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Djokovic: Australien-Sperre für drei Jahre - doch es besteht noch Hoffnung

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Von: Patrick Mayer

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Novak Djokovic darf nach einem Einreise-Krimi nicht an den Australian Open teilnehmen. Auch beim nächsten Grand Slam droht das Aus. Der News-Ticker.

Update vom 17. Januar, 12.10 Uhr: Nach der Ausweisung aus Australien drohen dem Tennis-Weltranglistenersten Novak Djokovic auch beim zweiten Grand-Slam-Turnier des Jahres Probleme. Wie die Nachrichtenagentur AFP am Montag unter Berufung auf französische Regierungsquellen berichtete, müssen offenbar sämtliche Sportler, die im Land künftig an Wettkämpfen teilnehmen wollen, gegen das Coronavirus geimpft sein.

Dies steht im Widerspruch zu dem, was Sportministerin Roxana Maracineanu Anfang Januar bezüglich eines Djokovic-Starts bei den French Open in Paris (22. Mai bis 5. Juni) erklärt hatte. Ein Sportler, "der nicht geimpft ist, kann am Wettbewerb teilnehmen, weil das Protokoll, die Gesundheitsblase dieser großen Sportveranstaltung, dies erlaubt", sagte Ministerin am 7. Januar bei France Info.

Derzeit ist es nicht erforderlich, geimpft zu sein, um in Frankreich einzureisen, aber der Impfnachweis wird künftig für jeden verpflichtend sein, der eine "Einrichtung mit Publikumsverkehr" betritt. Djokovic ist ungeimpft, allerdings war bei ihm nach eigener Aussage Mitte Dezember eine zweite Corona-Infektion nachgewiesen worden. Derzeit gilt er damit als genesen.

Am Sonntagabend hatte der Präsident des französischen Tennisverbands (FFT), Gilles Moretton, erklärt, dass man mit den öffentlichen Behörden zusammenarbeite, welche "zu gegebener Zeit die Regeln für die Aufnahme von ungeimpften ausländischen Sportlern für unser Turnier präzisieren werden".

Djokovic wird gegen 12 Uhr deutscher Zeit am Flughafen in seiner serbischen Heimat erwartet. Gerüchten zufolge will sich der 20-malige Grand-Slam-Champion nach seiner Landung in Belgrad erstmals seit dem Visum-Ärger vor die Presse stellen.

Novak Djokovic: Australien macht Tennis-Star Hoffnung für die Zukunft

Update vom 17. Januar, 9.40 Uhr: Australiens Premierminister Scott Morrison lässt dem serbischen Tennisstar Novak Djokovic die Tür für eine Rückkehr ins Land vielleicht schon im nächsten Jahr offen. Dies deutete der Regierungschef am Montag in einem Interview des australischen Radiosenders 2GB an. Djokovic war das Visum von den australischen Behörden am Sonntag für drei Jahre entzogen worden.

Ein Comeback des 34-Jährigen bei den Australian Open, die der Serbe schon neun Mal gewonnen hat, scheint aber bereits 2023 möglich. Zur Gültigkeitsdauer der Einreisesperre sagte Morrison: „Sie geht über eine Drei-Jahres-Periode, aber es gibt die Möglichkeit (für Djokovic), unter den richtigen Umständen zurückzukommen.“ Er machte Djokovic Hoffnung auf ein frühere Einreise. Damit werde man sich zu gegebener Zeit befassen.

Novak Djokovic: Serbiens Präsident erhebt schwere Vorwürfe - „wie einen Massenmörder behandelt“

Update vom 17. Januar, 9.35 Uhr: Der serbische Präsident Aleksandar Vucic hat den Umgang der australischen Behörden mit dem serbischen Tennisstar Novak Djokovic scharf kritisiert. Seit seiner Ankunft in Australien sei der ungeimpfte Spitzensportler „schikaniert und gequält“ worden, sagte Vucic am Sonntag zur britischen BBC. Man habe ihn „wie einen Massenmörder behandelt“. Wenige Stunden zuvor hatte das australische Bundesgericht Djokovics Einspruch gegen die Annullierung seines Visums zurückgewiesen. Der 34-Jährige muss Australien verlassen und wird nicht an den am Montag beginnenden Australien Open teilnehmen.  

