Neue Regel: Nützlich und überflüssig zugleich

Freising - Seit dem Saisonbeginn gibt es auf Kreisebene die Möglichkeit des Rückwechselns. Fazit: Schiedsrichter und Trainer haben sich mit der Regel arrangiert.

Analog zum Juniorenbereich ist es seit Saisonstart gestattet, drei Spieler beliebig oft nach Anmeldung beim Schiedsrichter aus- und wieder einzutauschen. Wohlgemerkt auf Kreisebene. Im Bezirk gibt es die neue Regel nicht.

Das wird Toni Plattner, dem Trainer von Spitzenreiter VfB Hallbergmoos, wiederum ziemlich wurst sein. Seine Elf wird kommende Spielzeit so gut wie sicher in der Bezirksliga mitmischen, doch auch jetzt eine Klasse tiefer kann Plattner der neuen Regelung wenig abgewinnen. „Ich halte nichts davon. Spieler werden draußen kalt, das Risiko, sich zu verletzen, ist ungemein höher.“ Nervig findet der Coach, wenn einige Kollegen es übertreiben. „In einem Spiel haben die ganzen Wechsel mindestens fünf Minuten gedauert, und der Schiri hat nur zwei nachspielen lassen.“

Ein Missstand, den im übrigen alle anprangern. Doch keiner will es gewesen sein. Sämtliche Trainer konnten sich nicht erinnern, einen Tausch am Ende einer Partie dazu zu nutzen, um ein wenig Zeit von der Uhr zu nehmen. Schiedsrichter-Obmann Benjamin Heigl weiß da sehr wohl von schwarzen Schafen zu berichten. Vor allem ein Coach der Kreisliga, der diese Möglichkeit schon im Vorfeld anprangerte und sich vehement aufregte, tausche gegen Spielende unverhältnismäßig oft aus und ein. Insgesamt aber findet Heigl die Regel gut. Auch weil es die eigene Arbeit auf dem Feld erleichtere. „Spieler können sich abkühlen, bevor sie eine Unbesonnenheit machen,“ betont Heigl. Für seine Schiedsrichtergruppe sagt er: „Wir haben die Neuerung problemlos über die Bühne gebracht.“

Festzustellen bleibt auch, dass bei vielen Trainern die anfängliche Skepsis gewichen ist. Sei es, weil sie gar keine große Veränderung feststellen konnten, wie Marzlings Trainer Christian Apold: „Die meisten nutzen das Ganze doch eh nicht.“ Oder, weil sich die befürchteten, taktischen Spielchen nicht bestätigten, wie Mario Sinicki vom FC Moosburg froh ist, dass das große Zeitschinden ausgeblieben ist. Auch wenn er den Vorzug durchaus zu schätzen weiß, dass eine Mannschaft nun nach drei Wechseln und einer Verletzung die Partie nicht mehr in Unterzahl beenden muss, hat er seine feste Meinung, dass man sich die Regel hätte sparen können.

Ähnlich sieht es Kollege Christian Grüll vom FCA Unterbruck. „Ich sehe keinen großen Sinn dahinter. Deswegen werden die Spiele auch nicht besser,“ stellt er fest. Grüll stellt die Frage, ob man damit nicht das Spiel an sich verfälsche. So könne der Trainer einen rot-gefährdeten Spieler dann noch austauschen, obwohl er schon dreimal gewechselt hat. Die Mannschaft, die sich diesen Vorteil erkämpft hat, werde genau dieser wieder genommen. „Das gehört zum Fußball, da fehlt doch der Kick,“ urteilt Grüll sehr kritisch über die Regel.

Einen positiven Aspekt bringt Christian Apold mit ein. Gerade für Mannschaften mit sehr kleinen Kadern gebe es eine Möglichkeit, die Reserve zu schonen. Eigentlich setzt Apold drei Mann - für jeden Mannschaftsteil einen - auf die Ersatzbank. Muss er sie der Reserve entnehmen, schwächt er damit die Zweite Mannschaft unverhältnismäßig stark.“

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