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Peter Joppich erneut Florett-Weltmeister

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- Turin - Als die Fecht-Weltmeisterschaften für die deutsche Equipe zu größten Einzel-Pleite seit 32 Jahren zu werden drohte, zeigte Peter Joppich in der der Höhle des Löwen sein großes Kämpferherz und schnappte sich Gold.

Der Koblenzer gewann im Turiner Oval Lingotto das Florett-Finale gegen den Italiener Andrea Baldini mit 15:14 Treffern. Es war Joppichs zweiter WM-Titel nach 2003 und die erste deutsche Medaille am dritten Wettkampftag für das deutsche Team.

«Ich bin überglücklich. Das ist absoluter Wahnsinn, grade hier in Italien vor diesem Publikum», sagte Joppich, der wegen einer Hirnhautentzündung und mit einer Rückenverletzung wochenlang mit dem Training hatte aussetzen müssen. Der 23-Jährige ist der einzige deutsche Doppel-Weltmeister im Einzel nach Friedrich Wessel 1969 und 1970. Joppich hatte sich in einem deutschen Viertelfinal-Duell gegen Benjamin Kleibrink (Bonn) mit 15:14 durchgesetzt.

Die Degendamen hingegen gingen zum vierten Mal hintereinander leer aus: Als letzte verbliebene Deutsche scheiterte Imke Duplitzer (Bonn) mit 14:15 im Achtelfinale an der zweimaligen Olympiasiegerin Timea Nagy. «Es war nicht mein bester Tag, es war nicht mein bestes Jahr und Nagy ist nicht irgendwer», sagte die mitfavorisierte Weltranglisten-Zweite. Nagy gewann das WM-Finale gegen die Estin Irina Embrich mit 15:11.

Auch Ex-Weltmeisterin Claudia Bokel (Tauberbischofsheim) scheiterte knapp mit 11:12 im «Sudden death» an der Südkoreanerin Shin A Lam. «Bedauerlich, dass wir die mögliche Medaille nicht geschafft haben. Das Fechten war in Ordnung», sagte Degen- Bundestrainer Manfred Kaspar. Britta Heidemann (Leverkusen) verlor gegen Juliana Maceseanu 9:15, ihre Vereinskollegin Marijana Markovic scheiterte in der ersten Runde.

Für Florettfechter Joppich war das Duell mit seinem Trainingskollegen Kleibrink «extrem schwierig». Beide werden von Bundestrainer Uli Schreck in Bonn betreut und standen sich in unzähligen Gefechten gegenüber. «Wir kennen uns so gut, und es sind immer harte Fights», meinte Joppich, der auch bei seinem WM-Triumph 2003 in Havanna (Kuba) am dritten Tag die erste deutsche Medaille geholt hatte. Eine Schramme am Hals und ein Eisbeutel an der von Kleibrinks Florett getroffenen Hand zeugten vom harten Kampf, den Joppich nach einem 13:14 noch drehte. Kleibrink scheiterte wie im Vorjahr im Viertelfinale. Der Junioren-Weltmeister von 2005 hatte im Achtelfinale beim 15:14 im «Sudden Death» gegen Erwan Le Pechoux aus Frankreich seine Kämpfernatur unter Beweis gestellt, hatte aber das Pech, dann auf Landsmann Joppich zu treffen.

Am Vortag hatte die erst 16-Jährige Säbelfechterin Alexandra Bujdoso (Koblenz) mit ihrer Viertelfinal-Teilnahme für Furore gesorgt und war dort erst an Olympiasiegerin Mariel Zagunis (USA) mit 10:15 gescheitert. Das Finale verlor Zagunis 11:15 gegen ihre Teamkollegin Rebecca Ward. Den Degen-Titel sicherte sich Wang Lei aus China durch ein 6:5 nach Verlängerung gegen den Überraschungsfinalisten Jaoquim Videira (Portugal), Jörg Fiedler (Tauberbischofsheim) schied im Achtelfinale aus.

Ralf Bißdorf (Heidenheim) unterlag im Florett-Achtelfinale dem Japaner Yusuke Fukuda 11:15. Für den Olympia-Zweiten von 2000 und diesjährigen Europameister könnte es der letzte WM-Kampf seiner Karriere gewesen, eine endgültige Entscheidung will der 35-Jährige aber erst in den kommenden Wochen treffen. Bundestrainer Schreck berücksichtigt Bißdorf nicht mehr für Mannschafts-Wettkämpfe, weil er nach dessen enttäuschenden Leistungen bei der Heim-WM 2005 in Leipzig auf jüngere Kräfte setzt. Dominik Behr (Tauberbischofsheim) unterlag in der zweiten Runde dem Japaner Yuki Ota mit 8:15.

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