Der Pokal-Wahnsinn auf St. Pauli geht weiter

- Hamburg - Der Kiez steht Kopf, und der Pokaltraum des FC St. Pauli geht weiter: Der Hamburger Regionalligist besiegte Champions-League-Teilnehmer Werder Bremen nach einer großartigen kämpferischen Leistung mit 3:1 (1:1) und steht damit erstmals in seiner Vereinsgeschichte im Halbfinale des DFB-Pokals. 19.800 Zuschauer im restlos gefüllten Millerntor-Stadion feierten diesen erneuten Triumph des Drittligisten bis in die frühen Morgenstunden.

Ex-Bundesligaprofi Michel Mazingu-Dinzey hatte den krassen Außenseiter schon in der zehnten Minute in Führung gebracht, es dauerte bis zur 27. Minute, ehe der Bundesliga-Dritte durch einen Treffer von Mittelfeldregisseur Johan Micoud ausglich. Nach dem Seitenwechsel kam der Tabellendritte der Regionalliga Nord immer besser ins Spiel und sicherte sich den Sieg durch Treffer von Fabian Boll in der 59. sowie des Ex-Bremers Timo Schultz in der 66. Minute. Die Bremer vergaben die Chance, noch einmal in die Partie zu finden, bei einem Foulelfmeter von Nationalspieler Tim Borowski in der 78. Minute, den St. Paulis Torhüter Achim Hollerieth abwehrte.

Fast während der gesamten Partie kamen die Hamburger, die schon im Achtelfinale Hertha BSC Berlin mit 4:3 aus dem Rennen geworfen hatten, mit den äußerst schwierigen Platzverhältnissen besser zurecht. Die St. Pauli-Akteure wirkten einsatzfreudiger und waren auch standsicherer. Dadurch ließen sie die Gäste kaum richtig ins Spiel kommen. Nachdem es über Nacht in Hamburg Schneefall gegeben hatte, entschied sich Schiedsrichter Dr. Felix Brych aus München erst vier Stunden vor dem Anpfiff endgültig zur Austragung der ausverkauften Partie.

"Bei diesen Verhältnissen gefährden wir die Gesundheit unserer Spieler", kritisierte Werder-Trainer Thomas Schaaf, Sportdirektor Klaus Allofs ergänzte: "Wenn man Spaß haben will, kann man das machen, wenn man seriös sein will, kann man ein Spiel unter solchen Bedingungen nicht anpfeifen."

Erst als in der Schlussviertelstunde beim Team von Coach Andreas Bergmann mehr und mehr die Kräfte schwanden, kam der SV Werder noch einmal auf, ohne jedoch auch nur eine Verlängerung erzwingen zu können. Auch finanziell kann sich der hochverschuldete Regionalligist als großer Gewinner fühlen.

Auch interessant

Kommentare