Pokal als Sprungbrett für "Underdogs"

- Düsseldorf - Die "Underdogs" wittern ihre Chance im DFBPokal. Auf dem Weg ins 63. DFB-Pokalfinale rechnen sich einige Außenseiter Ruhm, Ehre und eventuell einen internationalen Startplatz für die kommende Saison aus. Ob die Bundesligaclubs Eintracht Frankfurt und Arminia Bielefeld, die Zweitligisten Kickers Offenbach und TSV München 1860 oder der Regionalligist FC St. Pauli - alle fünf vom Erfolg nicht verwöhnten Vereine können mit zwei weiteren Siegen ins Endspiel von Berlin am 29. April einziehen.

Dabei sitzen bei den Zweitligisten München 1860 (gegen Eintracht Frankfurt) und Kickers Offenbach (in Bielefeld) nach Entlassungen der Cheftrainer jeweils Interimscoaches auf der Bank.

Die schwerste Aufgabe erwartet die Kiez-Kicker des FC St. Pauli, die sich ein Denkmal als Pokalschreck setzen wollen. Nach den Siegen gegen Wacker Burghausen, VfL Bochum und Hertha BSC soll nun der fünfmalige Cupsieger Werder Bremen bezwungen werden. "Die Mannschaft fiebert dem Spiel entgegen. Wenn wir mit hohem Tempo und Mut spielen, haben wir auch unsere kleine Chance", sagte Trainer Andreas Bergmann. Das Interesse an der Partie ist gigantisch. Die Tickets im freien Verkauf waren binnen 27 Minuten vergriffen. "Wir hätten 100 000 Karten verkaufen können", meinte Präsident Corny Littmann. Der ExHamburger Ivan Klasnic warnte seine Werder-Kollegen: "Einige werden geschockt sein, denn dort ist einfach alles anders", sagte der Bremer Profi, der mit seinem Team zum vierten Mal in Serie ins Halbfinale einziehen will.

Im Duell der ehemaligen Cupsieger zwischen München 1860 (1964 Pokalsieger) gegen Eintracht Frankfurt (zuletzt 1988 Pokalsieger) werden die Gastgeber nach der Entlassung von Rainer Maurer zwar von Co-Trainer Bernhard Trares betreut. Doch in Walter Schachner haben die "Löwen" bereits einen Nachfolger verpflichtet, der die Mannschaft nach dem Pokalspiel übernehmen wird. Der dreimalige Pokalsieger aus Frankfurt will an seine gute Bundesliga-Hinrunde anknüpfen und den ersten Sieg bei den "Löwen" seit 1981 einfahren. Verzichten muss Trainer Friedhelm Funkel auf den gesperrten Christoph Spycher.

Nach dem Halbfinaleinzug im vergangenen Jahr strebt Arminia Bielefeld die Wiederholung des größten Erfolgs im DFB-Pokal an. "Es ist eines der wichtigsten Spiele der Saison", meinte Arminias Coach Thomas von Heesen. Gegen den abstiegsgefährdeten Zweitligisten gelten die Ostwestfalen als klarer Favorit. "Aber keiner weiß, wo die Offenbacher im Moment stehen. Das macht sie zu einem gefährlichen Gegner", sagte von Heesen. Die von Interimscoach Steffen Menze betreuten Hessen, die zuletzt vor 16 Jahren das Semifinale erreichten, glauben trotz der Turbulenzen um die Entlassung von Trainer Hans-Jürgen Boysen an ihre Möglichkeiten. "Wir wollen unsere kleine Chance nutzen und die Sensation schaffen", sagte Sportmanager Michael Dämgen.

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