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Münchner lassen es krachen

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- Wenn Dr. Eberhard Mensing, Präsident des Bayerischen Tennis-Verbandes (BTV), über Bezirksmeisterschaften und bayerische Meisterschaften der Jugend spricht, gerät er ins Schwärmen: "Diese Turniere sind für mich heilige Kühe." Es sei wichtig, Kinder in der Individualsportart Tennis in regelmäßigen Abständen zusammenzubringen, um die soziale Einbindung zu fördern.

Am vergangenen Wochenende war es wieder soweit. Die besten Nachwuchsspieler aus ganz Bayern trafen sich auf dem Gelände des MTTC Iphitos, um in vier Altersklassen die Besten zu ermitteln. Die Münchner Teilnehmer konnten dabei insgesamt drei Titel bei den Buben erringen.

Beim ältesten Jahrgang, der U 16, siegte Navid Johannigmann vom Gastgeber Iphitos. Im Finale ging es dabei eng zu. Nachdem Johannigmann den ersten Satz mit 6:3 für sich entschieden hatte, brach er im zweiten ein und unterlag mit 0:6. Doch im entscheidenden dritten Abschnitt, den er mit 7:6 gewann, half es ihm, "dass ich in kritischen Situationen ziemlich ruhig bin."

Mühe hatte auch Marko Krickovic (TC Ismaning) in der Altersklasse bis 14 Jahre. Beim 6:3, 7:5 gegen seinen Erzkonkurrenten Peter Heller musste sich Krickovic immer wieder mit "Come on"-Rufen selbst motivieren. Der Heißsporn auf dem Platz nahm den Sieg im Nachhinein überraschend gelassen. "Bayerischer Meister halt", lautete das trockene Fazit des Ismaningers.

Weitaus stiller und immer konzentriert präsentierte sich Hannes Wagner. "Seine große Stärke ist die Ruhe", erklärte stolz seine Mutter Christine. Zeigen konnte Wagner das am Sonntag leider kaum, denn sein Gegner musste beim Stand von 1:2 wegen einer Verletzung aufgeben. Dass der 10-Jährige die Nummer eins in seiner Altersklasse ist, komme von der mentalen Stärke ihres Sohnes: "Hannes verzichtet auf sehr viel. Und wenn er gewinnt, dann prahlt er nicht. Dennoch genießt er es auch, im Mittelpunkt zu stehen."

Für Dr. Eberhard Mensing ist "diese unermüdliche Fürsorge der Eltern" die wichtigste Grundlage im Nachwuchsbereich. Darüber hinaus hält der BTV-Präsident private Heimtrainer für einen äußerst wichtigen Bestandteil der Entwicklung bei jungen Tennisspielern. "Das Privattraining macht den Kindern oft mehr Spaß als das Training beim Verband", meint Mensing, "außerdem ist es Fakt, dass die privat trainierten Nachwuchsspieler in den letzten Jahren bessere Leistungen erbracht haben."

Das durchwachsene Abschneiden der bayerischen Vertreter bei den deutschen Meisterschaften, bei denen nur ein Titel durch Dominik Schulz eingefahren werden konnte, zeige deutliche Defizite bei der Nachwuchsförderung in Bayern auf. Dabei seien die Voraussetzungen gegeben, es fehle lediglich an der Umsetzung. Trotz allem sieht Mensing der Zukunft des bayerischen und des deutschen Tennis optimistisch entgegen: "Da ist mir nicht bange."

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