Judo kehrt bei den Olympischen Spielen in seine Heimat Japan zurück (Symbolfoto).
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Judo kehrt bei den Olympischen Spielen in seine Heimat Japan zurück (Symbolfoto).

Aus politischem Motiv

Olympia-Eklat: Weil Gegner aus Israel kommt, tritt Algerier nicht an - „Palästinensische Sache größer“

  • Marius Epp
    VonMarius Epp
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Eklat bei Olympia: Ein Judoka aus Algerien weigert sich gegen einen Israeli anzutreten - aus politischem Motiv. Ihn treffen nun harte Konsequenzen.

Tokio - Bei Olympia sollte der Sport an sich im Vordergrund stehen - doch immer wieder werden Sportveranstaltungen politisch instrumentalisiert. Der algerische Judoka Fethi Nourine sorgte nun für einen Eklat.

Hätte Nourine seinen Auftaktkampf in der Klasse bis 73 Kilogramm gewonnen, hätte er in der zweiten Runde gegen den Israeli Tohar Butbul antreten müssen. Der Algerier zog seine Teilnahme deswegen zurück - er wollte aus politischen Gründen nicht gegen einen Kämpfer aus Israel antreten.

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„Wir haben viel gearbeitet, um die Olympischen Spiele zu erreichen, aber die palästinensische Sache ist größer als das“, begründete er seinen fragwürdigen Schritt. Nourine wurde nun vom Judo-Weltverband IJF vorläufig suspendiert, Ermittlungen wurden eingeleitet. Auch der algerische Verband verurteilte den Vorfall ausdrücklich.

„Die Aussagen von Nourine und seinem Coach stehen im totalen Gegensatz zu unserer Philosophie“, teilte der Judo-Weltverband mit. „Judo basiert auf Solidarität, Respekt und Freundschaft, jede Form der Diskriminierung können wir nicht tolerieren.“ Nourine und seinem Trainer wurde die Olympia-Akkreditierung entzogen, das Olympische Komitee Algeriens prüft Sanktionen. Eine Disziplinarkommission soll über weitere Folgen entscheiden.

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„Wir haben die richtige Entscheidung getroffen“, betont Nourines Trainer Amar Ben Yaklif dennoch. Schon bei der Judo-WM 2019 verweigerten die beiden den Kampf gegen den Israeli Butbul.

Die Aktion des Judoka steht im krassen Widerspruch zum Olympischen Leitbild. Die fünf in sich verschlungenen Olympischen Ringe stehen für die Vereinigung der fünf Kontinente und die Zusammenkunft der Athleten der ganzen Welt. Jeder Sportler ist gleich, unabhängig von seiner Herkunft.

Die Friedensidee des Sports ist nach dem Gründervater Pierre de Coubertin eine der fünf Prinzipien Olympias. „Jedes ausschließlich nationale Empfinden muss vorübergehend auf Urlaub geschickt werden“, sagte Coubertin damals. Er hat heute noch Recht. (epp)

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