Andrej Rubljow (l) setzte sich in Hamburg im Finale gegen Stefanos Tsitsipas durch. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa
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Andrej Rubljow (l) setzte sich in Hamburg im Finale gegen Stefanos Tsitsipas durch. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

ATP-Turnier

Rubljow besiegt Fan-Liebling Tsitsipas in Hamburg

Das Happy-End fehlte. Ansonsten lief in Hamburg beim ATP-Tennisturnier mitten in Corona-Zeiten alles glatt. Allein, dass Publikumsliebling Stefanos Tsitsipas gegen Andrej Rubljow verliert, stört. Der Grieche hat immerhin den passenden Abschiedsgruß.

Hamburg (dpa) - Der russische Tennisprofi Andrej Rubljow hat den Sieg von Publikumsliebling Stefanos Tsistipas bei den Hamburg European Open verhindert.

Der 22-Jährige bezwang im Endspiel den an Nummer zwei gesetzten Griechen mit 6:4, 3:6, 7:5 und feierte eine gelungene Generalprobe für die French Open in Paris. Mit drei Spielen nacheinander im letzten Satz sicherte er sich seinen dritten ATP-Titel in diesem Jahr. "Ich hatte nichts mehr zu verlieren", sagte der 14. der Weltrangliste. Im Vorjahr hatte Rubljow das Finale am Hamburger Rothenbaum gegen den Georgier Nikolos Bassilaschwili noch verloren.

ATP-Weltmeister Tsitsipas hatte bei seiner Hamburg-Premiere die Zuschauer bei dem mit 1,2 Millionen Euro dotierten Sandplatz-Event begeistert. Im Finale machte der 22 Jahre alte Weltranglisten-Sechste aber zu viele Fehler. Nur im zweiten und phasenweise im dritten Durchgang fand er seine Linie. Rubljow spielte auf konstant hohem Niveau. Ein Doppelfehler von Tsitsipas beendete das Match nach 2:19 Stunden.

Noch vor dem Finale hatte sich Turnierchefin Sandra Reichel erleichtert über den Verlauf der Veranstaltung in Corona-Zeiten geäußert. "Ich bin froh, dass wir uns getraut haben", sagte die Österreicherin. Das Turnier sollte ursprünglich im Juli stattfinden und musste wegen Corona verschoben werden. Erst vor fünf Wochen stand fest, dass die Veranstaltung vor den an diesem Sonntag beginnenden French Open durchgeführt werden durfte.

Das Turnier in Hamburg war das erste große ATP-Turnier während der Pandemie, bei dem an allen Tagen Zuschauer erlaubt waren. Dass vor allem in den Anfangstagen die 2300 zugelassenen Plätze in dem für zehn Millionen Euro sanierten und für 10.000 Besucher vorgesehenen Stadion nicht einmal annährend besetzt waren, fand Reichel hilfreich.

"Gott sei Dank waren wir nicht sofort ausverkauft", sagte die 49-Jährige. "Auch für uns war das am Anfang eine totale Umstellung. Man darf sich nicht vorstellen, dass das ein Turnier ist, das man normal organisiert." Die Gesundheit habe immer an erster Stelle gestanden. Ein wirtschaftliches Ergebnis ist noch nicht absehbar. "Wir hoffen, dass wir noch gegen die schwarze Null kommen", sagte Sandra Reichels Vater Peter-Michael Reichel, Chef der Veranstalterfirma.

Für den passenden Abschluss sorgte dann doch noch Tsitsipas. Er werde nächstes Jahr wieder kommen, sagte er und verabschiedete sich mit den Worten: "Moin, Moin Hamburg, meine Perle."

© dpa-infocom, dpa:200927-99-729299/4

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