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Starnberger will in München Europameister werden: Powervolleyball für das Podest

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Von: Patrick Reichelt

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Bereit zum Abheben: der Starnberger Clemens Wickler.
Bereit zum Abheben: der Starnberger Clemens Wickler. © dpa/Schwartz

Der Starnberger Clemens Wickler und sein Partner sind pünktlich zur EM in Form. Springt am Ende die Goldmedaille raus?

München – Manchmal braucht es gar nicht allzu viel, um in die Spur zurückzufinden. Ein besonderer Ort reicht. In Hamburg hat es Clemens Wickler 2019 zum Vize-Weltmeister gebracht. Und nun hat Deutschlands bester Beachvolleyballer hier sein Lächeln wieder gefunden. Vier Tage lang war der Starnberger mit Neu-Partner Nils Ehlers wie auf einer Wolke durch das Elite-16-Turnier in der Hansestadt geschwebt. Hatte mit Bronze die bislang größte Errungenschaft der noch jungen Partnerschaft eingespielt. Und mit ihr die Erkenntnis, das es kommen kann, das zweite große Highlight der Saison. Heute steigen Wickler und Ehlers gegen die dänischen Kristoffers Abell und Brinck in die EM auf dem Münchner Königsplatz ein.

Vor allem für Wickler wird das ein spezieller Moment. Noch nie spielte er als Profi in der alten Heimat vor. Als sich der Beachvolleyball in Gestalt der Smart Beach Tour letztmals in der Landeshauptstadt versuchte, „war ich gerade 16 und noch zu jung“. Nun feiert er die Premiere als die wohl größte Hoffnung neben dem in Topform spielenden Frauen-Duo Karla Borger/Julia Sude. Begleitet von der Euphorie und Vorfreude von Freunden und Bekannten, denen er noch Tickets für die Finalspiele ab Freitag verschaffte. „Hoffen wir mal“, sagte er, „dass wir dann noch dabei sind“.Einmal ging es in dieser Saison ja schon daneben – nur Platz 17 bei der WM in Rom. „Ein Dämpfer“, wie Wickler fand. Aber ein durchaus einkalkulierter. Das 27-jährige Abwehr-Ass hat sich mit dem 2,10-Meter-Riesen Ehlers zusammengetan um bei Olympia 2024 in Paris für Furore zu sorgen. Und auf dieses Ziel haben die Trainer Jürgen Wagner und Thomas Kaczmarek die Arbeit ausgerichtet. Das saubere Einstudieren von Abläufen steht über der schnellen Medaille. „Das ist manchmal gewöhnungsbedürftig“, sagte Wickler. Doch der Blick in Wagners Vita, in der mit Brink/Reckermann (2012) und Ludwig/Walkenhorst (2016) zwei Olympiasieger stehen, macht die Geduld einfacher.

Anders als mit Wicklers filigranerem Ex-Partner Julius Thole heißt die Devise mit Ehlers „Powervolleyball“. Druck und Wucht mit Aufschlag und Angriff – dass das funktionieren könnte, haben sich Wickler und Ehlers trotz teilweise schwieriger Vorbereitung schon in der Frühphase der Saison selbst bewiesen. Bei den ersten Turnieren brachte man es zuverlässig schon in die Top-5. „Da waren wir eigentlich über dem Plan“, fand Wickler.

Nach dem WM-Rückschlag legten die beiden deutschen Hoffnungsträger eine Pause ein. Das Turnier in Gstaad ließ man ebenso aus wie zuletzt den Nations Cup in Wien. In Hamburg, beim Vorzeigeturnier des Deutschen Volleyball Verbandes, präsentierten sich die beiden umso besser erholt. Bis hin zum kleinen Finale, in dem man die Niederländer Boermans/Immers mit 2:0 niederkämpfte. Mit dem Duo gibt es in München bereits in der Vorrunde ein Wiedersehen.

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