Die Schikanen gegen Djokovic hätten „beispiellose Ausmaße“ angenommen, sagte Vucic am Sonntag in serbischen Medien. Eine „Hexenjagd“ sei gegen ihn entfacht worden, die Medien hätten eine „Lynchstimmung“ erzeugt. „An Novak wollte man eine Exempel dafür statuieren, wie die Weltordnung funktioniert.“ Doch Djokovic könne „mit erhobenem Haupt“ nach Serbien zurückkehren.

Ähnlich äußerte sich die serbische Ministerpräsidentin Ana Brnabic. Sie ereiferte sich darüber, dass der Anwalt der Regierung im Verfahren vor dem Bundesgericht darlegte, dass in Serbien weniger als 50 Prozent der Bevölkerung doppelt geimpft seien. Dies sei eine „offene Lüge“, meinte Brnabic. „Wir haben derzeit 58 Prozent vollständig geimpft, und 37 Prozent erhielten den Booster.“ Die Zahlen, die Brnabic angab, bezogen sich aber wahrscheinlich auf den Anteil der Geimpften unter der erwachsenen Bevölkerung. Unter der Gesamtbevölkerung hatte er nach Angaben von „Our World in Data“ zuletzt 47 Prozent betragen. 

Novak Djokovic: Familie äußert sich in emotionalem Statement

Update vom 16. Januar, 15.25 Uhr: Nun hat sich auch die Familie von Novak Djokovic zur Abschiebung des Tennis-Stars geäußert. Über die serbische Zeitung Telegraf lässt die Familie ausrichten: „Wir sind stolz auf den Kampf, den er geführt hat. Wir werden ihm helfen, die Schläge, die er einstecken musste, zu verarbeiten.“

Das volle Statement: „Wir sind sehr enttäuscht über die Entscheidung des Bundesgerichtshofs und die Tatsache, dass Novak Australien verlassen muss. Dabei ging es nicht nur um Sport und Spiel beim ersten Grand Slam der Saison, die Novak seit einem Jahrzehnt dominiert, sondern auch um Politik und alle Interessen, die in diesem Fall gesiegt haben.“

„Trotz des skandalösen Verhaltens gegenüber Novak glaubten wir, dass der Sport gewinnen würde. Wir glaubten, dass die vom Gericht bestätigte Tatsache respektiert würde – dass Novak ein gültiges Visum hat, dass der Gerechtigkeit Genüge getan wird und dass keine „öffentlichen Interessen“ eine Entschuldigung für die getroffene Entscheidung sein werden“, schreibt die Familie weiter.

„Dies sind schwierige Zeiten, insbesondere für Novak, aber was wir alle tun müssen, vor allem wir als seine Familie, ist, ihn mehr denn je zu unterstützen. Wir werden dort sein, um die Schläge zu teilen, die er erhalten hat, um ihm zu helfen, seine Energie wiederzugewinnen, sein Vertrauen in diesen Sport, vor allem in das Fairplay, das hier völlig fehlte. Wir sind stolz auf ihn und die Stärke, die er gezeigt hat, und den Kampf, den er mit Würde geführt hat. Wir glauben, dass er gestärkt aus dieser Situation hervorgehen wird und dass die Zeit zeigen wird, was er bisher unbestreitbar immer bestätigt hat, nämlich dass er ein großer Champion und ein Mann ist.“

Djokovic hat Australien verlassen - Vater: „Attentat vorbei, 50 Kugeln in seiner Brust“

Update vom 16. Januar, 13.55 Uhr: Nach seiner Niederlage vor einem Bundesgericht hat Tennisstar Novak Djokovic Australien noch am Sonntagabend verlassen. Der 34 Jahre alte Serbe hob um 22.52 Uhr (Ortszeit) mit Flug EK409 von Melbourne nach Dubai ab. Kurz vor 18.00 Uhr hatten die drei zuständigen Richter den Einspruch des Weltranglistenersten gegen die erneute Annullierung seines Visums vom Freitag zurückgewiesen.

