1. Startseite
  2. Sport
  3. Mehr Sport

Provinz schlägt Hauptstadt: Cottbus siegt 2:0

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null

- Cottbus - Der Provinz-Verein Energie Cottbus hat den Hauptstadtclub Hertha BSC ein weiteres Mal in die Schranken gewiesen. Die Lausitzer gewannen am 9. Bundesliga-Spieltag das Berlin-Brandenburg-Derby mit 2:0 (0:0).

Daniel Gunkel (66. Minute) und Jiayi Shao (83.) erzielten ihre ersten Saison-Treffer und zogen mit Cottbus in der Tabelle mit nun 14 Punkten sogar an Hertha (13) vorbei. Für die Cottbuser war es schon der dritte Sieg im vierten Liga-Heimspiel gegen Hertha. «Wir müssen uns selbst an die Nase fassen, wir haben viel zu wenig getan», erklärte Berlins Kapitän Arne Friedrich, der sich als Einziger gegen die Niederlage stemmte.

Nachdem in der ersten Hälfte Vlad Munteanu noch einen Elfmeter für Cottbus vergeben hatte, entschieden Gunkel vor 17 525 Zuschauern mit einem direkten Freistoß ins Torwart-Eck sowie Shao nach einem lehrbuchreifen Konter verdient die Partie.

Die Gäste, die seit einem halben Jahr auf einen Auswärtssieg warten, verloren am Ende noch die Nerven. Stürmer Solomon Okoronkwo musste nach versuchtem Kopfstoß mit Rot vom Platz (77.), Trainer Falko Götz nach heftigem Reklamieren auf die Tribüne. «Ich kann Falko verstehen. Er hat in 20 Situationen für Cottbus entschieden. Es war nicht zu ertragen», attackierte Manager Dieter Hoeneß den wenig souveränen Referee Lutz Wagner und wünschte dem Unparteiischen einen baldigen Ruhestand.

Die Gastgeber erkannten in ihrem 111. Bundesliga-Spiel recht schnell, dass die Berliner mit konsequenten Zweikämpfen und Mut nach vorn zu beeindrucken waren. Nach schüchternen Versuchen von Timo Rost und Angreifer Sergiu Radu (11.) setzte Energies Top-Torjäger Munteanu das erste ernsthafte Zeichen (18.). Zwei Minuten später donnerte der Rumäne einen umstrittenen Elfmeter in den Nachmittags-Himmel, nachdem Schiedsrichter Wagner eine Aktion von Kevin Boateng an Mariusz Kukielka als Foul gewertet hatte. Für 200 000-Euro-Enkauf Munteanu war es nach zwei erfolgreichen Versuchen der erste Fehlschuss vom Punkt in dieser Saison.

Doch die Lausitzer zeigten sich unbeeindruckt: Francis Kioyo (29.), Radu (36.) und Kevin McKenna (38.) bedrohten mit weiteren Toraktionen das Gehäuse von Hertha-Keeper Christian Fiedler. Die Gäste, bei denen nach ihren Verletzungen die Stammkräfte Gilberto und Christian Gimenez zunächst nur auf der Bank saßen, agierten über weite Strecken viel zu langsam und ohne Ideen. Zudem schied Spielmacher Yildiray Bastürk, der gerade von einer Knieverletzung genesen war, mit einer Blessur am rechten Unterschenkel zeitig aus.

Erst fünf Minuten vor der Pause kam Hertha zur ersten Doppelchance durch Ersatzstürmer Okoronkwo und Pal Dardai. Und nach schöner Kombination scheiterte Berlins bester Torschütze Marko Pantelic am hervorragend reagierendem Routinier Tomislav Piplica (43.). Nach dem Wechsel investierte der Favorit nur kurzzeitig mehr Aufwand. Doch bei einem Schuss von Ellery Cairo war erneut Piplica mit den Fingern dran (54.), Okoronkwo stand bei einem erfolgreichen Versuch klar im Abseits (56.). Energie ließ nicht locker und wurde belohnt. «Das war ein Beispiel dafür, wie man auch eine spielerisch bessere Mannschaft niederringen kann», erklärte Trainer Petrik Sander.

Auch interessant

Kommentare