Der Paukenschlag ist Pflicht

- Gelsenkirchen - Beim Benefizspiel für die Flutopfer in Südostasien war Jürgen Klinsmann das Ergebnis (2:2) noch völlig egal, doch vor dem Länderspiel-Kracher in zwei Wochen gegen Argentinien hat der Bundestrainer den Druck auf die Nationalspieler erhöht. Die Sichtungs- und Experimentierphase ist vorbei, 2005 will Klinsmann weitgehend sein Team für die WM finden. Am 9. Februar fordert er im neuen Düsseldorfer Stadion ein Ende der langen Durststrecke gegen große Fußball-Nationen. "Argentinien ist das erste große Highlight. Da wollen wir mit einem Paukenschlag ins Jahr 2005 starten. Wir wollen Argentinien schlagen", verkündete der Bundestrainer.

Vier Jahre und vier Monate liegt der letzte Sieg gegen eine Top-Nation zurück. Am 7. Oktober 2000 besiegte die DFB-Auswahl noch unter Rudi Völler im Londoner Wembleystadion England mit 1:0. Diese Negativserie soll endlich reißen, um Klinsmanns Titel-Ambitionen für die Heim-WM eine realistische Chance zu geben. "Die Partie gegen Argentinien hat eine ungeheure Bedeutung für uns", sagte der 40-Jährige. Das Testspiel gegen den Olympiasieger ist die wichtigste Standortbestimmung vor dem Confederations Cup vom 15. bis 29. Juni in Frankfurt, Köln, Hannover, Nürnberg und Leipzig.

Schon die Nominierung für das erste Länderspiel des Jahres wird zeigen, wer bei Klinsmann am höchsten im Kurs steht. "Wir werden genau überlegen, mit welchem Kader wir in dieses Spiel gehen", sagte er geheimnisvoll. Nicht einmal dem Schalker Christian Pander, der am Dienstag erstmals das Nationaltrikot trug, mochte Klinsmann eine erneute Einladung garantieren. "Wir geben Christian ein Lob für sein erstes Spiel im Nationalteam. Aber das Sportliche konnte man nicht in Betracht ziehen. Er sollte ein Gespür dafür bekommen, wie die Chemie in unserer Mannschaft ist", sagte der Bundestrainer.

Für Pander selbst war das inoffizielle Debüt "eine Riesensache. Es ist alles noch wie ein Traum. Es ging bei mir von null auf hundert", bemerkte der 21-Jährige. Er weiß, dass der Ausfall des Stuttgarters Philipp Lahm (Fußbruch) eine große Chance für ihn auf der linken Seite sein kann. "Hoffnungen mache ich mir auf jeden Fall. Ich habe es allein in der Hand mit meiner Leistung." Im Schalker Team will er sich empfehlen "für ein richtiges Länderspiel gegen Argentinien".

Gegen die Allstars hatte nicht nur Pander ein Problem damit, "wie man spielen sollte". Man merkte den 42 mitwirkenden Profis an, dass sie im Alltag zu sehr auf Ergebnis-Fußball gedrillt sind. Nur punktuell verwöhnten sie die 51 904 Zuschauer mit "schönem Fußball".

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