Djokovic wird die am Montag beginnenden Australian Open verpassen, bei denen er mit neun Erfolgen Rekordsieger ist. In einem schriftlichen Statement hatte der Titelverteidiger bereits geäußert, dass er „extrem enttäuscht über die Entscheidung“ sei. Er hatte aber auch betont, diese zu respektieren und mit den zuständigen Behörden bezüglich seiner Ausreise zu kooperieren.

Unterdessen meldetes sich Djokovics Vater zu Wort: „Das Attentat auf den besten Sportler der Welt ist vorbei, 50 Kugeln in Novaks Brust.“

Novak Djokovic: Serbiens Präsident spricht von „Hexenjagd“

Update vom 16. Januar, 11.15 Uhr: Serbiens Präsident Aleksandar Vucic hat mit Unverständnis auf die bevorstehende Ausweisung von Novak Djokovic aus Australien reagiert. Das habe er dem Tennisstar auch in einem Telefonat gesagt. Vucic sprach am Sonntag gegenüber serbischen Medien zudem erneut von einer "Hexenjagd", die Djokovic in den vergangenen Tagen habe erleiden müssen.

"Ich habe Novak gesagt, dass ich es kaum erwarten kann, dass er nach Serbien zurückkommt, in sein Land, wo er immer willkommen ist", sagte Vucic. Es sei nicht hinnehmbar, "den besten Tennisspieler zehn, elf Tage lang so zu behandeln, und ihm dann am elften Tag die gleiche Entscheidung mitzuteilen wie am ersten Tag."

Vucic warf den Anwälten der australischen Regierung zudem Lügen vor. "In dem sinnlosen Gerichtsverfahren konnte man sehen, wie sehr die Anklage lügt. Sie haben schlicht und ergreifend gelogen. Sie sagen, dass es weniger als 50 Prozent geimpfte Menschen in Serbien gibt, aber es sind offiziell 58 Prozent. Das ist mehr als in vielen anderen europäischen Ländern. Das war ein sinnloses Argument", sagte Vucic.

Australische Sportler seien in Serbien jederzeit willkommen. "Danke an die Menschen in Australien. Ich bin mir sicher, dass sie Serbien lieben", sagte der Politiker: "Sie glauben, dass sie Djokovic gedemütigt haben, aber sie haben nur sich selbst gedemütigt. Er kann in sein Land zurückkehren und jedem erhobenen Hauptes in die Augen sehen."

Novak Djokovic: Serbische Presse wettert gegen Australien

Update vom 16. Januar, 11.10 Uhr: Der serbische Tennisstar Novak Djokovic hat am Sonntag in seiner Visums-Frage vor dem australischen Bundesgericht verloren und muss das Land verlassen. Serbische und kroatische Online-Medien schreiben dazu:

Serbien:

„kurir.rs“: „Das Gericht hat entschieden: Deportation für Novak! In Melbourne geschah die größte Schande in der Geschichte des Sports! Schäm dich, Australien! (...) Das Recht hat verloren, die Politik hat gesiegt.“

„alo.rs“: „Eine Schande, wie man sie noch nie gesehen hat! Djokovic wird abgeschoben, bei den Australian Open wird er nicht spielen.“

„informer.rs“: „Erschüttert wie noch nie! Enttäuschter „Nole“ meldete sich nach Niederlage vor Gericht zu Wort. Aus seiner Trauer macht er kein Hehl.“

Kroatien: „24sata.hr“: „Nun doch „Djoxit“! Novak wird deportiert.“

Djokovic meldet sich nach Ausreise-Urteil selbst zu Wort

Update vom 16. Januar, 9.15 Uhr: Novak Djokovic zieht nach dem Urteil des Bundesgerichts von Australien offenbar keine weiteren juristischen Schritte in Erwägung. Er respektiere die Entscheidung des Gerichts und werde mit den entsprechenden Autoritäten kooperieren, was seine Abreise aus Australien betreffe, teilte der Weltranglisten-Erste in einer Stellungnahme mit, aus der am Sonntag mehrere Medien zitierten.

Kurz zuvor hatte das Bundesgericht den Einspruch des serbischen Tennisprofis gegen seine verweigerte Einreise und die Annullierung des Visums abgelehnt. Damit darf der Titelverteidiger und Rekordsieger nicht an den am Montag beginnenden Australian Open in Melbourne teilnehmen und muss ausreisen. „Ich bin extrem enttäuscht über die Entscheidung“, teilte Djokovic mit. Der 20-fache Grand-Slam-Turniersieger hat die Australian Open bereits neunmal gewonnen.

