+++ Eilmeldung +++

DFB-Pokal: Viertelfinale abgesagt! Corona-Fälle bei Überraschungs-Team verhindern historisches Spiel

DFB-Pokal: Viertelfinale abgesagt! Corona-Fälle bei Überraschungs-Team verhindern historisches Spiel
+
Jonas Deichmann läuft durch das Karwendelgebirge. Er absolvierte täglich einen Marathon.

Münchner Extremsportler Jonas Deichmann

3800 Kilometer zum Aufwärmen

  • vonNico-Marius Schmitz
    schließen

Der Münchner Extremsportler Jonas Deichmann hält mehrere Weltrekorde. Nun hat er einen Triathlon um Deutschland absolviert. Doch es war nur das Aufwärmen für das größte Abenteuer seines Lebens.

München – Selbst für Jonas Deichmann war es brutal anstrengend. Scheuerstellen, die bis ins Fleisch schneiden, starker Wellengang, der einem entgegen peitscht und die Angst, dass man überhaupt nicht voran kommt: „Das Schwimmen war am härtesten. Du siehst stundenlang nur Steine und Seetang, das ist für den Kopf extrem schwierig“, sagt Deichmann.

Der Wahl-Münchner ist Extremsportler und hält Weltrekorde für die drei großen Kontinentaldurchquerungen mit dem Rad – Eurasien von Portugal nach Wladiwostok in 64 Tagen, die Panamericana von Alaska nach Feuerland in 97 Tagen und im letzten Jahr 18 000 Kilometer von vom Nordkap nach Kapstadt in 72 Tagen.

„Das Schwimmen war am härtesten“

Bei seinem neuesten Projekt absolvierte Deichmann nun einen Triathlon um Deutschland. Am 23. Juli startete er in Lindau und durchschwamm zunächst den Bodensee in Längsrichtung rund 60 km bis Bodman. Beim Schwimmen zog er ein speziell entwickeltes Floß – enthalten: Nahrung und ein Zelt – hinter sich her. Zum Schlafen „habe ich mich dann abends irgendwo ins Gebüsch gehauen“, sagt Deichmann. Nach der Plagerei auf dem Wasser kam der beste Freund des Ausdauersportlers zum Einsatz: Deichmann lebt quasi auf seinem Rad. Eine feste Wohnung hat er schon längst aufgegeben, sein ganzes Gepäck passt in zwei Rucksäcke. In München bei Freunden und in der Schweiz bei seinem Vater hat er je eine Anlaufstelle zum Wohnen, der 33-Jährige ist aber ohnehin ständig unterwegs. Im Uhrzeigersinn radelte der Abenteurer 3000 Kilometer entlang der Landesgrenzen bis in den Bayerischen Wald. Auf Teilstrecken begleiteten ihn dabei rund 100 Mitfahrer, die sein Projekt über die sozialen Medien verfolgten. „Die Unterstützung war wieder unglaublich, viele Personen haben mich auch gleich zum Übernachten eingeladen“, sagt der mehrfache Weltrekordhalter.

Zum Abschluss seines Triathlons um Deutschland lief Deichmann dann noch 700 km bis zum Startpunkt in Lindau zurück. Dabei absolvierte er pro Tag zwischen 45 bis 52 Kilometer. Die Puste ging ihm jedoch nie aus, obwohl er täglich mehr als die Marathon-Distanz zurücklegte: „Von der Ausdauer her hatte ich keine Probleme. Allerdings belastet der Triathlon den Körper ganz anders, als wenn du nur auf dem Rad unterwegs bist. Daher hatte ich beim Laufen Schmerzen an der Ferse“, sagt Deichmann. Nach 31 Tagen erreichte er schließlich sein Ziel. „Aber das Projekt war nur das Aufwärmen für mein größtes Abenteuer“, sagt der gebürtige Stuttgarter. Zeit zum Ausruhen bleibt nicht.

Ab September einmal um den Globus

Am 26. September startet Deichmann vom Münchner Odeonsplatz seinen Triathlon um den Globus. Dabei will er innerhalb von gut einem Jahr eine Strecke von 40 000 Kilometern zurücklegen. Zunächst radelt er mit dem Fahrrad über Österreich und Slowenien zu der Hafenstadt Rijeka in Kroatien. Von dort schwimmt der Athlet die Küste entlang bis nach Dubrovnik. Mit dem Fahrrad geht es anschließend nach Istanbul, quer durch die Türkei, Georgien, an der südlichen Grenze Russlands entlang und durch die Mongolei nach Shanghai. Dort wechselt Deichmann aufs Boot und segelt über den Pazifik nach San Francisco. Folglich läuft er durch die USA nach New York, mit dem Segelboot geht es über den Atlantik nach Portugal. Und final mit dem Rad zurück nach München.

Für dieses einmalige Projekt wählt der ehemalige IT-Vertriebler auch eine besondere Vorbereitung. Am 21. September ist er bei der DB Systemtechnik in Hannover zu Gast. In der Kältekammer, in der sonst Züge auf Extrembedingungen getestet werden, trainiert der Münchner 24 Stunden auf dem Hometrainer. „Da kann man auch einen sibirischen Schneesturm simulieren“, sagt er.

Verfolgen könnt ihr die nächsten Projekte von Jonas Deichmann auf Instagram oder seiner Homepage. 

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare