Sam Querrey spielt eine Rückhand.
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In Aktion: Tennisprofi Sam Querrey.

Tennis-Profi spricht erstmals über die spektakulären Ereignisse in St. Petersburg

Querrey: So lief meine dramatische Flucht aus Russland wirklich

  • vonDaniel Müksch
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In einem Interview in den USA erzählt Tennisspieler Sam Querrey zum ersten Mal, was bei seiner Flucht aus St. Petersburg im Oktober 2020 wirklich passiert ist.

  • Querrey wurde in Russland zweimal positiv auf Covid-19 getestet
  • Er und seine Frau hatten große Angst um ihren Sohn Ford
  • Flucht im Privatjet nach London und zwei Wochen Quarantäne

Diese Geschichte verortet man nach Hollywood. Nicht ins Profitennis. Doch Corona schafft, dass die Realität so manches Drehbuch frei Haus liefert. Wie die spektakuläre Flucht des Tennisspielers Sam Querrey, 33, im Oktober 2020 aus St. Petersburg.

Sam Querrey und seine Frau Abbey hatten Angst um Sohn Ford

Rückblick: Querrey will vor knapp drei Monaten beim ATP-Turnier in der russischen Metropole an den Start gehen, wird kurz vor seinem ersten Aufschlag allerdings positiv auf Covid-19 getestet. Genauso wie seine Frau Abby Dixon und ihr sieben Monate alte Sohn Ford. Die notwendige Quarantäne tritt die Familie im Spielerhotel „Four Seasons“ an. Nach zwei Tagen meldet sich der Turnierveranstalter. Sie seien in der Luxusherberge ab sofort unerwünscht. Zudem würden russische Amtsärzte sie umgehend untersuchen. Als die einheimischen Mediziner an die Tür klopfen, öffnet Querrey nicht. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion organisiert die Nummer 56 der Welt einen Privatflieger und flüchtet, aus Hotel, St. Petersburg und Russland. Wohin? Unbekannt.

Sohn Ford Querrey zahnt und bekommt Fieber

Alle Socia-Media-Kanäle von ihm und seiner Frau gehen offline. Anfang Dezember taucht der Sportler plötzlich in einem Instagram-Video aus seiner Heimat Malibu auf. Was ist in der Zwischenzeit passiert? Darüber hat der St. Petersburg-Flüchtling nun das erste Mal gesprochen.

Söhnchen Ford hatte in Russland Fieber

„Hätten wir bei der Untersuchung der Amtsärzte Symptome gezeigt, wären wir sofort in ein russisches Krankenhaus verlegt worden“, erzählte der 33-Jährige „Sports Illustrated“. Söhnchen Ford habe in den Nächten gezahnt und Fieber bekommen. Er und seine Frau befürchteten, dass dies als Corona-Symptom interpretiert würde, man es durch die Sprachbarriere nicht erklären könne und Ford von den Eltern getrennt wird. Das Paar bekommt Panik. „Also haben wir beschlossen, einen Privatjet zu mieten und zu verschwinden“, so Querrey.

Der Flug im Privatjet kostet den Profi 40000 US-Dollar

Während des Flugs nach London hätten er und seine Frau medizinische Masken getragen, sie nicht zum Trinken oder Essen abgenommen. Nach der Landung seien sie direkt in ihr gebuchtes Airbnb und hätten sich zwei Wochen dort verschanzt „Ich habe als Vater und Ehemann das getan, was sich richtig angefühlt hat. Ich wollte meine Familie dort nicht für mindestens zwei Wochen in ein Krankenhaus gehen lassen“, rechtfertigt der Amerikaner die Aktion. Der Flug habe 40 000 US-Dollar gekostet. Dazu die zwei Wochen Miete für das Airbnb. Querrey weiter: „Aus meiner Sicht haben wir niemanden gefährdet, wir hatten unsere Masken auf, sind unter uns geblieben. Wir haben alles in unserer Macht stehende getan, um das Risiko für andere zu minimieren. Und ehrlich gesagt denke ich, dass wir das sehr gut gemacht haben.“

Als Strafe verordnete die ATP den Zwei-Meter-Hünen zu 20 000 Dollar Geldstrafe. Eine sehr milde Strafe. Sie ist sogar nur zur Bewährung ausgesetzt. Nur bei erneuten Fehltritten in den nächsten sechs Monaten tritt sie in Kraft. Im Oktober war dagegen von einer mehrjährigen Sperre und Karriereende die Rede.

Dieser Blockbuster liefert das Happy-End für den Hauptdarsteller gleich mit.

DANIEL MÜKSCH

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