„Ich fühle mich unwohl, dass ich der Fokus der vergangenen Wochen gewesen bin, und ich hoffe, dass wir uns nun alle auf das Spiel und das Turnier, das ich liebe, konzentrieren können“, so Djokovic. Er werde sich nun ein bisschen Zeit nehmen, sich zu erholen, bevor er darüber hinaus weitere Kommentare abgebe. Einem Bericht der Nachrichtenagentur AAP zufolge wäre eine Berufung vor dem High Court, dem höchsten Gericht Australiens, möglich gewesen. Die Erfolgschancen waren aber ohnehin gering.

Djokovic-Hammer! Tennis-Star darf nicht an Australian Open teilnehmen

Update vom 16. Januar, 8.01 Uhr: Novak Djokovic darf nicht an den Australian Open teilnehmen und muss ausreisen. Wie das Bundesgericht in Australien am Sonntag entschied, wurde der Einspruch des serbischen Tennisprofis gegen seine verweigerte Einreise und die Annullierung des Visums abgelehnt. Die Entscheidung sei einstimmig gefallen, hieß es in der Bekanntgabe der drei Richter James Allsop, Anthony Besanko und David O‘Callaghan. Die Begründung solle frühestens am Montag erfolgen.

Gegen das Urteil können beide Seiten vor dem Bundesgericht keine Rechtsmittel einlegen. Einem Bericht der Nachrichtenagentur AAP zufolge ist eine Berufung vor dem High Court, dem höchsten Gericht Australiens, möglich. Die Erfolgschancen seien aber gering. Damit kann der 34 Jahre alte Djokovic seinen Titel beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres in Melbourne nicht verteidigen. 

Die Sitzung hatte gegen 9.30 Uhr (Ortszeit) begonnen. Um kurz vor 18.00 Uhr Ortszeit wurde die Entscheidung bekannt. Wie die australische Nachrichtenagentur AAP berichtete, hatte Djokovic die Sitzung aus dem Büro seiner Anwälte in Melbourne verfolgt. Die Nacht vor der Verhandlung beim Bundesgericht hatte der Rekordsieger der Australian Open in einem Abschiebehotel verbracht. 

Update vom 16. Januar, 7.43 Uhr: Darf er bei den Australian Open antreten oder nicht? Die Entscheidung in der Visumsfrage von Novak Djokovic steht bevor. Der serbische Tennisstar wartet auf die Gerichtsentscheidung, ob er Australien verlassen muss oder ab Montag als Titelverteidiger bei den Australian Open antreten darf. Nach einer Sitzung über fünf Stunden haben sich die drei Richter des Bundesgerichts am frühen Sonntagnachmittag (Ortszeit) für die Urteilsfindung zurückgezogen. Man hoffe, am späteren Nachmittag oder am frühen Abend zu einem Ergebnis zu kommen, sagte der Vorsitzende Richter James Allsop. Der 34 Jahre alte Weltranglisten-Erste Djokovic hatte Einspruch dagegen eingelegt, dass sein Visum am Freitag erneut für ungültig erklärt worden war.

Die Sitzung begann gegen 9.30 Uhr (Ortszeit), um 12.30 Uhr wurde sie für eine einstündige Pause unterbrochen. Mehr als 85.000 Menschen sahen zwischenzeitlich die Online-Übertragung auf dem YouTube-Kanal des Bundesgerichts.

Fall Djokovic: Richter beraten über Entscheidung

Update vom 16. Januar, 7.02 Uhr: In der Gerichtssitzung in Australien im Fall des serbischen Tennisprofis Novak Djokovic haben sich die Richter am frühen Sonntagnachmittag (Ortszeit) zur Entscheidungsfindung zurückgezogen. Drei Richter des Bundesgerichts entscheiden, ob der Tennis-Star im Land bleiben und an den am Montag in Melbourne beginnenden Australian Open teilnehmen darf oder ob der Titelverteidiger ausreisen muss. Djokovic (34) hatte nach dem erneuten Entzug seines Visums Einspruch eingelegt. Wann das Urteil fällt, war zunächst nicht bekannt. Man wolle den Nachmittag mit Beratungen zu dem Fall verbringen und hoffe, noch am Sonntag zu einer Entscheidung zu kommen, sagte der Vorsitzende Richter James Allsop.

