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Pillendreher mit neuem Dreh

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- Bei Bayer Leverkusen ist es letzte Saison einmal tief runter und einmal steil nach oben gegangen, einer verkorksten Vor- war eine respektable Rückrunde gefolgt. Nun bemüht man sich um den goldenen Mittelweg - also zwei gute Halbserien am Stück. Auch das neu verpflichtete Duo, auf das sich alle Hoffnungen stützt, ist eine Mischung aus zwei Extremen: Sergej Barbarez (34) will im Herbst seiner Karriere noch mal groß rauskommen, Stefan Kießling (22) am Anfang seiner Laufbahn weiter für Furore sorgen.

Bayer Leverkusen muss seit jeher damit leben, als Werkself abgekanzelt zu werden, als blutleerer Abklatsch eines Fußballklubs, als künstlich kreiertes Mitglied der Balltreterbranche. Noch dazu lieferte der Pharmakonzern im Hintergrund immer wieder gute Möglichkeiten für spöttische Bemerkungen. Bei schlechten Spielen etwa empfehlen die gegnerischen Fans gerne den verstärkten Konsum der hauseigenen Kopfschmerztabletten. Im aktuellen Fankatalog haben sich die Rheinländer nun ihr Image selbstironisch zunutze gemacht. "Die Pillendreher vom Rhein" steht auf dem Cover, der Verein hat einen neuen Dreh gefunden - und auch auf dem Spielfeld soll sich das fortsetzen.

Dimitar Berbartov ist gegangen, wofür 16 Millionen Euro zurückgeblieben sind. Das Geld wurde in Barbarez und Kießling investiert, in ein Duo, das Klasse verheißt. "Wir werden noch viel Freude an ihnen haben", sagt Michael Skibbe, und das jüngste Testspiel deutete an, dass der Coach Recht haben könnte: Beim 3:1 gegen Kickers Offenbach erzielte Kießling zwei Treffer und legte Barbarez den dritten auf. Skibbe und Barbarez, das war übrigens lange keine große Liebe, einst bei Dortmund sortierte der Coach den Offensivmann aus, doch acht Jahre später hat man sich nun arrangiert.

Neben dem neuen Offensiv-Duo hat Verteidiger Karim Haggui ebenfalls von Beginn an überzeugt. An dem 22-Jährigen war im Sommer auch Werder Bremen interessiert, doch die Leverkusener setzten sich durch. Da rückt ein Klub langsam wieder an die Großen heran. Auf dem goldenem Mittelweg.

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