München hofft auf Überläufer

- München - Die Entscheidung für oder gegen München fällt im Wolkenkratzer des großen Geldes. Die Deutsche Bank in Frankfurt ist Gastgeber für das Präsidium des Nationalen Olympischen Komitees, das heute ab 14,30 Uhr eine umfangreiche Tagesordnung abarbeitet: Vorbereitung Turin 2006, Geschichte des NOK der DDR, Kooperation mit Jugend trainiert für Olympia, Strukturen zwischen NOK und Deutschem Sport-Bund - doch die Öffentlichkeit wartet eigentlich nur auf die Beantwortung einer Frage: Wird sich Deutschland für die Ausrichtung Olympischer Sommerspiele bewerben (2016 oder 2020), oder genießt der Winter Priorität? Das hieße nämlich: Man könnte sich um Olympia 2014 bemühen - und dafür käme München mit seinen alpenländischen Anrainern (Ruhpolding, Königssee, Garmisch-Partenkirchen, Inzell) in Frage.

Die Münchner Position wird Fritz Wagnerberger darlegen. Der Präsident des Ski-Verbandes ist einer von drei NOK-Vizepräsidenten. 21 Mitglieder, dazu Generalsekretär Bernhard Schwank und einen Vertreter des Innenministeriums umfasst das Präsidium - und an der Vita der Personen lässt sich eine Tendenz absehen.

Die Sommer-Lobby führen Clemens Prokop, oberster Leichtathlet, und Graf Landsberg-Velen, der Reitersmann, an. Berthold Beitz (NOK-Ehrenmitglied) hängt dem Segeln an, Sporthilfe-Boss Hans-Ludwig Grüschow dem Handball, Hans-Joachim Klein von der Deutschen Olympischen Gesellschaft war Leichtathlet, seine Kollegin Petra Reußner kommt aus dem Handball, Michael Groß, der für die Sporthilfe Stimmrecht ausübt, gewann Schwimm-Medaillen, Gerhard Mayer-Vorfelder steht für Fußball, Ulrich Feldhoff für Kanu, Leichtathlet ist Aktiven-Vertreter Stefan Letzelter, Schatzmeister Hans-Peter Krämer engagiert sich beim Handballklub VfL Gummersbach, Beisitzer Rainer Brechtken war Mittelstreckenläufer, Gordon Rapp steht dem Deutschen Fechter-Bund vor.

Sichere Winter-/München-Stimmen sind: Ski-Boss Wagnerberger, Juliane Hummelt (Curling), Herbert Kunze (Eissport), Aktivenvertreterin Stefanie Teeuwen (Eisschnelllauf). Doch womöglich gibt es Überläufer aus dem Sommer. Manfred von Richthofen (DSB) sieht "eine Mehrheit für eine Winterspiele-Bewerbung" - weil sie aussichtsreicher wäre.

 

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