Rückkehr des Hoffnungsträgers

Galopper: - Die Erleichterung war groß bei Besitzer Hans-Gerd Wernicke und Trainer Wolfgang Figge, als ihr Galopper Poseidon Adventure am Ostermontag auf der Rennbahn in Riem gleich das erste Rennen der Saison mit einem fulminanten Lauf für sich entschied. Der Sieg, versicherten beide unisono, sei nicht so entscheidend gewesen. "Wichtig war, dass er eine gute Leistung gezeigt hat", sagte der Trainer.

Doch der vierjährige Hengst ist nicht irgendein Pferd im Stall des 61-Jährigen. Wernicke hatte den Vollblüter erst im vergangenen Juni für teures Geld ­ Insider gehen in einer Schätzung von etwa einer Viertelmillion Euro aus ­ vom irischen Coolmore Stud gekauft, mit dem klaren Ziel, ihn nur wenige Wochen später im Deutschen Derby in Hamburg antreten zu lassen. Dieses Rennen ist das pres-tigeträchtigste der kompletten Rennsaison, schon seit Jahren ist dort kein in Riem trainiertes Pferd mehr angetreten.

Wenige Tage jedoch, nachdem Poseidon Adven-ture in Riem angekommen war, die Hiobsbotschaft: Schwere Verletzung im Bein, Operation ­ und damit Training, geschweige denn der Derbystart, unmöglich. Natürlich sei die Enttäuschung groß gewesen, "aber auf der anderen Seite kann das in diesem Sport immer passieren", sagt der Besitzer, "das sind Lebewesen, die bei jedem Start Höchstleistungen vollbringen müssen."

Trotz des Siegs vom Ostermontag habe sich die Ausgangslage für den Hengst nicht geändert, versichert Wernicke. "Wenn er gesund bleibt und das Pech vom vorigen Jahr nicht mehr hat, kommt der Rest von alleine."

Dennoch dürfte das Rennen Besitzer und Trainer wertvolle Erkenntnisse geliefert haben. Erstens gelang dem inzwischen Vierjährigen der Erfolg bei seinem ersten Start nach rund elf Monaten Rennpause (der Hengst bestritt am Montag erst sein drittes Rennen überhaupt, zwei davon hat er gewonnen). Und zweitens setzte sich das Figge-Pferd souverän gegen einen starken Gegner durch, den als Favoriten gehandelten Mohandas, ein auf Gruppe-Ebene erprobtes Rennpferd. Im vergangenen Oktober kam der Sechsjährige in dieser höchsten Klasse immerhin auf einen zweiten Platz. In einem packenden Finish hatte der Gast aus Iffezheim am Montag allerdings keine Chance. Sicher ging Poseidon Adventure mit einer dreiviertel Länge Vorsprung als Erster über die Ziellinie.

Den Start in Gruppe-Rennen peilt auch Hans-Gerd Wernicke für sein Pferd an, daraus macht er kein Hehl. Unter Umständen könnte der Vierjährige bereits Ende Mai beim Großen Mercedes-Benz-Preis in Baden-Baden, einem Gruppe-II-Rennen, an den Start gehen, kündigt der Trainer an.

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