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"Mit viel Herz" für Volleyball-WM in Japan gerüstet

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- Unterschleißheim - Den letzten Test vor der Abreise zur Weltmeisterschaft nach Japan haben die deutschen Volleyball-Frauen am Mittwoch mit 1:3 (16:25, 25:23, 24:26, 17:25) gegen Brasilien verloren. Doch in Unterschleißheim zeigte die Mannschaft von Bundestrainer Giovanni Guidetti, dass sie für das Turnier in Fernost (31.Oktober bis 16.November) bestens gerüstet ist.

"Das ist eine Mannschaft mit sehr viel Herz", zollte auch Brasiliens Coach Jose Guimaraes den Deutschen Respekt.

Die Anerkennung war wohl ehrlich gemeint. Immerhin hatten die Brasilianerinnen, derzeit in der Weltrangliste auf Rang zwei, im ersten von zwei Testspielen am Dienstag in Stuttgart noch eine 0:3-Klatsche von den 14 Plätze schlechter platzierten Deutschen kassiert. In Unterschleißheim folgte somit die erwartete Revanche. Doch wie sich die deutsche Mannschaft dabei präsentierte, teils hohe Rückstände aufholte und den zweiten Satz zurückliegend sogar noch drehte, das begeisterte die rund 2000 Zuschauer sichtlich.

Doch es waren nicht nur die Taktik und das gute Blockabwehr-System allein. Das Herz, von dem Kollege Guimaraes sprach, sahen die Zuschauer auch bei Guidetti. Er gehört nicht zur Riege der Anzugträger unter den Trainern, schlägt bei den Abwehrübungen vor Spielbeginn selber die Bälle und spielt, mit der Taktiktafel fuchtelnd, die Ballwechsel richtiggehend mit.

Mittelblockerin Christina Benecke jedenfalls war kaum überrascht, als sie bei einem Abwehrversuch fast mit ihrem Trainer kollidiert wäre: "Er ist an der Linie gut dabei", sagt die 32-Jährige lachend zu dieser Situation.

Sie stellt aber noch eine andere Qualität des Italieners heraus: "Er hat der Mannschaft unheimlich viel Selbstvertrauen beigebracht." Das zeigt sich vor allem bei den jungen Spielerinnen. Kathleen Weiß vom Deutschen Meister Schweriner SC trägt mit ihren erst 22 Jahren ebenso viel Verantwortung auf der zentralen Zuspielposition wie die zehn Jahre ältere Tanja Hart. In Unterschleißheim spielte sich auch ein weiterer Youngster in den Vordergrund: Margareta Kozuch ist erst 20 Jahre alt, war gegen Brasilien mit ihren 15 Punkten aber ähnlich effektiv und eine wahre Punktelieferantin wie Außenangreiferin und Kapitänen Angelina Grün.

Grün bleibt trotz ihrer Leistung gegen Brasilien auf ihre WM-Ambitionen angesprochen zurückhaltend: "Wir wollen bis zum Ende des Turniers dabei sein, also mindestens unter die ersten zwölf kommen." Das ist die vorsichtig und eher zaghafte Kopf-Kalkulation. Aber in den Herzen haben die deutschen Spielerinnen wohl alle längst Guidettis Traum von Platz acht verinnerlicht.

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