Die vorangehende Anhörung wurde online übertragen. Wie die australische Nachrichtenagentur AAP berichtet, verfolgte Djokovic die Sitzung aus dem Büro seiner Anwälte in Melbourne. Die Nacht vor der Verhandlung beim Bundesgericht hatte er in einem Abschiebehotel verbracht.

Djokovic-Anhörung am Sonntag - Steht Entscheidung bevor?

Zunächst hatten die Anwälte des 20-maligen Grand-Slam-Turniersiegers ihre Argumentationslinie dargelegt. Sie warfen unter anderem die Frage auf, ob Einwanderungsminister Alex Hawke nicht bedacht habe, ob auch eine „Anti-Impf-Stimmung“ geschürt werde, wenn das Visum des Tennisprofis für ungültig erklärt werde. Dass der Aufenthalt die „Anti-Impf-Stimmung“ fördern könne, hatte die australische Regierung als einen Grund angegeben, warum Hawke das Visum erneut für ungültig erklärt hatte. Die Regierungsseite argumentierte, dass Djokovic ein Vorbild für Impfskeptiker sein könne.

Nachdem die Sitzung gegen 9.30 Uhr begonnen hatte, war sie um 12.30 Uhr für eine einstündige Pause unterbrochen worden. Es sollte möglich sein, das Verfahren zur „Lunchtime“ abzuschließen, hatte es zum Auftakt geheißen.

Djokovic-Entscheidung steht bevor: Bei Niederlage rückt Lucky Loser nach

Sollte Djokovic vor Gericht Erfolg haben, würde der Titelverteidiger am Montagabend bei den Australian Open antreten. Das geht aus dem Spielplan hervor, den die Veranstalter des Grand-Slam-Turniers in Melbourne am Sonntag vor dem Gerichtsurteil im Visumsfall des serbischen Tennisprofis bekanntgaben. Djokovic würde im zweiten Spiel der Nightsession (2. Spiel nach 09.00 Uhr deutscher Zeit) in der Rod-Laver-Arena auf seinen Landsmann Miomir Kecmanovic treffen.

Sollte der Weltranglistenerste vor Gericht verlieren, würde ein Lucky Loser auf seinen Platz im Tableau rücken - also ein Spieler, der in der Qualifikation eigentlich verloren hatte. Der Weltranglistenerste Djokovic ist Titelverteidiger und an Nummer eins gesetzt.

Djokovic wieder in Gewahrsam: Entscheidung zu Showdown gefallen! Auch Zverev meldet sich zu Wort

Update vom 15. Januar, 10.20 Uhr: Die Anhörung des Tennis-Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic vor dem Bundesgericht in Australien soll am Sonntag vor drei Richtern stattfinden. Wie die australische Nachrichtenagentur AAP am Samstag schrieb, wird der Fall des 34 Jahre alten Serben am Federal Court of Australia ab 9.30 Uhr vom Vorsitzenden Richter James Allsop sowie dessen Kollegen Anthony Besanko und David O‘Callaghan verhandelt.

Das Bundesgericht soll Klarheit schaffen, ob Djokovic an den am Montag beginnenden Australian Open teilnehmen darf oder ausreisen muss. Dem Bericht zufolge können nach einer Entscheidung durch drei Richter keine Rechtsmittel mehr gegen das Urteil eingelegt werden. Damit steht am Sonntag der Showdown in der Cause Djokovic an.Mit einer kurzen verfahrensrechtlichen Anhörung vor Richter O‘Callaghan war der Fall zur Visums-Frage am Samstag fortgesetzt worden.

