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Tränen-Drama bei Olympia! Deutsche Reiterin will weinend ihr Pferd bändigen

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Von: Marius Epp

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Bittere Momente für Annika Schleu.
Bittere Momente für Annika Schleu. © Pedro PARDO / AFP

Ganz bittere Szenen bei Olympia: Die deutsche Fünfkämpferin Annika Schleu liegt vor dem Reiten auf Goldkurs - doch dann bockt auf einmal ihr Pferd.

Tokio - Deutsche Tränen auf dem Rücken von Saint Boy: Fünfkämpferin Annika Schleu (Berlin) muss ihren Traum von einer Medaille bei den Olympischen Spielen nach einem völlig missglückten Reiten begraben. Die auf Goldkurs liegende Olympia-Vierte von Rio bleib am Freitag ohne Punkte und fiel vor dem abschließendem Laser-Run mit 551 Zählern vom ersten auf den 31. Platz zurück. Schleu und Peking-Olympiasiegerin Lena Schöneborn auf der Tribüne brachen in Tränen aus.

Sportsoldatin Schleu hatte das Reiten mit 24 Punkten Vorsprung auf die ROC-Athletin Juliana Bataschowa in Angriff genommen. Auf dem Rücken von Saint Boy, auf dem Bataschowas Landsfrau Gulnas Gubaidullina vor Schleu bereits ohne Punkte geblieben war, lief dann aber nichts mehr.

Olympia: Drama um deutsche Fünfkämpferin und Pferd - Bundestrainerin ruft „Hau mal richtig drauf“

Nur mit Mühe brachte Schleu das ihr zugeloste Pferd überhaupt auf den Parcours. Dort verweigerte Saint Boy mehrfach. „Weiter, weiter“, rief Bundestrainerin Kim Raisner - es nützte nichts. Im TV war auch zu hören, wie Raisner ihrem Schützling zweimal zurief: „Hau mal richtig drauf!“ Viele Zuschauer waren von diesem Zuruf empört - auf Twitter wurde eine Welle entsetzter Nachrichten ausgelöst.

„Geht gar nicht, wie Tierquälerei hier so salonfähig präsentiert wird“, schreibt eine Userin. Unzählige andere stimmen zu. „Die Trainerin gehört gekündigt“, schreibt ein weiterer Zuschauer.

Olympia-Tragödie: Fünfkämpferin Annika Schleu muss Medaille begraben

Peking-Olympiasiegerin Lena Schönborn zeigte sich erschüttert von dem Vorfall. „Es kann keiner besser nachempfinden als ich. Es ist Eins-zu-Eins die Situation, die ich in Rio hatte“, sagte Schöneborn, die 2016 in Brasilien ihre Medaillenchance auf dem Rücken von „Legende“ verloren hatte, in der ARD: „Es ist der Worst Case, der jetzt eingetreten ist. Mit allen anderen Punktzahlen hätte sonst was passieren können, hätte man Annika keine Medaille mehr nehmen können. Das ist sehr erschütternd.“

Schleu war am Donnerstag mit 29 Siegen in 35 Fecht-Duellen glänzend in den Wettkampf gestartet. „Das hatte ich in meinem Leben noch nie. Heute hat irgendwie alles gepasst“, hatte sie im Anschluss in der ARD gesagt. Im Bonusfechten am Freitag verlor sie im Tokyo Stadium ihr Duell gegen die Südkoreanerin Kim Sehee. Zuvor hatte sie beim Schwimmen über 200 m Freistil nach 2:16,99 Minuten als 24. angeschlagen, ihre Führung aber behauptet. Dann folgte das Reit-Drama. (epp/SID)

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