Michaels Gesundheit ist kein öffentliches Thema“

Seit September 2014 befindet er sich in seinem Haus im schweizerischen Gland. Zuhause im Kreis der Familie mit Ehefrau Corinna, Tochter Gina und Sohn Mick, der selbst im kommenden Jahr den nächsten Schritt auf dem Weg in die Formel 1 machen und in der Formel 3 starten will. Wie es Schumacher wirklich geht, wissen nur sie und engste Vertraute. Am 3. Januar wird er 48 Jahre alt.

Erst vor Weihnachten hatte Kehm noch einmal betont: „Michaels Gesundheit ist kein öffentliches Thema, und daher werden wir uns weiterhin dazu nicht äußern.“

Soziale Netzwerke werden zum Fahrerlager

Was den Fans bleibt, ist vor allem der Blick zurück. Und das ein bisschen an der Seite ihres Idols. In diesem Jahr bekam Schumacher eine offizielle Facebook- und eine Instagram-Seite. Knapp 1,5 Millionen User markierten die Facebook-Seite Schumachers bis Mittwoch mit „Gefällt mir“.Jüngst wurde zudem die Initiative „Keep Fighting“ (deutsch: Kämpfe weiter) vorgestellt.

Die sozialen Netzwerke sind nun zum Fahrerlager geworden. All die offiziellen Plattformen sollen auch eine Würdigung sein für die Treue der Schumacher-Anhänger. „Die meisten Fans haben ihre Wertschätzung dafür zum Ausdruck gebracht und diese Initiativen begrüßt“, sagte Kehm.

Vettel: „Aber die Hoffnung besteht immer“

Denn Schumacher ist und bleibt eine Ikone, einer der erfolgreichsten Sportler der Welt. „Ich hoffe, dass wir dem Michael ein bisschen positive Energie schicken. Dass wir ihm zeigen, dass die Leute nicht vergessen, dass er noch ein Idol für viele ist“, sagte Basketball-Superstar Dirk Nowitzki im Sommer bei einem Benefizspiel zu Ehren Schumachers, zu dem 24 822 Zuschauer ins Stadion des Fußball-Bundesligisten FSV Mainz 05 gekommen waren.

Schumacher-Kumpel Sebastian Vettel, viermaliger Formel-1-Weltmeister, sprach in einem wenige Tage danach veröffentlichten Interview der Bild am Sonntag zusammen mit Nowitzki von einem brutalen Schicksal. „Aber die Hoffnung besteht immer. Wer ihn aus seiner aktiven Zeit kennt, weiß, dass Michael ein Kämpfer ist. Wenn einer es schafft, das Ruder herumzureißen, dann er.“ Man dürfe nicht aufhören, daran zu glauben. Auch Weltmeister Nico Rosberg hatte zuletzt gemeint, es sei eine tolle Erfahrung gewesen, Teamkollege von Michael Schumacher gewesen zu sein.

Ob in sozialen Netzwerken oder bei Ausstellungen über Schumachers Karriere: Es sind andere, die für ihn reden. „Wir würden uns alle besser fühlen, wenn ich nicht hier stehen würde heute Abend, sondern Michael selber hier stehen würde und sich bedanken könnte“, hatte Kehm bei einer Ehrung auf dem Nürburgring Ende Mai gesagt: „Aber leider ist das nicht möglich. Leider müssen wir alle das akzeptieren und damit umzugehen lernen.“

Michael Schumacher im Kurzportrait

Michael SCHUMACHER (Kerpen)

Alter: 47

geboren am: 3. Januar 1969 in Hürth-Hermühlheim

Familienstand: verheiratet mit Corinna, zwei Kinder (Sohn Mick/Tochter Gina)

Rennställe: Mercedes (2010 bis 2012), Ferrari (1996 bis 2006), Benetton (1991 bis 1995), Jordan (1991)

Grand-Prix-Debüt: 25. August 1991 GP Belgien

Gran-Prix-Starts: 308

Erster Grand-Prix-Sieg: 30. August 1992 GP Belgien

Grand-Siege: 91

Podiumsplätze: 155

Pole Positionen: 68 *

Größte Erfolge: Weltmeister 1994, 1995 und von 2000 bis 2004

* Wegen einer Strafe aus dem vorangegangenen Grand Prix durfte Schumacher trotz Bestzeit in der Qualifikation von Monte Carlo 2012 nicht von der Pole starten

dpa

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