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Rafaels Sieg über die Angst

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- Kopenhagen - Nach dem glücklichen Ende des hochdramatischen Spiels heizte Rafael van der Vaart die Stimmung im Stadion mit einem Megaphon an, Thimothee Atouba präsentierte sich als ausgelassener Fahnenschwenker, und Trainer Thomas Doll fürchtete, dass ihn dieser Fußball-Abend "einige Jahre gekostet hat": In einem der packendsten Spiele der 118-jährigen Vereinsgeschichte hatte der Hamburger SV einen weiteren Schritt ins internationale Geschäft gemacht. "Der Verein hat sich eindrucksvoll in Europa zurückgemeldet", sagte Doll, der sich die Schlussphase des vom Schiedsrichter begünstigten, aber verdienten 1:0-Sieges von der Tribüne hatte ansehen müssen.

Dem Europapokal-Sieger von 1983 gelang es beim FC Kopenhagen, längst verblichenen Glanz wieder aufzupolieren. "Das ist eines der größten Erlebnisse, die man miterlebt. Das ist Wahnsinn. Wir wollten nicht ein weiteres Jahr warten", sagte Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer.

Mit dem unberechtigten Handelfmeter in der Nachspielzeit (90./+2) machte HSV-Neuzugang van der Vaart nicht nur die Teilnahme an der Gruppenphase perfekt, sondern spielte auch einen Teil seiner Ablösesumme wieder ein. Denn im Uefa-Cup kalkuliert Aufsichtsrats-Chef Udo Bandow vorerst mit drei Millionen Euro.

Als kaum einer der 34 446 Zuschauer im Parken-Stadion noch mit dem Weiterkommen des HSV rechnete (das Hinspiel war 1:1 ausgegangen), half der englische Schiedsrichter Matthew David Messias mit einer höchst eigenwilligen Regel-Auslegungen beim Handelfmeter nach. "Ich hatte in meinem Leben noch nie so viel Angst wie in diesem Moment", beschrieb van der Vaart seine Gefühlslage vor dem Millionen-Euro-Schuss. Der 22-Jährige verwandelte den unberechtigten Strafstoß aber sicher.

"Ich hatte nach der Jugend nie mehr einen Elfmeter geschossen", berichtete der HSV-Spielmacher nach dem Treffer, der dem Teamkollegen Sergej Barbarez den Abend rettete: Denn der Bosnier war in der 57. Minute mit einem ebenfalls umstrittenen Strafstoß kläglich gescheitert. Beim zweiten Strafstoß drängte Barbarez dann van der Vaart zur Vollstreckung. "Sergej hat gesagt: Du, du. Ich hab' gedacht: Sch. . .", erzählte der Niederländer später.

In Kopenhagen herrschte wegen der Elfmeterentscheidungen große Verärgerung. "Ein idiotischer Schiedsrichter hat dem FCK die Träume gestohlen", schrieb die Zeitung "Ekstra Bladet" über Referee Messias.

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