Neues Jahr, altes Spiel

- Fürth - Vergangene Woche, das hatten irgendwelche Forscher so errechnet, hat die Menschheit den miesesten Tag des Jahres hinter sich gebracht. Es war der 24. Januar, unter anderem wurden die Kreditkartenrechnungen von Weihnachten als Schlechtelaunemacher angeführt, und der Umstand, dass sich bereits alle guten Vorsätze erledigt haben. Ob die Profis der SpVgg Unterhaching am 24. Januar schlecht drauf waren, ist nicht bekannt. Fußballern bereiten in der Regel hohe Rechnungen weniger Sorgen als Normalverdienern. Und die guten Vorsätze, also jene, die auf dem Platz umgesetzt werden sollten, hatten zumindest bis gestern Bestand: Endlich auswärts gewinnen.

Das Launebarometer dürfte nach dem 1:3 bei der SpVgg Greuther Fürth aber nun auch in Haching endgültig im Keller sein. Neues Jahr, altes Spiel - die Hachinger hatten bei dem starken Aufstiegsaspiranten wenig zu bestellen und es vorrangig ihrem Torwart Philipp Heerwagen zu verdanken, dass der Betriebsausflug nicht noch übler endete. Er vereitelte noch einige Chancen, unter anderem sogar einen Elfmeter.

"Es reicht nicht, wenn man nur die ersten 30 Minuten mithält", schimpfte Andreas Brehme - wobei die SpVgg nach einer halben Stunde bereits 1:2 im Rückstand gelegen war. "Das ist insgesamt einfach zu wenig", fand der Trainer, "vor allem im Abstiegskampf." In dem hat sich die SpVgg Unterhaching schnell zurückgemeldet. Bereits nach zwei Spieltagen der Rückrunde rangiert der Klub lediglich einen Zähler und Platz vor der Gefahrenzone. "Gegen Ahlen muss eine völlig neue Mannschaft auf dem Platz stehen", forderte Brehme. Mit Recht.

Die Unterhachinger agierten wie üblich auf fremden Geläuf: Harmlos, hinten anfällig, vorne ohne Durchschlagskraft. Einzig von Francisco Copado, der das zwischenzeitliche 1:1 per direktem Freistoß aus 20 Metern besorgte, ging ab und an Gefahr aus. Miroslav Stevic hatte noch keinen Draht zu seinen Nebenmännern, dem Neuen war anzumerken, dass sein letztes Pflichtspiel über ein halbes Jahr her ist. "Ich bin zufrieden mit ihm", urteilte Brehme, der 35-Jährige, der Barbaros Barut aus der Startelf verdrängte, hat Kredit. "Aber ich weiß, dass er noch mehr kann."

Bleibt zu hoffen, dass Stevic schnell sein volles Potenzial abruft. Mag der Rest der Menschheit den miesesten Tag 2005 schon geschafft haben - Haching könnten noch einige böse Tage drohen.

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