Daniel Jahn will es später einmal bis in die Formel 1 schaffen

Nachwuchs-Kartfahrer Daniel Jahn:

"Ich habe Benzin in meinem Blut!"

München - Daniel Jahn kam per Notkaiserschnitt zur Welt, schwebte zwischen Leben und Tod, musste sich in seiner Kindheit etliche Hänseleien anhören. Heute gehört er zu Münchens besten Nachwuchs-Kartfahrern.

Kleiner Kämpfer auf Vettels Spuren. Seit seiner Geburt hatte Daniel Jahn es nicht leicht. Das Leben des Frühchens begann per Notkaiserschnitt. Der Bub schwebte zwischen Leben und Tod. Doch der Kämpfer setzte sich durch. Heute gehört er zu Münchens besten Nachwuchs-Kartfahrern. Neun Wochen zu früh kam Daniel 2002 auf die Welt. Die Schock-Nachricht: Daniel hatte zwei Löcher im Herzen, eine Augen-Fehlstellung, eine Muskelschwäche und Polypen hinter dem Trommelfell. Viele OPs musste er ertragen, doch der Horror begann in der Vorschule. „Die Kinder hänselten und schlugen ihn“, erzählt Mutter Verena Jahn. „Sie schimpften ihn ‚Behinderter‘.“ Oft war Daniel bedrückt. „Er sagte: ‚Mama, am liebsten würde ich nicht mehr leben.‘“ Die beängstigenden Worte ihres Sohnes veranlassten die 49-Jährige, ­Daniels Augen durch Operationen richten zu lassen. 2009 stellte sich endlich Besserung ein. „Als Daniel in sich zusammenbrach, überlegten wir, welchen Sport er machen könnte“, erzählt Jahn. Sein Ego sollte gestärkt werden.

Daniel besuchte das erste Mal die Kartbahn und sofort war klar: In ihm steckt eine Rennsemmel. Daniel bekam ein Bambinikart. Jeden Cent stecken Daniels Eltern in die Freude ihres Sohnes – bis zu 1000 Euro monatlich. „Mein Mann ist extrem fleißig“, sagt Verena Jahn. „Wir sparen, verzichten auf Urlaub und Anschaffungen.“ Noch können die Eltern die Kosten stemmen. Doch schafft Daniel den Schritt in die höhere (und teurere) Klasse, könnte alles aus sein. „Das wird ein schwerer Tag. Schade, wenn ein Talent einfach nur am Geld scheitert.“

Der fleißige Schüler weiß um seine Stärken: „Ich bremse spät, finde die Ideallinie und bin fair. Wird es gefährlich, gebe ich auch mal nach“, sagt der Zehnjährige. Parallelen zu seinem Idol Sebastian Vettel: „Er ist nicht so durchgedreht. Vettel fährt mit Köpfchen.“ Daniels größter Traum ist es, den Doppelweltmeister zu treffen. „Ich würde mit ihm über die beste Brems- und Fahrtechnik fachsimpeln“, erzählt der Realschüler. „Am liebsten würde ich später Formel 1 fahren“, sagt Daniel, wiegelt aber ab: „Dazu darf man nicht so groß sein.“ Da er die Prognose hat, einmal an der Zwei-Meter-Marke zu kratzen, plant er anders. „In der DTM wäre es nicht so schlimm, wenn ich groß werde.“ Dass er später im Cockpit sitzen wird, dessen ist Daniel sich sicher. „Ich habe Benzin im Blut!"

Merja Schubert

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