Nachdem die Behörden dem nicht gegen Corona geimpften Djokovic die Einreise in der vorigen Woche verweigert hatten, hatte er mehrere Nächte im Park Hotel im Melbourner Stadtteil Carlton verbracht. Die erste Gerichtsentscheidung am Montag war zu seinen Gunsten ausgefallen, Djokovic hatte daraufhin die Vorbereitung auf das erste Grand-Slam-Turnier der Saison fortgesetzt. Am Freitag war sein Visum in einer persönlichen Entscheidung von Einwanderungsminister Alex Hawke ein zweites Mal für ungültig erklärt worden. Am Samstag wurde Djokovic wieder in das Abschiebehotel gebracht, wie australische Medien berichteten. Es ist wahrscheinlich, dass er über Nacht bis zur Anhörung am Sonntag dort bleiben muss.

Novak Djokovic: Deutschlands Tennis-Ass Zverev schaltet sich in Corona-Drama ein

Update vom 15. Januar, 8.35 Uhr: Im Einreise-Streit um Novak Djokovic hat Deutschlands bester Tennisspieler Alexander Zverev Partei für den serbischen Topstar ergriffen und sich für dessen Teilnahme an den Australian Open ausgesprochen. „Ich denke, es ist nicht sehr fair für eine Person, hier herzukommen und nicht spielen zu können“, sagte der 24-jährige Hamburger in Melbourne. „Die australische Regierung und die Regierung Victorias hätten sich im Voraus im Klaren darüber sein müssen, was passieren wird.“

Der Start des serbischen Titelverteidigers Djokovic beim am Montag beginnenden Grand-Slam-Turnier ist weiter fraglich. Ein Bundesgericht in Melbourne wird sich am Sonntag mit dem Einspruch des 34-Jährigen befassen. Einwanderungsminister Alex Hawke hatte am Freitag das Visum des Weltranglisten-Ersten für ungültig erklärt und auch mit dem öffentlichen Interesse begründet. Djokovic ist mit neun Titeln Rekordsieger der Australian Open. „Ich weiß nicht genug über die Situation, aber ich denke, wenn es nicht Novak Djokovic wäre, der Weltranglistenerste mit 20 Grand-Slam-Titeln, all das, dann wäre es nicht so ein großes Drama“, sagte Zverev.

Angesichts der hohen Corona-Zahlen in Melbourne schränkt sich Zverev bei den Australian Open stark ein. Er gehe - abgesehen vom Training - nirgendwo mehr hin, sagte Zverev. „Ich gehe kein Risiko ein. Ich möchte das Turnier so gut wie möglich spielen.“ Für den australischen Bundesstaat Victoria wurden am Samstag gut 25.000 neue Fälle gemeldet. Zverev bekommt es in der ersten Runde am Montag in einem deutschen Duell mit Außenseiter Daniel Altmaier aus Kempen zu tun.

Novak Djokovic vor Australian Open erneut im Abschiebe-Hotel

Update vom 15. Januar, 07.07 Uhr: Der von der Abschiebung aus Australien bedrohte serbische Tennisprofi Novak Djokovic ist erneut in Gewahrsam. Das berichtete die australische Nachrichtenagentur AAP am Samstag. Es ist demnach wohl wahrscheinlich, dass der 34-jährige Weltranglistenerste sogar über Nacht in Gewahrsam bleiben muss. Eine Anhörung vor Gericht ist für Sonntagmorgen anberaumt.

Dem Tennis-Topstar war am Freitag zum zweiten Mal das Visum aberkannt worden. Djokovic ist nicht gegen das Coronavirus geimpft und deswegen eine umstrittene Person in dem Land, das seit Beginn der Pandemie harte Regeln aufgestellt hat. Vergangene Woche war ihm dann von den Behörden die Einreise verweigert worden, er wurde in ein Abschiebehotel gebracht.

Das Bundesgericht soll nun Klarheit in der Frage bringen, ob der Titelverteidiger und Rekordsieger an den Australian Open teilnehmen darf. Das erste Grand-Slam-Turnier der Tennis-Saison beginnt am Montag in Melbourne, Djokovic würde gleich am ersten Tag der zweiwöchigen Veranstaltung seine Erstrundenpartie bestreiten.

Erstmeldung vom 14. Januar:

Er war selbst zweimal Sieger der Australian Open: Boris Becker gewann 1991 und 1996 das Grand-Slam-Turnier in Melbourne. Damit nicht genug. Der 54-jährige Badener führte zudem als Trainer Novak Djokovic 2015 und 2016 zum Triumph in „Down Under“. Drei Jahre dauerte die Zusammenarbeit, Becker kennt den serbischen Superstar aus dem Eff-eff.

