Ein Tor nach dem anderen

- Hausham - Oberflächlich gesehen gehört er zu den "jungen Wilden" des Deutschen Skiverbandes. Doch als wild kann man Stefan Kogler nicht bezeichnen. Der 23-jährige Slalom-Spezialist vom SC Schliersee baut leise, aber gewissenhaft und hartnäckig an seiner Karriere. Mit Christian Wanninger, Jendrek Stanek und Felix Neureuther gehört der Junioren-Weltmeister im Slalom von 2001 zum hoffnungsvollen Nachwuchs, mit dem der DSV und Chefcoach Werner Margreiter in der technischen Disziplin neben den Routiniers Alois Vogl und Anderl Ertl wieder Anschluss an die Weltspitze finden wollen.

<P>In einer sportlichen Familie in Hausham - bei zwei älteren Geschwistern als Nesthäkchen - aufgewachsen, bestimmten Turnen, Tennis, Leichtathletik, Handball und Skifahren bereits seine Kindheit. Erst im Alter von 13 Jahren entschied sich Stefan Kogler fürs Skifahren und legte danach eine klassische Karriere hin: 1994 Gesamtsieger des Kids-Cup, 1996 Aufnahme in den C/D-Kader des DSV und Wechsel ans Skigymnasium Christophorus in Berchtesgaden, 1998 dreifacher Deutscher Jugend-Vizemeister im Slalom, Super-G und Abfahrt, 1999 Deutscher Jugend-Meister im Slalom, Aufnahme in den C-Kader.</P><P>2001 war für den bescheidenen 23-Jährigen das bislang wohl wichtigste Jahr. Im schweizerischen Verbier gelang Stefan Kogler im Januar die Sensation: Mit einem phänomenalen zweiten Lauf gewann der Haushamer die Junioren-Weltmeisterschaft und sorgte damit auch für ein Aufhorchen der internationalen Slalom-Szene. Im Europa-Cup und bei FIS-Rennen war der Deutsche Jugendmeister im Slalom und Riesenslalom ohnehin gut unterwegs. Kurz danach machte er sein Abitur mit 2,1 (Leistungskurse Chemie und Wirtschaft). In der deutschen Slalom-Rangliste wurde Kogler 2001/2002 hinter Markus Eberle und Alois Vogl an dritter Stelle geführt. Skifahrerisch hätte Stefan Kogler in der Saison 2002/2003 also durchstarten können - wollte er auch. "Ja, ich wollte mit dem Kopf durch die Wand", gibt der groß gewachsene Blondschopf heute zu. Was aber folgte, war ein mentaler Durchhänger, der im Februar in der Nicht-Nominierung für die WM in St. Moritz gipfelte. "Das war der krönende Abschluss der Saison", erinnert sich der 23-Jährige.</P><P>"Mit Chefcoach Margreiter<BR>macht es wieder Spaß"</P><P>Doch Kogler hat die Sache abgehakt. Zudem gab es einen Wechsel im DSV: Werner Margreiter übernahm das Amt des alpinen Herren-Cheftrainers von Martin Oßwald. Von Margreiter hält der Sportsoldat der Mittenwalder Gebirgsjäger viel. "Der Umgangston und die Art untereinander sind besser geworden. Es macht wieder richtig Spaß." Doch wie Margreiter will sich auch Stefan Kogler nicht unter Druck setzen lassen. Es bringe nichts, wenn er jetzt Hals über Kopf im Weltcup starten würde. "Ich muss erst im Europa-Cup zwei Beine auf den Boden bekommen und Punkte sammeln, um für den Weltcup eine bessere Ausgangslage zu haben." Und wenn es erst in zwei Jahren soweit sei, dann sei es eben so. Er will nicht mehr mit dem Kopf durch die Wand.</P><P>Von Weihnachten bis Januar hatte Margreiter den Technikern sogar frei gegeben. "Er wollte, dass wir nach der Weihnachtspause wieder richtig hungrig sind", erklärt Kogler. Während die älteren Fahrer wie Max Rauffer und Alois Vogl eine Kaution zu hinterlegen hatten, sollen die jungen Fahrer dem Leistungs- und Zeitdruck - auch seitens der Öffentlichkeit - enthoben werden, um mit gewissenhafter Arbeit einen Schritt nach dem anderen zu machen. Schließlich sollen die jungen Wilden des DSV Deutschland wieder an die Spitze bringen - leise, aber gewissenhaft und hartnäckig.<BR></P>

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