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Milde Strafe für Treter Poldi

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- Rostock - Lukas Podolski hatte zugetreten und vom österreichischen Schiedsrichter Gerald Lehner Rot gezeigt bekommen - es waren die Momente, in denen beim DFB Goetz Eilers zum gefragten Mann wurde. So genau kannte die Platzverweis- und Sperre-Regularien niemand, es ging kurzzeitig die Sorge um, Podolski könnte nicht eingesetzt werden im EM-Qualifikationsspiel am Mittwoch in Bratislava gegen die Slowakei.

Doch Verbands-Justitiar Goetz Eilers war mit den Paragraphen des internationalen Fußball-Rechts vertraut, er konnte auflösen: Keine Sperre in der EM-Qualifikation, Sperre dafür in (mindestens) einem Freundschaftsspiel.

Verhandeln wird den Fall Podolski das Sportgericht des DFB; UEFA oder FIFA haben jedoch die Möglichkeit, das deutsche Urteil anzufechten, wenn sie finden, es werde der Schwere der Tat nicht gerecht. Es war die klassische Tätlichkeit, die sich Podolski zu Beginn der zweiten Halbzeit leistete.

Schweinsteigers Plädoyer für den Kumpel

Gegenspieler Khizanischwili war ihm in die Beine gefahren, ein Foul, klar - doch der Münchner nahm Rache, schlug vor des Schiedsrichters Augen mit dem rechten Fuß aus, traf das Schienbein des Kontrahenten. Allgemeiner Tenor: Darf nicht passieren. "Man kann es nicht unbedingt gut heißen", wertete Löw die Aktion, die Podolski in einem kurzen Kabinengespräch hinterher mit mehreren Provokationen des Georgiers erklärte. Der Bundestrainer: "Darüber werden wir intern reden."

Bastian Schweinsteiger, der Poldi-Kumpel, nahm die Aktion zum Anlass, um mal zu erzählen, wie es auf dem Spielfeld so zugeht: "Wir werden schon oft provoziert, von außen kriegt man das gar nicht so mit. Es ist für uns Spieler nicht immer leicht, ruhig zu bleiben." Podolskis Affekt-Tat billigt er nicht, doch er findet, "dass auch der, der provoziert, ähnlich hart bestraft werden sollte wie der Täter."

Nun, die Strafe wird nicht hart ausfallen, man kann von einem Freundschaftsspiel Sperre ausgehen, und wann überhaupt mal wieder eines stattfindet, das steht noch gar nicht fest. Bis Ende 2007 hat der DFB vorerst nur seine EM-Qualifikations-Matches terminiert - und die sind schon Programm genug für ein Jahr. Löw meint: "Wir können von Glück sagen, dass Lukas nicht am Mittwoch gesperrt sein wird."

Der Münchner bleibt gesetzt, und das DFB-Team seine Zufluchtsstätte. Einen Zusammenhang zwischen Podolskis Rot-Tat und Unzufriedenheit über die Situation bei Bayern will Löw nicht herstellen: "Lukas hat sich die Woche über bei uns sehr wohl gefühlt."

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