Novak Djokovic/Australian Open: Boris Becker verteidigt nicht geimpften Tennis-Star

Jenen Mann, der in den vergangenen Tagen nicht nur in der Tennis-Welt für mächtig Wirbel sorgte. So kam heraus, dass der 34-Jährige nicht gegen das Coronavirus geimpft ist. Mit einer angeblichen Sondergenehmigung reiste er dennoch nach Australien, obwohl auf dem Kontinent in der weltweiten Pandemie strenge Regeln gelten. Zuletzt entzog der australische Einwanderungsminister Alex Hawke in einer regelrechten Posse jedoch Djokovic dessen Visum, nachdem sich Djokovic noch in erster Instanz vor Gericht durchgesetzt hatte. Stand Freitagabend, 14. Januar, war offen, ob er nicht doch noch bei den Australian Open antreten darf. Irgendwie.

Es gibt viele Menschen, die die Ansicht von Novak vertreten.

Boris Becker über den nicht-geimpften Djokovic

In die hitzige Debatte schaltete sich am selben Tag nun auch Becker ein. Der Leimener verteidigte seinen einstigen Schützling, riet diesem dennoch dringend zu einer Corona-Impfung. „Wer sich nicht impfen lässt, wird dadurch nicht automatisch zu einem schlechten Menschen. Ich habe mich impfen lassen und bin geboostert, aber ich bin auch in meinen Fünfzigern“, meinte der 54-Jährige im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z. / hinter einer Bezahlschranke): „Es gibt viele Menschen, die die Ansicht von Novak vertreten, auf ihr starkes Immunsystem vertrauen und vielleicht auch eine andere Sicht auf die Welt haben. Als demokratische Gesellschaft sollten wir diese anderen Meinungen auch zulassen.“

Novak Djokovic/Australian Open: Ex-Trainer Boris Becker rät zur Corona-Impfung

Mittlerweile hätte sich gezeigte, sagte Becker, „dass man sich trotz dreier Impfungen auch infizieren und die Krankheit weitergeben kann. Das ist das Teuflische: Es gibt keine beste, sondern nur eine vorübergehende Lösung. Novak hat sich anders entschieden als ich und die Mehrheit der Menschen. Aber er hat nichts Verbotenes getan“.

Dennoch mahnte Becker: Wolle sich Djokovic weiter auf Tennis konzentrieren, müsse er Veränderungen unternehmen, meinte der sechsmalige Grand-Slam-Sieger im Gespräch mit der F.A.Z. weiter: „Deswegen wäre meine Meinung: ‚Novak, versuche einzusehen, dass es geimpft leichter für dich sein wird.‘ Ob er das macht, weiß ich nicht.“

Boris Becker erzählte ferner, dass Djokovic „ein wunderbarer Charakter“ sei. „Er liebt seine Familie über alles, er liebt sein Heimatland Serbien über alles, er hat noch Freunde von früher, die er nicht vergessen hat. Er hat viele menschliche Qualitäten, die man so nicht kennt. Er ist ein unglaublicher Kämpfertyp“, erklärte die deutsche Tennis-Ikone über seinen früheren Schüler: „Wenn einer die Chance hätte, die Australian Open unter diesen Bedingungen zu gewinnen, dann Djokovic. Ich gehöre zum erweiterten Teil seiner Familie – glaube ich, er jedenfalls von mir. Wir haben viele private, intime, unheimlich tolle Momente miteinander verbracht, das hat uns zusammengeschweißt. Das heißt nicht, dass wir immer einer Meinung sind: Ich habe mich impfen lassen, ich habe andere politische Ansichten, aber trotzdem sind wir uns als Menschen sehr nahe.“

Novak Djokovic/Australian Open: Boris Becker sieht Chance für Alexander Zverev

Bleibt es beim verordneten Aus für den Serben, könnte ein deutsches Tennis-Ass davon profitieren, glaubt Becker. Er sagte der F.A.Z.: „Sascha Zverev hat in der Tat eine große Chance, seinen ersten Grand-Slam-Titel zu gewinnen, und er kann die Nummer eins der Welt werden.“ (pm)

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