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Neues Angebot für Koller

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- Dortmund - Borussia Dortmund kämpft um seinen schwer verletzten Torjäger Jan Koller. Finanziell schon am Tropf, sportlich an Krücken hat der Bundesligist dem abwanderungswilligen Tschechen ein neues Vertragsangebot unterbreitet. "Darüber hat er sich sehr gefreut. Er ist ein prima Junge, für ihn stehen bei uns alle Türen offen", sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke in einem dpaGespräch am Montag.

Der Kreuzbandriss von Koller hat die ohnehin großen Probleme des Revierclubs weiter verschärft. Wie eine Untersuchung durch Kniespezialist Jürgen Eichhorn zwei Tage nach dem folgenschweren Missgeschick in Mainz ergab, kommt der Torjäger nicht um eine Operation des lädierten linken Knies herum. Weil damit ein Ausfall von acht Monaten droht, sondiert die Vereinsspitze den Spielermarkt. Trotz bedenklicher Kassenlage schließt Watzke eine hochkarätige Verstärkung nicht aus: "Für uns ist jede qualitativ sinnvolle Lösung finanziell darstellbar. Ich habe immer gesagt, dass wir für den Notfall Rücklagen bilden müssen. Dieser Notfall tritt nun ein."

Eine kurzfristige Alternative ist allerdings nicht in Sicht. Weil sich das Transferfenster erst wieder im Dezember öffnet, stehen derzeit nur arbeitslose Profis zur Wahl. Deshalb müsste sich Trainer Bert van Marwijk noch bis zur Rückrunde gedulden, ehe ihm adäquater Ersatz zur Verfügung steht. Der BVB-Coach hat allen Grund zur Klage: In der Saisonvorbereitung konnte er noch auf acht Angreifer zurückgreifen, mittlerweile sind es nur noch drei.

Gut möglich, dass die Suche nach einem neuen Klasse-Stürmer schon bald wieder eingestellt wird. Unmittelbar nach der ernüchternden Diagnose hat die Borussia den Stürmer umworben. Für den Tschechen ist diese Offerte eine Überlegung wert: Schließlich dürfte seine schwere Verletzung bei potenziellen Interessenten, die ihn zum Saisonende ablösefrei verpflichten könnten, auf Skepsis stoßen.

Unabhängig wie die Entscheidung von Koller und der Vereinsspitze ausfällt, muss van Marwijk mindestens bis zur Winterpause improvisieren. Geschäftsführer Watzke spricht ihm Mut zu: "Wir haben großes Vertrauen in unsere Spieler. Smolarek hat bereits bewiesen, dass er im Sturmzentrum effektiv ist. Zudem kommen die verletzten Buckley und Gambino bald zurück." Dennoch ist van Marwijk nicht wohl in seiner Haut: "Es wird unheimlich schwierig, Koller zu ersetzen." Von einer aus der Not heraus geborenen Umstellung auf ein 4-4-2System hält er wenig.

Auch unter der Regie des Niederländers hält die unheimliche Serie an. Neben Koller waren in dieser Saison bereits Neuzugang Cedric van der Gun und Nachwuchs-Angreifer Sebastian Tyrala betroffen. Für die leidgeprüften BVB-Fans sind solche Nachrichten schon fast Alltag: Seit 1992 zogen sich immerhin 18 Borussen einen Kreuzbandrisse zu.

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