Höheres im Visier: 2013/14 spielte Delaney für den FC Bayern.
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Höheres im Visier: 2013/14 spielte Delaney für den FC Bayern.

BASKETBALL: Malcolm Delaney im Interview

„München war ein Schlüssel für meine Karriere“

  • vonPatrick Reichelt
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Er war der erste Star des FC Bayern Basketball. 2014 führte Malcolm Delaney die Münchner nicht nur zur ersten Deutschen Meisterschaft seit dem Wiederaufstieg in die Bundesliga – er wurde auch zum wertvollsten Spieler der BBL gekürt. Eine Zeit, die haften geblieben ist, wie der 32-jährige Spielmacher von Olimpia Mailand vor dem heutigen Wiedersehen erklärte.

In den Playoffs treffen Sie ausgerechnet auf den FC Bayern. Kommen da noch Erinnerungen auf?

Es ist schon eine Weile her, insofern ist es nicht mehr so stark. Auch wenn ich noch viel Kontakt mit Leuten von damals habe. Leute wie Deon Thompson, Bryce Taylor, Chevy Troutman oder Steff Hamann. Aber München wird immer etwas ganz Besonderes für mich sein. Der Club, die Stadt – dieses Jahr war für mich ein Schlüssel in meiner Karriere.

Warum?

Es ist ein besonderes Umfeld. Basketballerisch habe ich dort bei Trainer Pesic meine Rolle als Point Guard gefunden, was sicher die Grundlage für meine Karriere war.

Sie wurden dadurch an allen Stationen auch ein Anführer.

Ja, aber das lag mir schon immer, das entspricht meiner Persönlichkeit. Ich mag es, ein Spiel zu lenken, es auf eine höhere Ebene zu bringen und andere Spieler besser zu machen.

Nach München haben Sie das auf höchstem Niveau bewiesen. Sie spielten in Europas Spitze und in der NBA, bei den Atlanta Hawks. Was war die größte Herausforderung?

Ganz ehrlich, das kann man nicht vergleichen. Der europäische Basketball ist stark. NBA und Europa sind zwei Welten. In der NBA spielen die besten Spieler der Welt. Der Stil ist ein ganz anderer, das Spiel ist schneller. Das ist schon noch ein anderer Level.

In Barcelona wie nun in Mailand haben sie in Teams mit hohen Ambitionen gespielt. Worauf kommt es an, um vielleicht auch den Titel zu holen?

Ich glaube nicht, dass es dafür eine Formel gibt. Viele Faktoren spielen zusammen, dass ein Team einen Titel holt. Es muss in der Mannschaft passen, Erfahrung ist wichtig. Und du brauchst natürlich auch Glück, auch mit der Gesundheit. In Krasnodar zum Beispiel hat viel zusammengepasst und wir sind ins Final-4 gekommen, obwohl keiner damit gerechnet hat.

Mit dem Glück sah es bei Ihnen in diesem Jahr weniger gut aus. Zuletzt mussten Sie sich einer Knieoperation unterziehen.

Ja, das stimmt. Ich muss übrigens zugeben, dass ich dafür in München war. Bei Doktor Müller-Wohlfahrt, weil ich eine zusätzliche Meinung wollte. Dann haben wir die Operation beschlossen, bei der Anfang März. verschiedene Dinge in meinem Knie gereinigt wurden. Deswegen bin ich jetzt auch noch nicht in der besten Form. Aber Probleme haben viele Spieler, viele Teams gehabt. Das spielt keine Rolle.

Zumindest gibt man Ihnen in München die uneingeschränkte Favoritenrolle für das Viertelfinale. Sie sind ein Team, das für den Titel zusammengestellt wurde, Bayern hat seine Ziele übererfüllt.

Klar, wir haben neben einigen guten jungen Spielern auch mehrere Leute, die den Titel schon gewonnen haben. Aber die Saison hat doch gezeigt, dass in diesem Jahr alles passieren kann. Barcelona ist Erster nach der Hauptrunde, und trotzdem glaube ich nicht, dass sie das dominante Team waren. Bayern ist ein hartes Team, sie sind jung und haben aber doch einige Spieler mit Erfahrung. Gut gecoacht. Man hat ja gesehen, was bei ihnen möglich ist. Sie werden alles tun, um diese Chance zu nutzen. Ich rechne mit einem harten, engen Spiel.

Am letzten Spieltag haben Sie sich das Heimrecht gesichert. Welche Rolle spielt es, dass Sie gleich zweimal zuhause antreten.

Es ist immer besser zuhause zu spielen als zu reisen. Aber ohne Publikum spielt es in den Spielen selbst nicht die große Rolle. Ich denke, dass das erst im fünften Spiel ein Faktor wäre.

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